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HOG Groß-Alisch, Franz-Steinmetz-Weg 10, 91056 Erlangen

 Rundbrief im Advent 2018

    

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch

 Seit sechszehn Jahren bemühen wir uns, mit unserem Rundbrief an die Advents- und nahende Weihnachtszeit zu erinnern. In diesen Briefen versuchen wir, unseren Mitgliedern zusammen mit den Weihnachtsgrüßen  auch die wichtigsten Ereignissen und Termine innerhalb der HOG Groß-Alisch mitzuteilen. Des Weiteren wollen wir vergessene Weihnachtsbräuche, die in der alten Heimat gepflegt wurden, neu aufleben zu lassen. Leider können nicht alle Landsleute daran teilnehmen, weil wir verstreut in der ganzen Welt leben.

Am Samstag, den15. Dezember 2018, um 14: Uhr, feiern wir den Lichtertgottesdienst in der St. Andreas Kirche in Nürnberg-Kleinreuth, Kleinreuther Weg 95, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Pfarrer Lothar Schullerus wird mit uns zusammen den Gottesdienst gestalten. Die musikalische  Begleitung an der Orgel übernimmt Kurt Gehann  und der Posaunenchor, unter der Leitung von Georg Zakel, wird uns mit alten Weihnachtsliedern überraschen.

Leuchtersingen ist ein Kinderbrauch. Daher bitten wir Sie, ihre Kinder jeden Alters mitzubringen. Es erwartet diese auch heuer wieder ein Überraschungspäckchen unter dem Lichtert. Wir würden uns freuen, wenn sie Gedichte aufsagen, Weihnachtsgeschichten erzählen oder  nachspielen, singen oder auf der Trompete blasen. Beim Wechselgesang des Liedes „Dies` ist der Tag den Gott gemacht…“ hilft dann  die gesamte Gemeinde mit.

Im Anschluss an den Gottesdienst treffen wir uns im Gemeindezentrum, Cuxhavener Straße 52, bei Kaffee, Tee und Kuchen. Bitte Gebäck mitbringen. In diesem Rahmen wird der Posaunenchor uns beim Singen von Adventsliedern begleiten.

Mit großer Freude haben unsere betagten Landsleute, die wir in der Vorweihnachtszeit zu Hause oder im Heim besuchten, die vorbereiteten Päckchen empfangen. Es erinnert sie an ihre Kindheit zu Weihnachten in der Kirche von Groß-Alisch. 

In der Heimatkirche Groß-Alisch wurde heuer ein schönes Erntedankfest gefeiert. Studenten der Theologiehochschule aus Hermannstadt gestalteten  zusammen mit Dechant Pfarrer Bruno Fröhlich, einen ergreifenden Gottesdienst. Der Studentenchor, begleitet an der wunderbaren Orgel von Theo Halmen, begeisterte die Zuhörer. Anschließend wurde ins Gästehaus zum Tee und Selbstgebackenem geladen.

Wie jedes Jahr zu Heilig Abend werden alle Kirchenmitglieder von Groß-Alisch beschenkt. Mit Hilfe einer Spende von HOG Mitgliedern aus Deutschland findet jedes Kind ein Päckchen unter dem geschmückten Christbaum in der Kirche und jeder Erwachsene erhält ein Paket mit Grundnahrungsmitteln. Kuratorin Elfriede Hermann dankt im Namen der Gemeinde für die Aufmerksamkeit. Sie trägt auch Sorge dafür, dass niemand vergessen wird, besonders diejenigen nicht, die nicht mehr in der Lage sind, in die Kirche zu kommen.

Wenn es die Wetterlage zulässt, werden zu Heilig Abend wieder an allen Grabstätten am Friedhof Kerzen angezündet. Die Gemeinde will damit der Verstorbenen gedenken, die dort  ihre letzte Ruhestätte fanden, aber auch derer, die uns weltweit für immer verlassen haben. Wir werden sie an diesen heiligen Feiertagen sehr vermissen.

Bald ist es möglich, die neuen Treppen im Kirchturm in Groß-Alisch zu erklimmen. Sie stehen kurz vor ihrer Fertigstellung. Dank einer Spende von Frau Sara Renate Heiliger, geb. Zakel, konnte auch dieses Werk vollbracht werden. Näheres berichten wir in unserem Informationsblatt  im April 2019.

Nach den vielen Restaurierungen werden Kirchenburg und Friedhof aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Ihr Zugang ist nur möglich, wenn man sich anmeldet oder den Schlüssel bei den Verantwortlichen abholt. Meist wird man bei dem Besuch begleitet. Entsprechende Informationen werden 2019 schriftlich und gut sichtbar ausgehängt.

Am 27. April 2019 findet unser 19. Heimattreffen in Nürnberg-Gartenstadt statt. Hierzu laden wir herzlich ein. Weitere Details finden Sie in den „Groß-Alischer Nachrichten“ 2019.

Ganz am Schluss dieses Briefes möchte ich mich bei Ihnen, liebe Leser, für Ihre wertvolle Unterstützung bedanken. Nicht nur die materielle Hilfe, sondern auch das Organisieren und Mithelfen sowie ein guter Rat sind immer willkommen.

In wenigen Wochen schon feiern wir die Geburt des Heilands, das Fest der Hoffnung auf die Heilung der Welt.

Ich wünsche unseren Groß-Alischern, deren Familien und  Freunden in Österreich, der Schweiz, Kanada, Frankreich, Siebenbürgen, England, den USA und in Deutschland eine friedliche Weihnacht und Gottes Segen. Das Neue Jahr soll uns mit Gesundheit und Optimismus beglücken.

          Im Namen des Vorstandes der HOG Groß-Alisch Ihr

             Wilhelm Paul

 

13.10.2018, Klassentreffen in Schweinfurt

Für viele, mich einbegriffen, ist die 13 eine Glückszahl. Zum Glückstag wurde der 13.Oktober 2018 für alle Teilnehmer an einem der schönsten und glücklichsten Klassentreffen unserer Zeit.

Nach den außergewöhnlichen, gemeinsamen und wunderbaren Treffen, im Bildungszentrum/Kolping Hotel, Naturfreundehaus und Pfarrzentrum St. Kilian, fand der 4. Tatort nun im Pfarrheim St. Josef statt.

Wie schon in den 3 vorangegangenen Treffen, waren auch jetzt dieselben Verdächtigen der Jahrgänge 1953-1958 mit ihren Hauptverdächtigen/Organisatoren, Alida Binder, Helmut Homm, Edeltraud Zakel, Erika Schuster, Alfred Drotleff und Georg Schuster, am Werke.

Die Hauptrolle übernahm selbstverständlich, diesmal ganz spontan und unverhofft, Erika Schuster. Gott sei Dank, lies sie sich überreden, erneut als unnachahmlicher Wiedertäter, im bislang schönsten“ Tatort Klassentreffen“ auf zu treten. Mit Ehemann Richard an ihrer Seite, organisierte sie mit viel Liebe, Können und Herzensblut, diesmal schon nach 4 Jahren, ein Treffen, das seinesgleichen suchen muss. Schön, dass es nicht nur in der Politik, Rücktritt vom Rücktritt gibt, sondern auch im wirklichen Leben, dass es immer wieder, auch nach dem sogenannten „ letzten Mal“, oft noch ein „ Allerletztes Mal und sogar ein Aller- allerletztes Mal „ geben kann. Das was Erika, allen Schwierigkeiten zum Trotz geleistet hat, ist aller Ehre wert. Hoffen wir, dass unsere „Tatort Klassentreffen“ Heldin, gesund bleibt und weitermacht.

Ja, der Ort unserer Begegnung, entpuppte sich als Wohlfühloase, als Ort an dem alle, ohne Ausnahme, loslassen konnten, die Sorgen des Alltags vergessen und sich auf das Hier und Jetzt einlassen konnten. Diese herzliche Atmosphäre, die schönen Erinnerungen, das fröhliche Lachen und die lockere Art miteinander umzugehen, findet man nirgends auf der Welt so intensiv wie auf Klassentreffen.

Angereist schon am Vorabend oder direkt, traf man sich bei herrlichem Wetter mit sommerlichen Temperaturen, schon am Vormittag im Pfarrheim St. Josef, zum Sektempfang. Alle hatten gute Laune, Spaß und Frohsinn mitgebracht. Groß war die Wiedersehensfreude, die aus jedem Antlitz strahlte. Händeschütteln, herzliche Umarmungen, frohes Lachen, prägten die Szene.

Die offiziellen Begrüßungen durch Alfred Drotleff und Erika Schuster, waren herzlich kurz und bündig, es überwog die Freude und Zufriedenheit, dass man es wieder einmal geschafft hatte. Der Stein, der von Erikas Herzen plumpste, war für alle hörbar, ihre Erleichterung sichtbar.

Schade, dass unsere Lehrerinnen, Frau Paul, unsere Trinitante und Frau Keul, mit denen wir nach bekannter Zusage fest gerechnet hatten, nun doch verhindert waren. Schöne Grüße wurden übermittelt und sollen zusammen mit Klassenfoto zurückgegeben werden. Die Klassensprecher wurden mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht. Mit großem Applaus wurde ihr Einsatz gewürdigt und der Wunsch geäußert, auch in Zukunft das Drehbuch für neue „Tatorte Klassentreffen“, weiter zu schreiben.  

Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Reichhaltig, vielfältig und ansprechend war das Mittagsbüffet. Wer meinte noch keinen Hunger zu haben, musste Angesichts dieser Köstlichkeiten schwach werden und ordentlich zulangen. Zur besseren Verdauung des guten Bratens, Schäufele, Schenkel, Beilagen und Salate, gab es ein edles Schnäpschen vom feinsten. In den Geschmackrichtungen, Pflaume, Birne, Kirsche, Pfirsich und Quitte, war für jeden etwas dabei. 

Anschließend wurden auf dem anliegenden Hof/Gartengelände die obligatorischen Erinnerungsfotos, auf Jahrgänge mit und ohne Partner gegliedert, sowie ein Gemeinschaftsfoto gemacht. Dank des warmen Herbsttages, der sich wie ein Sommertag anfühlte, plauderte man länger als geplant, bei herrlichem Sonnenschein im Freien.

Zurück im Saal, schlug uns frischer Kaffeeduft entgegen. Ein verlockendes Kuchenbüffet offenbarte seine Schätze und wurde zur Freude der Eintretenden, sogleich als eröffnet erklärt. Begleitet von alten Schlagern, war das Schlemmen, ein einmaliges Erlebnis.

Unser Party- Duo, Fredy und Georg spielten groß auf. Es wurde viel getanzt, gefühlsmäßig, schon früher, mehr und harmonischer als sonst. Die Melodien, Rhythmen und Texte waren optimal gewählt, dass alle tanzen, mitsingen und in schönsten Erinnerungen schwelgen konnten. Sie bauten bewusst, mehr sinnliche, oft herzergreifende und tiefgehende, langsame Tangos und Walzer ein, der absolut richtige Mix, für unsere Altersgruppe Ü60.

Die Stimmung war besser wie eh und je. Wir haben viel gesungen, gelacht, erzählt und zugehört. Überraschend kam deswegen die Einladung zum Abendessen. Ein reichhaltiges kaltes Büffet sah verführerisch aus und sollte halten was es versprach, sehr gut schmecken.

Es ging nass, fröhlich, lustig und vor allem friedlich zu bis weit nach Mitternacht. Müdigkeit, Fehlanzeige. Alle schienen feiern zu wollen, möglichst bis zum Jüngsten Tag. An Abschied wollte keiner denken. Zwischendurch gab es noch das traditionelle Fett-brot mit roten Zwiebeln und sauren Gurken, darauf ein Gläschen hochprozentigen. Herz was willst du mehr?

Aber alles hat ein Ende, das Unvermeidliche kam näher, war urplötzlich da.“ Tatort Klassentreffen“ aus mit Happy End. Friedlich, harmonisch, ganz ohne die obligatorische Leiche, wie in TV- Tatorten, wurde in unserem „Tatort Klassentreffen“ erfolgreich in der Vergangenheit ermittelt und gegraben, getröstet, ausgetauscht, gefeiert, getanzt und gelacht. Das soll uns einer nachmachen!

Knapp 40 Personen waren diesmal von Anfang bis Ende dabei. Alle würden jederzeit wiederkommen. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Der Abschied war kurz doch sehr groß die Hoffnung auf ein Wiedersehen. In jedem einzelnen Gesicht konnte man die Sehnsucht nach Nähe und Gemeinschaft mit lieben alten Weggefährten, deutlich erkennen. Alt sind oder werden wir nach unabänderlichen Naturgesetzen. Die Zeit in der wir noch so wie jetzt zusammenkommen können, wird unaufhaltsam kürzer. Lassen wir die, um Himmelwillen nicht ungenützt verstreichen.

Die Jahrgänge 53, 54 und 55 feiern beim nächsten Groß- Alischer Treffen am 27.04.2019 in Nürnberg goldene Konfirmation, hoffentlich sind alle vollzählig dabei.

Froh und noch voller Begeisterung von all dem Erlebten, hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen. 4 Jahresrhythmus, scheint zu lang. Alle 2 Jahre, zwischen den Groß- Alischer Treffen, wäre eine gute Option. Schön wenn wir dann alle die diesmal nicht dabei sein konnten, herzlichst begrüßen dürfen.

AUF WIEDERSEHEN

                                                                                                                             Helmut Homm      

 

 

  1. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch in Nürnberg - Gartenstadt

Voller Dankbarkeit und einer guten Portion Stolz, dürfen wir Groß- Alischer auf die letzten 34 Jahre zurückblicken. Zum 18. Treffen am Samstag den 29. April 2017 waren, wie immer, alle Groß- Alischer und Freunde der Groß- Alischer, nach Nürnberg Gartenstadt, herzlichst eingeladen. Viele folgten dieser Einladung und kamen aus allen Himmelsrichtungen, einige schon am Vorabend, um rechtzeitig vor Beginn des traditionell gewordenen Gottesdienstes in der Emmauskirche zu erscheinen.

Den Gottesdienst mit Pfarrer Lothar Schullerus jun., wollte man sich nicht entgehen lassen. Dieser junggebliebene Pfarrer, ist nicht nur in Groß- Alisch aufgewachsen, sondern zum Groß- Alischer Urgestein geworden. Den Beweis dafür lieferte er in seiner Predigt zu Hesekiel 31, 11-16 selbst. Dabei geht es um Die Herde, um die Schafe, um den guten Hirten.

Anschaulich erzählt Pfarrer Schullerus von seiner Kindheit, von seinem Wunsch und seiner Überzeugung, Schafhirte werden zu wollen. Das Ziel hat er ja vielleicht, wenn auch nicht genau nach kindlicher Vorstellung, irgendwie erreicht. Oft wird er gefragt, wie es „seinen Schäfchen“ geht. Auch wenn wir Groß- Alischer uns in seiner Herde wohl fühlen und uns gerne als seine Schäfchen bezeichnen würden, will Pfarrer Schullerus das Missverständnis

um das Wort vom guten Hirten hier und jetzt klären. Es kommt einzig und allein auf die richtige Betonung an. ICH bin der gute Hirte, sagt Jesus von sich selbst. Die Betonung liegt eindeutig auf ICH, ein exklusiver Anspruch von Jesus. Er ist der gute Hirte und kein anderer.

Er, der alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, der alles im Griff hat und keine Fehler macht, vertraut seine Herde nicht fehlerhaften Menschen an. Er sprach zwar einst zu Petrus „Weide meine Herde“ aber Er ist und bleibt der gute Hirte, behält die Übersicht und sorgt dafür, dass die Weide gut ist.

Das Wort des Hesekiel, Gott spricht: Ich will mich meiner Herde selbst annehmen… und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels“, auf unser Schicksal zu beziehen, wie Gott uns aus der alten Heimat in das „Mutterland“ geführt hat und alles gut ist, wäre zwar einfach aber völlig daneben. Hier ist die Rede von der Heimat der Herde des guten Hirten und die ist bei ihm, in seinem Reich. Jesus spricht: ICH bin der gute Hirte und bringe meine Schafe heim.

Beim Gedenken der Heimgegangenen lassen wir uns von Jesu Wort trösten, wissend dass sie in seiner Hand geborgen sind. Auch bei der Goldenen Konfirmation wollen wir daran denken, dass wir einmal gesagt und bestätigt haben: ja wir wollen zu seiner Herde gehören. Als Zeichen, dass Gott auf unserem Weg durch diese Welt und dieses Leben gibt, was wir zum Leben brauchen, erging die Einladung das Abendmahl miteinander zu feiern.

Es sollte eine ganz besondere Abendmahlsfeier werden. 

Die altsächsische Art, dass man selber hat, was man braucht, damit man nicht ausborgen gehen muss, brachte Pfarrer Schullerus auf die wunderbare Idee, eigenhändig neue Abendmahlsbesteck: Weinkanne, Brotbüchse, Teller (Patene) und Kelch, ähnlich den vorhandenen in Groß-Alisch, anfertigen zu lassen. Diese brachte er zusammen mit Kokeltaler Wein zum Gottesdienst mit, um Abendmahl zu feiern und uns zu erinnern, wo immer wir auf der Welt sind: „Er ist der gute Hirte“.

Die gut 70 Gottesdienstbesucher waren dankbar, fühlten sich hier und heute heimischer denn je, denn bei ihm dem guten Hirten, fanden sie Trost, Geborgenheit und schöpften neuen Mut für die Zukunft.

Noch ganz im Bann des eben Erlebten, fand man sich, nach kurzem Spaziergang bei herrlichem Wetter im Gesellschaftshaus wieder. Dort war zunächst viel, viel zu viel Platz. Für 300 Gäste war gedeckt und schön dekoriert worden, ein Drittel war anfangs da. Das

schien die Anwesenden kaum zu stören. Das gute Essen schmeckte, die Stimmung war hervorragend, die Begrüßungsgespräche liefen auf Hochtouren, das vertraute Bühnenbild mit Kirchenburg und Altar aus Groß- Alisch usw., brachte die alte, von vielen immer noch vermisste Heimat ganz nah in die Mitte der glücklichen Teilnehmer.

Der offizielle Teil begann mit einem bekannten Gebet in Groß- Alischer Mundart, dass bei keinem wichtigen Anlass, Verlobung, Hochzeit, Taufe u.v.m. fehlen durfte. Alfred Drotleff sprach: „Gott dem Herren walle mer daunken, die eus metenemder erhaulden haut bes of as hodig Huimet-Treufen. Mer wallen en awer uch ferderhin urofen, dat hie senj göttlich Hamd iwer eus wuil haulden, esulong et senj gnoidich uch vauterlich Wallen äs“.

Er lieferte gleich auch die Übersetzung: „Gott dem Herren wollen wir danken, der uns miteinander erhalten hat bis auf unser heutiges Heimat-Treffen. Wir wollen ihn auch fernerhin anrufen, damit er seine göttliche Hand über uns will halten, solange es sein gnädiger und väterlicher Wille ist“. Manch feuchtes Auge zeugte davon, wie zutreffend diese Worte empfunden wurden.

Nach dem 2. Vorsitzenden, begrüßte auch der 1. Vorsitzende Wilhelm Paul die Gäste und lieferte einen genauen Bericht über die Leistungen des amtierenden Vorstandes der HOG Groß- Alisch in den letzten 2 Jahren und das ist eine stattliche Menge und kann sich sehen lassen. In seiner oft zeitaufwendigen und aufopferungsvollen Arbeit baut der Vorstand vor allem auf eine gewisse Kontinuität, die gepflegt werden will. Erfreulich dabei ist, dass alle ins Leben gerufene Veranstaltungen sowie auch Anschaffungen, erfolgreich erhalten werden konnten. Das gilt auch für eine kontinuierliche Arbeit in Groß- Alisch, wo viel, sehr viel geleistet wurde, aber auch noch jede Menge getan werden muss.

Stolz kann an dieser Stelle unser Verbindungs-und Informationsblatt die „Groß-Alischer Nachrichten“ genannt werden. Nun schon 15mal erschienen, zählt es zu den besten Veröffentlichungen aus den über 100 erscheinenden siebenbürgischen Heimatblättern und wird gern, von anderen HOG`s als gutes Beispiel genommen.

Der Blumenstrauß ging in diesem Jahr an Frau Margarete Schuster und eine Flasche edlen Wein an Franz Paul, die ältesten Teilnehmer am Heimattreffen.

Nach dem Kassenbericht von Hannelore Binder, war der offizielle Teil beendet, die gedeckten Tische nun schon zur Hälfte besetzt und die Party konnte jetzt so richtig losgehen. Man hoffte, dass wie schon beim letzten Treffen noch viele Jugendliche zum Unterhaltungsteil erscheinen würden. Mindestens 300 sollten es sein, damit man auch fürs nächste Treffen in 2 Jahren, noch vor Ende der Veranstaltung, mit dem Wirt „Klar Schiff“ machen konnte.

Das Party- Trio, mit Georg zwischen 2 Fredy`s (Drotleff und Weber) machte dann richtig Stimmung.

Was viele nicht mehr für möglich gehalten hatten trat ein. Die Tanzfläche und der Saal füllten sich mehr und mehr. Auf unsere Jugend ist eben noch Verlass. Schon lange vor dem buchstäblichen Zapfenstreich, konnte Alfred Drotleff die frohe Botschaft bringen. Das nächste Treffen findet 2019, am 27. April, hier an gewohnter Stelle statt. Der spontan ausbrechende Jubel, zeugt von ehrlicher Freude und wahrhaftiger Erleichterung.

In den Spritzpausen, pfiff Hans Jakobi die Singfreudigen zusammen. In Begleitung am Akkordeon durch den Hansi und an der Gitarre durch Fredy, wurden altbekannte Heimat-und Volkslieder gesungen. Viele gaben ehrlich zu, seit dem letzten Treffen kaum noch gesungen zu haben. In der Welt wird anscheinend immer weniger gesungen. Gott sei Dank, können wir  wir Groß-Alischer kaum feiern, ohne zu singen.

Bis weit nach Mitternacht dauerte die friedliche Party. Dann war Schluss. Ja, Schluss für heute-. Es bleiben viele schöne, unvergessliche und wunderbare Erinnerungen. Es überwiegt die Freude, wieder dabei gewesen zu sein und es lebt die Hoffnung, dass die Zukunft auch gut sein wird. Wie wir in der Predigt gehört haben, Jesus ist und bleibt der gute Hirte, unser guter Hirte. Er versammelt uns aus allen Himmelsrichtungen in seiner Herde, Er wird uns heimführen, heim in sein Reich. Was wollen wir mehr?

 

Bleibt gesund und bis zum nächsten Mal, Gott befohlen!

Euer Helmut Homm

 

 

Rundbrief im Advent 2016

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch

Es tut not, zumal in dieser schnelllebigen Zeit mit ihren grundstürzenden Entwicklungen in Politik und Gesellschaft, uns – persönlich wie gemeinschaftlich – wieder zu besinnen auf das nahende Weihnachtsfest, wo wir Ruhe und Geborgenheit im Kreise der Familie und der Kirchengemeinschaft suchen und finden sollten.

So freuen wir uns auch heuer auf den Lichtertgottesdienst (bam lichtert sanjen) am 3. Adventsonntag, den 11. Dezember 2016, 14:00 Uhr in der St. Andreas Kirche in Nürnberg-Kleinreuth, Kleinreuther Weg 95, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Pfarrer Dr. Berthold Köber wird den Gottesdienst gemeinsam mit uns gestalten, Kurt Gehann an der Orgel, zusammen mit dem Posaunenchor, unter Leitung von Georg Zakel, ihn musikalisch begleiten.

Bringen Sie bitte Ihre Kinder und Enkelkinder mit. Es wird eine Überraschung bei der Christbescherung geben, die dem Brauch in Groß-Alisch nahe kommt. Freuen würden wir uns, wenn die Kinder mit Weihnachtsgedichten,- Geschichten oder –Liedern bereit wären, den Gottesdienst mitzugestalten. 

Im Anschluss an den Gottesdienst treffen wir uns im Gemeindezentrum, Cuxhavener Straße 52 bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen. In diesem Rahmen wäre das gemeinsame Adventsingen begrüßenswert.

Mit Sehnsucht und Dankbarkeit blicken wir auf das Jahr 2015 und das Treffen in Groß-Alisch zurück. Doch lässt sich so eine aufwändige Veranstaltung nicht jedes Jahr organisieren. Es ging 2016 etwas ruhiger zu. Die Beteiligung unserer HOG am Trachtenumzug des Verbandes der Siebenbürger Sachsen zu Pfingsten in Dinkelsbühl war, trotz ungünstigem Wetter, beachtlich. Das Grillfest im Juli bei Familie Fakesch in Gebersdorf bleibt unvergessen.

Damit wir die Gelegenheit haben uns wiederzusehen, laden wir zum 18. Treffen der HOG Groß-Alisch in Nürnberg-Gartenstadt am Samstag, den 29. April 2017, herzlich ein.

Ein weiterer wichtiger Termin für das Jahr 2017 ist das große Sachsentreffen in Siebenbürgen vom 4. bis 6. August in Hermannstadt. Die Organisatoren: das Deutsche Forum aus Rumänien und der Dachverband der Heimatortsgemeinschaften (HOG) aus Deutschland laden dazu herzlich ein. Der Trachtenumzug wird ähnlich dem aus Dinkelsbühl zu Pfingsten sein. Die Feiern des großen Treffens beschränken sich nicht auf Hermannstadt, sondern werden in der darauffolgenden Woche in Kronstadt, Schäßburg, Mediasch, Fogarasch und auf mehreren Dörfern in Siebenbürgen stattfinden. Interessenten sollten sich rechtzeitig um Unterkunft umsehen, da die Beteiligung sehr groß sein wird. Das Angebot in Groß-Alisch ein Sommerfest mit Ball im Gemeindesaal, in dieser Zeit, zu organisieren ist mangels Interesse gescheitert.

In der Beilage finden Sie den  Programmablauf der Feierlichkeiten. Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

In der Heimatkirche werden auch in diesem Jahr, zu Heilig Abend, 23 Kinder ihre Päckchen unter dem geschmückten Tannenbaum empfangen und die erwachsenen Kirchenmitglieder mit einem Paket mit Grundnahrungsmitteln beschenkt. Dafür danken wir unseren treuen Mitgliedern Meta und Georg Albert Schuster, die diese Hilfe möglich machen.

Danken möchten wir unseren Landsleuten für die gewährte Unterstützung im Laufe des Jahres, sowohl geistig wie auch finanziell. Im Namen der Kirchengemeinde Groß-Alisch dankt Kuratorin Elfriede Hermann ganz herzlich für jede Hilfe. Pfarrer Hans Bruno Fröhlich begrüßt die Initiative der Schüler und Jugend aus Alisch und Dunesdorf, den Gottesdienst an Heilig Abend mitzugestalten. Wenn das Wetter es zulässt werden am Heilig Abend wieder Kerzen an den Grabstätten am Friedhof in Groß-Alisch angezündet. In tiefem Leid und mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die wir an diesem Christtag vermissen werden. Unsere Gemeinschaft ist dazu da, den Hinterbliebenen die Gewissheit zu geben, dass sie ihr Leid nicht alleine tragen müssen.

Mit der Überzeugung, dass wir zusammengehören und unsere Herkunft nicht vergessen sollten, wünsche ich, dass der Christtag bei uns in Deutschland, in Siebenbürgen, in Österreich, in England, in Frankreich, in Kanada und in Amerika voller Hoffnung auf Frieden sein möge und das neue Jahr uns die Gewissheit gibt, in der neuen Heimat zu Hause zu sein.

Es grüßt herzlich im Namen des Vorstandes

Ihr Wilhelm Paul

 

 

Rundbrief im Advent 2015

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch

Ein reiches Jahr an Erlebnissen neigt sich dem Ende zu. In der bevorstehenden besinnlichen Zeit sollten wir dankbar sein für das, im Laufe dieses Jahres, Erlebte und Erreichte.

Das herausragende Ereignis war wohl die Wiedereinweihung der renovierten Kirchenburg in Groß-Alisch. Dank dem Verständnis und jahrelanger Unterstützung seitens unserer Heimatortsgemeinschaft, so wie dem unermüdlichen Einsatz unserer Landsleute vor Ort war es möglich, der „Burg“ zu neuem Glanz zu verhelfen. Dank gebührt vor allem dem Bezirkskonsistorium Schäßburg der evangelischen Kirche, das durch den Verkauf der Alischer Schule und der fachmännischen Leitung der Renovierungsarbeiten das Werk erst möglich machte. Der 6. September 2015, Tag der Wiedereinweihung, wird für Groß-Alisch als ein großes Fest in die Geschichte eingehen. Dazu leisteten die Vertreter der Landeskirche der ev. Kirche von Rumänien, durch Bischof Reinhart Guib, des Bezirkskonsistoriums Schäßburg, wie auch die Vertreter der Orthodoxen Kirche und der lokalen Behörden, ihren wertvollen Beitrag. Zum festlichen Gottesdienst erklang die teilrestaurierte Orgel so schön, wie seit Jahren nicht mehr. Die feierliche Andacht auf dem gepflegten Friedhof, zelebriert von Dechant Hans Bruno Fröhlich, bleibt wie ein Ruf an alle Groß-Alischer auf dieser Welt: „Vergesst uns nicht!“ Viele Menschen waren gekommen um bei strahlendem Sonnenschein der Predigt und dem Posaunenchor zu lauschen. Die meisten Gräber waren mit Blumengebinden oder Kränzen geschmückt. Die Tage, die wir zusammen in unserem Heimatdorf verbrachten, bleiben unvergesslich.  In kleinen, aber kontinuierlichen Schritten hat unsere Gemeinschaft Vieles auf den Weg gebracht.  Ganz besonders freut sich Alfred Kuttesch, dass sich das tägliche Besteigen des Turmes erübrigt hat, seit die Turmuhr auf Elektrobetrieb umgestellt wurde, so wie im letzten Jahr das Glockenläuten. Doch bleiben die alltäglichen Pflichten auf der Burg in seiner Obhut.

Unsere Unterstützung und Hilfe wird auch in den nächsten Jahren gebraucht. Wir danken für Ihr Verständnis.

Am 25. 04. 2015, feierten wir in bester Stimmung, das 17. Treffen der HOG Groß-Alisch in Nürnberg. Durch die rege Beteiligung unserer Mitglieder und Freunde haben wir entschieden, uns in zwei Jahren, im Gesellschaftshaus, wieder zu treffen.  Voller Enthusiasmus beteiligte sich die Gruppe der Groß-Alischer auch in diesem Jahr an dem Trachtenumzug in Dinkelsbühl. Wir hoffen nächstes Jahr auf weitere begeisterte Trachtenträger.  

Auch in diesem Jahr werden wir das Leuchtersingen (bam Lichtert sanjen) am Sonntag den 13. Dezember um 14:00 Uhr in der St. Andreas Kirche in 90408 Nürnberg-Kleinreuth, Kleinreuther Weg 95, feiern. Pfarrer Georg Schaser wird den Gottesdienst gemeinsam mit uns gestalten und Kurt Gehann, an der Orgel, wie auch der Posaunenchor mit Georg Zakel und Alfred Drotleff, ihn musikalisch begleiten. Hiermit möchten wir Sie alle herzlich einladen. Bringen Sie bitte auch Ihre Kinder und Enkelkinder mit, für jedes liegt ein Päckchen bereit. Wir würden uns freuen, wenn die Kinder mit Weihnachtsgedichten, Geschichten oder Liedern den Gottesdienst bereichern. Im Anschluss an den Gottesdienst treffen wir uns im Gemeindezentrum, Cuxhavener Straße 52 bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen. In der Heimatkirche werden auch in diesem Jahr, zu Heilig Abend, 26 Kinder ihre Päckchen unter dem geschmückten Tannenbaum empfangen und die erwachsenen Kirchenmitglieder mit einem Paket mit Grundnahrungsmitteln beschenkt. Dafür danken wir unserem Mitglied Lukas Geddert, der diese Hilfe möglich macht.

 Kuratorin Elfriede Hermann dankt im Namen der Gemeinde recht herzlich. Sie wird glücklich und zufrieden, nach so viel Mühen, Weihnachten in der nun renovierten und geweihten Kirche zu feiern. Wünschen würde sie sich, wenn wir alle dabei wären, wie am Fest der Wiedereinweihung. Sie wird auch veranlassen, dass am Heilig Abend am Friedhof wieder Kerzen angezündet werden. Mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die uns an diesem Christtag fehlen werden. Wir bieten den trauernden Hinterbliebenen Trost und Geborgenheit in unserer Gemeinschaft an. In der Hoffnung, dass Ihnen die beiliegende „Weihnachtsgeschichte“  nach dem Lukas-Evangelium Freude bereitet, wünsche ich, dass das Weihnachtsfest bei Ihnen in Deutschland, in Siebenbürgen, in Österreich, in England, in Kanada und in Amerika voller Segen und Frieden sein möge und das Neue Jahr uns weitere Begegnungen und gute Taten in Gesundheit ermöglicht, grüßt Sie herzlich im Namen des Vorstandes

      Ihr Wilhelm Paul

 

 

 

Einweihung der neu renovierten Kirchenburg in Groß-Alisch, 05.09.2015

Ein Video des Rumänischen Fernsehens finden Sie unter:

http://www.tvrplus.ro/editie-akzente-375025

Ab ca. 40:00 gibt es den Beitrag über Groß-Alisch.

 

Musikalische Eindrücke mit dem Party-Trio Nürberg: 

Video 01    -    Video 02    -    Video 03     (Privataufnahmen Dominik Jakobi  )

 

Feierliche Wiedereinweihung der Kirchenburg in Groß-Alisch

 „Es ist nicht selbstverständlich, dass nach dem vor Jahren renovierten Pfarrhaus nun auch die Kirche ein frisches und schönes Gewand bekommt und die Orgel wieder lieblich erklingt. Durch das tolle Engagement und die Spenden der HOG, dem Einsatz des Betrages vom Verkauf der Schule durch die Kirchengemeinde und dem Bezirk, habt ihr gemeinsam als Glaubensgemeinschaft nun auch die Wunde der reparaturbedürftigen Kirche geheilt und diesen Festtag erst möglich gemacht“ sagte der Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien Reinhart Guib am 6. September 2015 in seiner Predigt – Luk.17,11-19(I) – am 14. Sonntag nach Trinitatus in der Kirche in Groß-Alisch.

 

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Der Dechant des Schäßburger Kirchenbezirks der Evangelischen Kirche, Hans Bruno Fröhlich sagte in seiner Begrüßungsrede, dass er und sein rumänisch-orthodoxer Amtskollege, Ortspfarrer Nicolae David, in Groß-Alisch eine Einheit der Christen entdeckt haben und auch pflegen. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass heute zum dritten Mal in diesem Ort, wo alle Ethnien gut zusammenleben, ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird.

Dies betonte auch der Vorsitzende der HOG Groß-Alisch, Wilhelm Paul, in seiner in deutscher und rumänischer Ansprache in dem gut besuchten Festgottesdienst. Paul sagte voller Freude: „Der lang ersehnte Tag ist nun da, wo unsere Kirche in neuem Glanz erstrahlt und wir stolz darauf sind“. Im Laufe der letzten 15 Jahre sind wir mit Spenden unserer Landsleute aus Deutschland, Österreich, Kanada und USA gekommen und haben tatkräftig mitgeholfen, das 539 Jahre alte Gemäuer der Kirchenburg zu „flicken“ und in Stand zu halten. Diese Mühe hat sich gelohnt dem Verfall, durch den Zahn der Zeit, Einhalt zu gebieten. Umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Kirchenburg waren erst, nach dem Verkauf der Evangelischen Schule in Groß-Alisch, möglich.

Da die Kirchenburg nicht grundsätzlich zum Verständnis der Großalischer gehört, wie das bei anderen Gemeinden der Fall ist, reagieren sie eher zurückhaltend. Der Grund ist die unspektakuläre äußere Gestalt der Kirche und die wenigen denkmalgeschützten Elemente. Dadurch bietet die gesamte Kirchenburg keine touristische Attraktion. Und gerade dieser Aspekt wurde der Groß-Alischer Kirchenburg zum Verhängnis. Sie kommt auf keiner Liste für Fördermittel vor und wird von Fachleuten als „uninteressant“ eingestuft. Materielle Hilfe von auswärts gab es nie. Dies sollte aber den rührigen Vorsitzenden der HOG und die engagierte Kuratorin Elfriede Hermann nicht entmutigen.

Dechant Hans Bruno Fröhlich, der für die heute 64 Mitglieder zählende Kirchengemeinde zuständig ist, hatte dafür immer ein „offenes Ohr und achtsames Auge“, dazu auch Bezirkskirchenkurator Adolf Hügel. Mit der Anschubfinanzierung konnte die kleine Baufirma „Novus-Star“ aus Cristur beauftragt werden. Unter der Aufsicht von Architekt Michael Meyndt vom Bezirkskonsistorium Schäßburg konnten die Renovierungsarbeiten im Juni 2014 in Angriff genommen und September 2015 vollendet werden. Nicht eingeplante Mehrkosten tauchten auf, die dann durch Beisteuerung von der Gemeinde Dunesdorf durch Bürgermeister Nicolae Mosora, von der HOG Groß-Alisch aus Deutschland durch Margarete Schuster und der Evangelischen Gemeinde aus Sachsen beglichen werden konnten. Die kleine Baufirma aus dem Szeklerland, die nach traditionellen Methoden am Werk war, wurde rundum von Elfriede Hermann und Alfred Kuttesch betreut. Allen Beteiligten an den Renovierungsarbeiten dankte Wilhelm Paul ganz herzlich. Er rief alle Landsleute auf, ihr Heimatdorf immer wieder zu besuchen und dabei auch praktische Hilfe zu leisten. „Wir kommen nicht um hier spazieren zu gehen, sondern anzupacken und nach dem Rechten zu sehen, um die kirchlichen Einrichtungen und den Friedhof für unsere Gemeinschaft und deren Nachkommen zu erhalten. Die wenigen verbliebenen Landsleute machen es uns vor und ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute in Alisch eine funktionierende Kirchengemeinde haben“, betonte Paul.

Zur Feier des Tages, gekommen waren 114 Groß-Alischer aus Deutschland und Österreich,  beglückwünschte sie Bischof Reinhard Guib in seiner Predigt für ihr „tolles Engagement, das dazu geführt hat, dass die Wunde der reparaturbedürftigen Kirche geheilt und dieser Tag gefeiert werden kann“. Er wünsche allen, sie möchten immer wieder „Spuren von Heilung und Glauben in ihrem Leben finden“.

Seitens der Orthodoxen Kirche waren der Protopop (Dechant) aus Schäßburg Ovidiu Dan und Nicolae David, Ortspfarrer der Orthodoxen Kirche aus Groß-Alisch anwesend. Sie lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirkskonsistorium der Evangelischen Kirche aus Schäßburg und das friedliche Zusammenleben aller Konfessionen in Groß-Alisch. Die Einladung zum ökumenischen Gottesdienst und der herzliche Empfang aller Christen in der Kirche sind Zeichen der Verständigung und Toleranz.

Den Gottesdienst bereicherte der Auftritt des Groß-Alischer Chores, unter der Leitung von Alfred Drotleff. Bei den „Fürbitten“ freute sich Pfarrer Hans Bruno Fröhlich auf die Beteiligung von vier Jugendlichen in siebenbürgischer Tracht: Doris Hermann, Dominik Jakobi und die Geschwister Michele und Stefan Müller.

Der gesamte Gottesdienst wurde begleitet an der, nunmehr leicht bespielbaren Orgel von Theo Halmen im Beisein von Orgelbauer Burghard Wenzel.

Das Wiedersehen in der alten Heimat begann bereits am Dienstag, den 1.September und ein emsiges Treiben machte sich im Dorf bemerkbar. Der Posaunenchor und ein, auf die Schnelle zusammengestellter, Chor probten im Gästehaus, die Kirche und der Gemeindesaal wurden hergerichtet. Der Burghof war von Baugerüsten u.a. Baumaterialien noch nicht vollständig geräumt, aber die schönen Herbstblumen, gepflanzt in den letzten Tagen mit viel Liebe von Elfriede Menning und Elfriede Hermann, schmückten die vertrauten Gehwege auf der Burg. Die neuen Lampen wurden in der Kirche montiert und auch das Amtszimmer erhielt eine neue Beleuchtung. Die ca. 200 Jahre alten Kronleuchter in der Kirche erhielten eine gründliche Entstaubung von Roswitha Homner und Ingeborg Paul, die auch gleichzeitig die fehlenden Kristalle mit neuen, aus Böhmen eingetroffenen, ersetzten.

Eine besondere Überraschung für die Besucher der Kirche war die Ausstellung „Einblicke in das Zwischenkokelgebiet“ von Martin Rill. An Hand von 20 Schautafeln erläutert der Autor die Ansiedlung von 40 Ortschaften in diesem Raum Siebenbürgens, den Baustil von sakralen Gebäuden, die Beschäftigung ihrer Bewohner vorwiegend im Weinbau und das Brauchtum.

Die freie Zeit nutzten einige angereiste Besucher mit dem Bus, für Städtebesichtigungen wie Kronstadt, Törzburg, Mediasch, Hermannstadt.

Am Samstagvormittag fand, bei schönem spätsommerlichem Wetter eine ergreifende Andacht am Friedhof statt. Zusammen mit Pfarrer Hans Bruno Fröhlich gedachte man im Gebet und einem stillen Moment seiner verstorbenen Familienangehörigen, Freunden und Bekannten. Der Posaunenchor, unter der Leitung von Georg Zakel, sorgte mit ihrer musikalischen Untermalung für emotionale Momente. Wie schon lange nicht mehr, waren die meisten Grabstätten mit Blumen geschmückt. Die HOG legte einen großen Kranz am Grab von Lehrerin und Organistin Marie Seiwerth nieder. Wilhelm Paul bedankte sich bei Pfarrer Fröhlich und dem Posaunenchor und sprach seinen Respekt, seine Wertschätzung und Anerkennung für die Alischer Gemeinschaft aus, im Besonderen bei den „zu Hause Gebliebenen“: Elfriede Hermann, Alfred Kuttesch, Elfriede Menning, Roswitha Homner, Franz Schuller, Maria Schuster.

In diesem Augenblick schlug die, seit Neuestem elektrisch betriebene, Turmuhr 12:00. Darauf läutete, wie jeden Samstagmittag, die große Glocke, auch elektrisch betrieben. Wir waren alle sehr gerührt und haben schweren Herzens den Friedhof verlassen.

Die teils nachdenklichen Gemüter konnten durch das anstehende Grillfest im Pfarrhof- und Garten, veranstaltet von der Familie Mirel und Mirela Hermann, wieder erheitert werden.

Am Sonntag nach dem Festgottesdienst, an dem Journalisten und ein Fernsehteam von der deutschen Abteilung des rumänischen Fernsehens teilnahmen, spielte die Alischer Blaskapelle, unter der Leitung von Georg Zakel, am Tanzplatz wo sich viele Dorfbewohner versammelt hatten. Es wurde, wie früher an Hochzeiten, auch getanzt.

Auf den Stufen des Gemeindesaales empfing Bürgermeister Nicolae Mosora die Gäste mit einer kurzen, herzlichen Begrüßung. Über dem Eingang prangte ein großer Spruch „Bine ați venit acasă 2015”. Die Blaskapelle begleitete dann die Gäste in den Saal.

Das Festessen, von einem Party-Service aus Schäßburg bestellt, war schmackhaft und auch die Getränketheke vielfältig. Die vier Musiker: Georg Zakel, Alfred Drotleff, Alfred Weber und Friedrich Zakel haben das ganze Geschehen musikalisch, angenehm untermalt.

Nach dem Kaffetrinken erfreute eine Tanzgruppe des „Joseph-Haltrich Gymnasiums“ aus Schäßburg mit flotten Tänzen das Publikum. Die beiden Schwestern Ilse und Rosemarie Müller führten, unter viel Applaus und Jubel, zigeunerische Tänze auf. Nach dem Abendessen lud die Party-Trio-Band zum Tanz ein. Bei guter Stimmung, zu dem Hans Jakobi durch die Bildung eines Singkreises mit Akkordeonbegleitung beitrug, wurde bis spät in die Nacht fröhlich getanzt und gefeiert.

 

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Nun ist das Werk vollbracht und wir dürfen uns zurücklehnen, einmal aufatmen und uns an unserer Arbeit freuen solange bis der nächste Ruf aus der alten Heimat folgt: „kommt wir brauchen Euch dringend“.

Wilhelm Paul, November 2015

Gedanken zur Wiedereinweihung der ev. Kirche in Gross-Alisch

,,Möge die Straße uns zusammen führen...“.

Und sie führte uns zusammen Anfang September in diesem Jahr in Groß-Alisch.

Unsere erste gemeinsame Begegnung war auf dem gepflegten Friedhof. Es war wie ein Pilgern auf die Anhöhe hinter den Gärten. Ein frisches Lüftchen hatte die brütende 

Hitze des Sommers verbannt. Als die Bläser einsetzten  erstarrten die Menschen bei ihren Gräbern. Die traurigen Weisen erklangen wie von weit her. Der Wind brachte Wortfetzen der Andacht herüber.

Es war mir als stünde ich auf geweihtem Boden stellvertretend für meinen Ehegatten, der dieses Fleckchen Erde und seine Menschen geliebt und nie vergessen konnte.

Meine Gedanken gingen weit zurück. Wie strömten die Alischer sonntags aus allen drei Gassen ins Gotteshaus um neue Kraft für die kommende Woche zu schöpfen! Sie haben schwere Zeiten nur in der Gemeinschaft überwinden können. Und jetzt? Sie legen Blumensträuße auf die Gräber und wenn sie auf Urlaub kommen ist ihr erster Gang zum Friedhof.

Ich habe auch das leerstehende, verwahrloste Elternhaus meines Mannes besucht. Das verdorrte Gras lag zwischen den Pflastersteinen, Sofies Blumen sprossen im wuchernden Unkraut, der Weinstock zeigte reiche Ernte; Einbrecher haben sämtliches Emailgeschirr aus der Küche geklaut, sogar die Herdplatten und alles Werkzeug aus dem Schuppen haben sie

mitgehen lassen.

Ich denke weit zurück: Wie saßen wir sonntags hinter dem Gassentor in fröhlicher Runde bei einer Hasen- oder Hühnertokana mit Gehacksel und einem Glas Hauswein zusammen! Einige sind uns voraus gegangen, zwei der Familie sind noch dort und behindert, sie werden liebevoll gepflegt. Es war mir ein persönliches Anliegen sie zu besuchen.

Es folgten noch manche angenehme Begegnungen mit Alischern, die ich in liebevoller Erinnerung behalten werde.

 ,,Und bis wir uns wiedersehen halte Gott uns fest in seiner Hand...“(Aus dem Irischen Segenslied)

Margarete Schuster, November 2015

 

17. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch in Nürnberg - Gartenstadt, Samstag. 25.04.2015

Fotos Fotos Fotos (Fotos 1 - 5: Dominik Jakobi, 6 - 35: Lukas Geddert, 36 - 98: Rudolf Menning)

 Traditionell begann auch unser 17. Heimattreffen am 25. April 2015 mit einem Gottesdienst.

Wir Groß- Alischer sind weiß Gott, keine besseren Christen als unsere Landsleute aus anderen Gemeinden, die schon seit Jahren auf Gottesdienste verzichten, verzichten müssen?

Aber wir dürfen, dank leicht steigender Zahl der Gottesdienstteilnehmer im Vergleich zum letzten Treffen Hoffnung schöpfen, dass der wahre Quell unseres Zusammenhaltens noch lange sprudeln mag. Den Gottesdienst als wichtigstes Bestandteil unserer Treffen zu erklären mag für viele, die gewohnt sind, anders zu feiern, merkwürdig klingen, für die Mehrheit ist es Balsam für Herz und Seele. Auch wenn in absehbarer Zeit, aus dieser kleinen Mehrheit nur noch eine Minderheit übrig bleiben sollte, so wollen wir an Jesu Worte denken: „ Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen…“, und trotzdem weiterhin Gottesdienst feiern.

Trotz schlechter Wetterprognosen blieb es an diesem Vormittag trocken. Lange vor Gottesdienstbeginn traf man sich voller Vorfreuden, vor der Emmaus – Kirche. Nach freudiger Begrüßung und herzlichen Umarmungen, konnte man locker, zufrieden und vereint die Kirche betreten, um Gottesdienst zu feiern, wie man es nur in der alten Heimat kannte.

Auf dem mehrseitigen Gottesdienstablauf strahlte auf dem Deckblatt jedem Kirchgänger die Groß- Alischer Kirche, als farbige Abbildung entgegen. Die von Traudi Teutsch schön geschmückte Emmaus- Kirche wirkte einladend und vom Altarraum grüßte der nun schon bekannte Alischer Altarengel, sowie die EV. Bruderschafts – und 1. Vereinsfahne der HOG seine eintretenden Groß- Alischer.

Gottesdienst mit Pfarrer Lothar Schullerus jun.

Anschaulicher und ergreifender kann gerade für uns Groß- Alischer, ein Gottesdienst nicht beginnen, als mit den Worten aus Johannes 15, 1-18 „ ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Gärtner,…Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht….“ Natürlich liegt es nahe, beim Hören dieser Worte an die Heimat zu denken, war doch Groß- Alisch ohne seine Weinberge, die aus sonniger Höhe, weit ins Kokeltal hinein grüßten, gar nicht vorstellbar. Das Groß-Alischer Bild wurde von seinen Weingärten geprägt. Sie strahlten auf den Reisenden und Besucher eine Höchstnote an Gastfreundschaft, Freundlichkeit und friedliche Geselligkeit aus. Gut und edel, bezeichnet Pfarrer Schullerus. Nicht nur die begehrte und beliebte „ Gutedel“ Traubensorte, sondern auch die Menschen die dort lebten. Sie pflanzten und pflegten den Weinstock nicht nur in den farmeignen Weingärten, sondern auch in den eigenen Höfen und Gärten. Es gab kaum ein Haus in Groß-Alisch, wo nicht Weinreben, ganze Häuserfronten, Tore, Mauern und Höfe zierten. Für die älteren unter uns, war das beschriebene Bild von der Weinlese, Kelter und Most naschen, etwas Greifbares. Die eingeflochtenen sächsischen Begriffe ließen so manchen in Erinnerungen schwelgen. Ja, die Weinrebe, sie war nicht nur Spenderin des guten Rebensaftes, den auch Jesus schon gemocht hat, sondern auch ein Symbol für unsere Bräuche und Sitten. Rebe und Rebensaft werden viel besungen. Exemplarisch dafür steht das Brautlied, wo es unter anderem heißt: „ De Riaw da wäll en Hauldung hun, wont amdersch gaur net guit. Em banjt sa un den Stiawel un, dat sa uch Weimern druit“. Wie die Reben, brauchen auch wir einen Halt. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.

Dieses Wort, das wir ganz besonders im Herzen tragen, hielten wir hoch und heilig. Die Siebenbürger Sachsen stellen so viele kirchliche Mitarbeiter, wie keine andere Volksgruppe.

Jesus hat sein Wort gehalten. Wir alle haben etwas erreicht, viele sogar mehr als es in Siebenbürgen möglich gewesen wäre, mehr als so mancher zu träumen gewagt hätte.

Über die Vermehrung des Weinstockes wissen die meisten noch Bescheid. Eine schöne gesunde Rebe wird in den Erdboden eingeschlagen, um eigene Wurzeln zu entwickeln und fortan als eigenständiger Weinstock zu wachsen und zu gedeihen. An uns erfüllten sich Jesu Worte: „Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe“.

So muss es gewesen sein. Gott, der gute Weingärtner, kannte unser Leid, unsere Probleme, sah, wie viel von der Schöpfungskraft unseres Volkes in der alten Heimat brach lag. Schöpferischer Geist wurde nicht gefördert, wurde vielmehr aktiv verhindert. Da liegt es auf der Hand, der Weingärtner hat die gesunden Reben in neuen Boden gepflanzt, hat sie gereinigt und siehe da, sie bringen mehr Frucht.

Wir trauern immer noch um die alte Heimat, um die guten alten Zeiten. Doch sollten wir uns fragen, was ist aus den Weingärten geworden? Sie wurden mit viel Fleiß und Schweiß angelegt und gepflegt. Nun sind sie weg, wie die Menschen, die sie anlegten und pflegten.  

Sie sind weg. Denn es lag kein Segen auf ihnen. Mit den Menschen die sie pflegten, ging auch der Segen fort.

Am Ende seiner wunderbaren Predigt, lud Pfarrer Schullerus zu Dank und Dankbarkeit auf:

 So wollen wir nicht trauern, sondern Gott danken. Wir wollen ihm danken, dass sein Wirken in dieser Welt, bei uns, sichtbar geworden ist. Dass sein Segen über uns war und auch noch ist. Dass wir bleiben dürfen an ihm, wie die Rebe am Weinstock und dass er doch auch der Rebe neuen Boden und neue Kraft gibt. Er ist der Grund auf dem unsere Väter standen. Er ist der Weg, auf den sie uns stellten. Er ist das Geheimnis vom „ Land des Segens“, dem „ Land der Fülle und der Kraft, dem „Land voll Gold und Rebensaft „.

Jesus Christus spricht: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.

 Die „Goldene Konfirmation“, ist und bleibt fester Bestandteil unserer Gottesdienste bei den Heimattreffen. Nur zwei der 17 Personen der Jahrgänge 1950 und 1952, vertreten durch Irene Fakesch (geb. Zakel) und Rudolf Kuttesch, feierten ihre Goldene Konfirmation, erneuten und bekräftigten damit ihr, vor 50 Jahren gegebenes „Ja“ zum Glauben, zur Kirche und zu Jesus Christus. Schauen wir also nicht auf die geringe Zahl, die sowieso relativ zu betrachten ist, sondern freuen wir uns, dass zwei Reben weiterhin Halt am Weinstock Jesus Christus suchen, der sie hegen und pflegen wird, damit sie weiterhin viel Frucht tragen. Wir alle brauchen diesen Halt am wahren Weinstock, wie die Luft zum Atmen. Das gilt auch zukünftigen „Gold – Konfirmanden“. Nehmen wir uns ein Beispiel an Irene und Rudolf, auch „ nur“ zu zweit, standen sie nicht einsam vor Gottes Altar, sondern getragen von allen Anwesenden. Wir sind stolz, dass sie den Mut hatten, späteren Jahrgängen den rechten Weg zu zeigen.

Die Zahl derer, die Gott zwischen unseren Treffen zu sich gerufen hat, wird stetig länger.

Begleitet vom Klang der Posaunen, schien die Liste unserer lieben Verstorbenen unendlich lang. Wir trauern um 44 liebe Menschen, die in den letzten  zwei Jahren, an verschiedenen Orten hier in Deutschland oder sonst wo auf der Welt und in der Heimat zu Grabe getragen wurden.

Unsere Aufgabe ist es, ihr Andenken in Ehren zu bewahren und ihr Vermächtnis fort zu führen. Ihr Vermächtnis, das sind die sieben sächsischen Urtugenden, die uns unsere Väter und Mütter über Jahrhunderte hinweg vermittelt haben: Freiheit, Ehre, Treue, Eintracht, Liebe für Volk und Vaterland, Freundschaft, deutscher Geist und deutscher Sinn, Urtugenden die heute noch ihre Gültigkeit haben und unserer Gemeinschaft, Zukunft gewährleisten.

Gestärkt durch das gemeinsame Abendmahl, mit neuer Hoffnung und voller Tatendrang, trat man aus dem Gotteshaus und begab sich auf den kurzen Weg zum Gesellschaftshaus Gartenstadt.

Im Gesellschaftshaus  Das gewohnte Bild. Die netten Empfangsdamen begrüßten die Gäste und überreichten ihnen das Festzeichen. Der Saal mit festlich geschmückten Tischen und auf der Bühne neben den bekannten Dekorationen und dem großen Panorama Bild der Groß – Alischer Kirchenburg, prangte noch ein Großbild vom Groß- Alischer Altar und boten damit dem Eintretenden einen herrlichen Anblick. Freundlich grüßte die ferne Heimat.

Wie schon beim letzten Treffen, war ein leises Bedauern zu spüren, dass zu Beginn, nur etwas mehr als 100 Gäste, in dem zu groß scheinenden Saal Platz genommen hatten. Man hoffte   und tröstete sich zu Recht, dass später, nach dem offiziellen Teil, spätestens aber nach Beginn des Unterhaltungsteiles, sich der Saal wieder füllen würde.

Bei guter Speise und Trank, schnell und unkompliziert serviert durch das gut eingespielte Team von Wirt Karanikos, konzentrierte man sich ausschließlich auf das Jetzt und Heute. Allgemein überwog die Freude, dabei sein zu können. Zufrieden mit Gott und der Welt, vergaß man für kurze Zeit die Alltagssorgen und plauderte locker über vergangene Zeiten, tauschte Erinnerungen und die jüngsten Neuigkeiten aus.

Ja, im Laufe von zwei Jahren sammelt sich genügend Gesprächsstoff, dass es gut und locker für mehrere Stunden reicht. Das große Bedürfnis sich wenigstens alle zwei Jahre zu treffen, miteinander zu reden und zu feiern, ist offensichtlich wie eh und je, allgegenwärtig. Keine Frage, man will auch in Zukunft dabei sein, so lange es geht, so lange man es noch kann.

Der offizielle Teil, diesmal mit Neuwahlen, ging erfreulicherweise ganz flott, unkompliziert und professionell von statten. Die Redner, in der Reihenfolge: Alfred Drotleff, Wilhelm Paul, Lukas Geddert, Hannelore Binder und Wilhelm Alischer , nun schon erprobte und erfahrene Leute, brachten ihre Beiträge in komprimierter Weise, wie selten zuvor. Mit anderen Worten, sie kamen schnell auf den Punkt und das kam sehr gut an.

 Alfred Drotleff, der 2. Vorsitzende der HOG Groß- Alisch, machte traditionell die üblichen Begrüßungen und organisatorische Angaben zum Ablauf des Treffens.

Wilhelm Paul der 1. Vorsitzende, hieß die Anwesenden herzlich willkommen zum 17. Heimat- Treffen und dankte, dass sie mithelfen, diese Tradition zu erhalten.

Sein besonderer Dank ging an die Gestalter, Mitwirkenden und Vorbereiter des Gottesdienstes, an Pfarrer Lothar Schullerus und seine Ehefrau Hiltrud, an Kurt Gehann, Georg Zakel, Alfred Drotleff und Traudi Teutsch. Ein herzlicher Dank ging auch an die Empfangsdamen und an den Wirt Karanikos.

Er sprach nun, 32 Jahre seit dem 1. Groß-Alischer Treffen in Langen/Hessen, erstmalig von

 „unserem Fest“. Alle zwei Jahre ein „ Fest“ feiern, widerspiegelt besser das Gefühl der Freude, dass uns zu unseren Heimat- Treffen begleitet. Natürlich freut man sich weniger auf den Bericht des 1. Vorsitzenden, als auf das Wiedersehen, den Austausch untereinander, das gemeinsame Singen und Tanzen, aber dessen Notwendigkeit und seine Wichtigkeit, steht außer Zweifel. Gerade wo der aktuelle Vorstand seine vierjährige Tätigkeit beendet, sollen die Mitglieder der HOG erfahren, was dieser geleistet hat und das ist aller Ehren wert.

Wird doch unsere HOG, gerne als Vorbild im Rahmen des Dachverbandes der HOG`s zitiert: „Bei den Groß- Alischern tut sich was!“.

Was sich tut, getan hat, sollen durch den Bericht alle erfahren:

Unser Heimatreffen jährt sich zum 17.Mal, das Lichtertsingen zum 5. Mal, der Trachtenzug in Dinkelsbühl zum 6. Mal, das Grillfest in Gebersdorf zum 3. Mal, die „Groß- Alischer Nachrichten“ eraschienen zum 13. Mal. Am 6. September findet das 3. Heimattreffen in Groß- Alisch statt, wir haben mit Stolz unsere 1. Vereinsfahne der HOG Groß-Alisch e.V. anfertigen lassen.

Auch die ununterbrochene Arbeit und Hilfe in der fernen Heimat in Groß- Alisch, dürfen nicht unerwähnt bleiben:

Die Kirche ist außen renoviert, die Ringmauer wird in diesem Frühjahr fertig. Das Geld für die Renovierungsarbeiten kam vom Verkauf der Schule.

Das Glockenläuten wurde letzten Sommer auf Elektrobetrieb umgestellt. Die Turmuhr erhält im Juni ihre letzte Feinjustierung, danach soll sie auf Elektrobetrieb umgestellt werden. Die Kosten übernahm in beiden Fällen die HOG.

Die Orgel wird schrittweise restauriert, soweit Spenden zu diesem Zweck eingehen. Hervor zu heben ist die großartige Hilfe von Margarete Schuster, die einen beträchtlichen Teil der Kosten übernommen hat.

Der Friedhof in Groß-Alisch und seine Instandhaltung ist und bleibt eine große Herausforderung. Unsere Beiträge als Eigentümer der Grabstätten, werden hier sinnvoll  eingesetzt. Wir gelten  nicht zufällig als Friedhof- Modell im Kokelgebiet. Er wird exemplarisch gepflegt.

Das alles können wir mit eigenen Augen sehen. Am 6.September sind alle eingeladen, an der „ Einweihung der renovierten Kirche“ in Alisch teilzunehmen.

Zu diesem Anlass las und kommentierte unser 1. Vorsitzender das Grußwort der Evangelischen Landeskirche aus Rumänien, im Namen von Bischof Guib, vor. Darin bedankte er sich für die beispielhafte Tätigkeit der HOG, und freute sich auf das Heimattreffen in Groß- Alisch. Es ist eine hohe Würdigung der erbrachten Leistungen, die aus eigener Kraft, ohne Fremdhilfe- und  Mittel zu bemühen oder ewig darauf zu warten, erfolgten.  

Es folgten wichtige Informationen zu unseren „ Groß- Alischer Nachrichten“ mit der Bitte, rechtzeitig über Jubiläen, Vermählungen und das Ableben von Groß-Alischern weltweit, Bescheid zu geben, wenn diese in unserem Informationsblatt veröffentlicht werden sollen, beziehungsweise die Glocken in der fernen Heimat läuten sollen.

Am Infotisch, bei Anni Binder und Inge Paul konnten auch in diesem Jahr Bücher, Broschüren oder Hefte erworben werden, die Erfassungsdaten aktualisiert, Beiträge gezahlt und Einsicht in die Liste der nun elektronisch erfassten Gräber am Friedhof in Groß-Alisch zu nehmen. 

Die älteste Dame auf unserem Treffen war auch in diesem Jahr Irene Zakel. Sie verzichtete auf charmante Weise auf den traditionell überreichten Blumenstrauß zu Gunsten der Zweitältesten, Katharina Paul (geb. Kuttesch), die sich sichtlich darüber freute. Wir sind froh, dass beide sich noch bester Gesundheit erfreuen dürfen und hoffen, sie auch auf folgenden Treffen in unserer Mitte begrüßen zu dürfen.

Auf die Tombola, eine Spende von Lukas Geddert (aus Pruden), wurde in besonderer Weise aufmerksam gemacht, soll doch der Erlös nach Groß- Alisch gehen und dort zur diesjährigen Weihnachtsbescherung verwendet werden. Der edle Spender (ehemals Schüler der Volksschule in Groß-Alisch), war persönlich dabei und lies es sich nicht nehmen, mit wenigen Worten die Leistungen der HOG Groß-Alisch hervor zu heben und vor allem den Vorbildstatus der HOG und das Ansehen ihres Vorsitzenden Willi Paul im Rahmen des Dachverbandes der HOGes zu bestätigen.

Auch der Kassenbericht von Hanelore Binder zeugt von verantwortungsvollem Umgang und Einsatz unserer Gelder.

Es folgten Neuwahlen des Vorstandes der HOG begleitet und geleitet von Wilhelm Alischer. Der amtierende Vorstand wurde nun auf die Bühne gebeten. Außer Kurt Freitag waren alle anwesend. Einstimmig wurde der Vorstand entlastet und aufgefordert für noch eine Amtszeit zu kandidieren. Auf der Basis einer hervorragenden und erfolgreichen Zusammenarbeit entschloss sich der gesamte Vorstand, sich dieser Wahl zu stellen. Da es trotz mehrfacher Aufforderung keine zusätzlichen Kandidaten gab, wurde im Block abgestimmt. Einstimmig wurde aus dem alten nun der neue Vorstand der HOG Groß-Alisch gewählt und bestätigt wie folgt: Wilhelm Paul, Alfred Drotleff, Georg Albert Schuster, Hannelore Binder, Horst Fakesch, Erika Schuster, Kurt Freitag, Irmtraud Teutsch, Helmut Homm.

Mit einem Applaus für den neuen Vorstand, aber auch dafür, dass der Ablauf in Ruhe, schnell, unkompliziert und alles andere als langweilig, stattfand, endete der offizielle Teil. Erfreulicherweise war bis zum Unterhaltungsteil noch genügend Zeit für einzelne Gespräche,  fröhliches Beisammensein, zum Kaffee und Kuchengenuss.

 

Unterhaltungsteil unseres Treffens: Da ging die Party richtig los.

Party-Duo, Fredy und Georg legten gleich richtig los und die Tanzfläche füllte sich.

Wenn jemand geglaubt hatte, in Zukunft brauchen wir nur noch einen kleineren Saal, ohne oder mit kleinerer Tanzfläche, sollte im Laufe dieses Abends eines Besseren belehrt werden.

Zur Freude der schon Anwesenden fanden sich immer mehr junge, tanzfreudige Gäste ein.

Es gab eine Wiederholung, eine Neuauflage unseres letzten Treffens. Die Jugend war urplötzlich wieder da. Lichtscheue Wesen die sich nur bei Anbruch der Dunkelheit hinaus trauen? Mitnichten, unsere Jugend liebt das hell beleuchtete Tanzparkett. Will sich hier zeigen und zeigt sich geselliger und unterhaltungsfähiger, wie eh und je. Das macht Hoffnung, gibt Sinn für weitere Treffen in gleicher Form und alter Stätte.

Deswegen fiel auch die anstehende Entscheidung, ob das nächste Treffen auch hier im Gesellschaftshaus Nürnberg Gartenstadt stattfinden kann schon früh am Abend, mehr als leicht. Unser 18. Treffen findet, Dank so vieler begeisterter Teilnehmer, am 30. April 2017 an gewohnter Stelle statt.

Zwar konnte man nicht an vergangene Zeiten, wo dieser Saal aus allen Nähten zu platzen schien anknüpfen, aber vom Gefühl her, war dieser Saal voll. Und das ist es, was zählt.

Wir wollen uns freuen, dass so viele Beteiligte dabei waren und nicht trauern, dass früher ihre Zahl höher lag. Bleiben wir also bei unserem gesunden Optimismus, das Glas ist und bleibt halbvoll, keineswegs halbleer.

„Wo man singt da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“. Wir Groß- Alischer lieben und singen unsere altbekannten Lieder gerne, wie in guten alten Zeiten am liebsten gemeinsam, im wahrsten Sinne, aus voller Brust. Der Kreis der Sänger um Hans Jakobi, der uns auf seinem Akkordeon begleitete, wurde größer und größer. Immer mehr Singfreudige kamen hinzu. Der Kreis füllte die ganze Tanzfläche und der Saal stimmte mit ein. Herrlich anzusehen, ein Augenschmaus, ein Gefühl wie es vielleicht nur die erfolgreichen Bayernspieler mit ihrer Aussage  „mir san mir“ noch haben dürften. Unsere Antwort darauf sollte lauten „Mer wallen bleiwen wat mer senj“  stolz auf unsere Herkunft, auf unsere Väter, auf unsere Kultur, Tradition und Bräuche, diese in der neuen Heimat bewahren, in Ehren halten und nach Möglichkeiten, zur Sprache und Ausdruck kommen lassen. Singen und Feiern gehören allemal dazu.

Während die Party im vollen Gange war, nahte für einige, meist ältere Teilnehmer schon das unabwendbare Ende dieser Veranstaltung. Wenn auch die eine oder andere Träne das Auge trübte, blieb die Freude dabei gewesen zu sein, ungetrübt. Ungetrübt bleibt auch die Hoffnung auf ein freudiges Wiedersehen, die Sehnsucht nach bleibender und anhaltender Gesundheit und die Gewissheit am gemeinsamen festen Halt, am wahren Weinstock Jesus Christus.

 Je mehr man auf Mitternacht zusteuerte, umso moderner und flotter wurde die Musik. Die Tanzfläche schien zeitweise, optisch zu klein. Und doch war das Gedränge nicht so groß wie man es aus der Disco kennt. Grund für die Jugend, sich richtig zu entfalten. Den Rahmen dazu wollen wir ihnen auch in Zukunft geben. Wir sind froh und mächtig stolz, dass ihr dabei seid und würden uns freuen euch auch in der Kirche und beim öffentlichen Teil, sowie als zukünftige Kandidaten für den Vorstand begrüßen zu dürfen.

Euch Jugendlichen und Junggebliebenen gehört die Zukunft! Macht was draus!

Sucht den Halt, den ihr braucht bei Jesus Christus, wie die Reben am wahren Weinstock und  ihr werdet, wie von ihm versprochen, viel Frucht bringen.

Bleibt gesund, bis zum nächsten Mal.

Euer

Helmut Homm

 

Fotos Fotos Fotos (Fotos 1 - 5: Dominik Jakobi, 6 - 35: Lukas Geddert, 36 - 98: Rudolf Menning)

 

Der Lichtertgottesdienst in der St. Andreas Kirche

Am 3. Adventsamstag 2014 versammelten sich  die Groß-Alischer und ihre Freunde in der St. Andreas Kirche in Nürnberg-Kleinreuth um die frohe Botschaft des Lichtes, die durch den traditionellen Lichtert symbolisiert wird, zu empfangen. Es ist das zweite Mal, dass der Gottesdienst in dieser Kirche stattfand. Leider wurde auch in diesem Jahr der Lichtertgottesdienst in dem Gemeindebrief der St. Andreas-Kirche für Dezember 2014 nicht erwähnt. Aus diesem Grund, konnten sich die dazugehörenden Mitglieder nicht daran beteiligen.

Eingestimmt wurde der Gottesdienst von der Empore mit festlichen Posaunenklängen gespielt von Georg Zakel und Alfred Drotleff. Es erklang das bekannte Lied „Tochter Zion“. Anschließend  begrüßte Pfarrer Lothar Schullerus jun. seine Landsleute im Alischer Dialekt und freute sich diesen Gottesdienst, den er noch aus seiner Kindheit kennt, gestalten zu dürfen. Parallelen  zwischen der Frühkirche am 1. Weihnachtstag in Groß-Alisch und dem heutigen Lichtertgottesdienst lassen sich nur schwer herstellen. Trotzdem ist es beachtenswert, dass diese schöne Tradition wieder aufgegriffen wurde.

Unter dem Bibelspruch „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Off.2,10), erinnerte Pfarrer Schullerus in seiner Predigt an den Grund unserer Zusammenkunft, einen alten Brauch zu pflegen, der bis heute seinen tiefen Sinn nicht verloren hat.

Ein langer Weg liegt hinter uns und jeder hat seinen Platz gefunden, einen Rastplatz auf dem Weg des Lebens. So leben wir hier und denken zurück an die Menschen mit denen wir viele Male am Morgen des 1. Christtages in die Groß-Alischer Kirche gingen um „bam Lichtert“ zu singen. Viele von ihnen leben nicht mehr oder sind verstreut in aller Welt. Dieser schöne Brauch wird leider in der Heimatkirche nicht mehr gepflegt.

Bis in die 60ger Jahre wurden in Groß-Alisch acht Lichtert gebunden. Heute binden wir in Nürnberg nur noch einen. Dieses symbolische Kunstwerk erfreut sich großer Beliebtheit und lockt von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher in den Lichtertgottesdienst.

„Dies ist der Tag den Gott gemacht“ wurde im Wechselgang gesungen. Es ist das alte Weihnachtslied aus Groß-Alisch.  Die sieben Kerzen aus dem Siebengestirn, welches symbolisch dem Abendstern gleichgestellt wird, zeigen uns mit ihrem Licht, dass eine neue Zeit, ein neues Jahr kommt.

Die Anwesenheit der vielen Kinder und ihr Mitwirken am Gottesdienst durch das Vortragen von Gedichten (Leo Maximilian Seiler und  der Jugendgruppe unter der Leitung von Hannelore Binder) sowie auch  das Singen von Weihnachtsliedern (Sarah und Rebekka Seubold) waren eine Bereicherung und ein Beweis, dass sie in diesem Gottesdienst eigentlich im Mittelpunkt stehen.

Mit der Kinderbescherung, die auch dieses Mal 22 Kindern große Freude bereitete, näherten wir uns dem Abschluss des Gottesdienstes. Mit Orgelbegleitung durch Kurt Gehann und dem Posaunenchor sang die Gemeinde „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“. Nach dem gemeinsamen Gebet begleitete der Posaunenchor den Ausgang musikalisch mit dem Lied „Fröhliche Weihnacht überall“.

Die anschließende Adventsfeier im Gemeindehaus der St. Andreas-Kirche wurde für viele Landsleute ein kleines Heimattreffen. Bei Kaffee und Selbstgebackenem  und beim Klang von Weihnachtsliedern in Begleitung des Posaunenchores, kam besinnliche Weihnachtsstimmung auf.

Allen Helfern, die zur Gestaltung des Gottesdienstes und der anschließenden Feier beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Albert Schuster

Predigt

anlässlich des Gottesdienstes Leuchtersingen 2014

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“.(Off.2,10)

Liebe Brüder und Schwestern,

„Merr wallen bleiwen wat mer sejn, Gott helf eus entzt och ängden, mer wässen wat mer schäldich sejn, den Duden och de Kängden“.

So beginnt das Lied, welches wir von den Vätern gelernt haben. In seinem Sinne sind wir versammelt um einen alten Brauch zu pflegen, einen Brauch, der bis heute nicht seinen tiefen Sinn verloren hat.

Ehe es den Weihnachtsbaum gab, gab es den Leuchter. Gebunden aus Immergün oder wie es in Siebenbürgen heißt: Wintergrün, wurde der Leuchter in Form einer Krone mit den Symbolen des Lebens versehen. Das Grün der Pflanzen und das Licht der Kerzen, beide stehen für das Leben.

Sie erinnern uns an die Worte Jesu:“Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich“. Oder: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird da Licht des Lebens haben“.

Wir haben einen langen Weg hinter uns. Lang in der Zeit und auch lang an Kilometern. Weit über 1000 Kilometer trennen viele von dem Ort, wo sie geboren wurden, wo Jahrhunderte lang der Leuchter am Weihnachtsmorgen verkündete: „Es wird wieder Licht!“. Wir haben jeder seinen Platz gefunden, einen Rastplatz auf dem Weg des Lebens. Es ist ein komfortabler Rastplatz, nicht wie bei Maria und Josef ein Stall und eine Krippe. Und doch sind wir auch müde geworden von dem Weg, am Ende des Jahres, wie Maria und Josef, am Ende einer Reise. Wir sind müde von der Arbeit eines Jahres, von den Anforderungen des Lebens, wir ruhen uns aus in diesem Land, das uns Gastfreundschaft gewährt, wie unsere Vorfahren oft in Jahrhunderten Gastfreundschaft für seine Bürger gewährten. So schrieb Max Moltke, als politischer Flüchtling in Kronstadt: Siebenbürgen, Land der Duldung, jedes Glaubens sichrer Hort, mögst du bis zu fernen Tagen, als ein Hort der Freiheit ragen und als Wehr dem freien Wort“.

Wie für Maria und Josef im Stall in Bethlehem auch nur ein Rastplatz war, auf  ihrem Weg durch die Welt, und sie weiter mussten, in Sicherheit nach Ägypten und dann nach Nazareth, so rasten wir hier und denken zurück an die, welche nicht mehr unter uns sind. Mit denen wir viele Male am Morgen des Weihnachtstages zur Leuchterkirche kamen. An schöne Stunden an den Tagen, an welchen das Licht nicht nur abends in vielen Kerzen auf den Gräbern vom Friedhof  leuchtete, sondern auch wieder anfing länger zu bleiben.

Es erinnert uns, dass wir noch immer unterwegs sind. Das wir zwar rasten dürfen, aber weiter müssen, dem Ziel entgegen. Mit ihnen verbindet uns die große Verheißung: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“. Denn das Ziel ist nicht ein komfortabler Rastplatz, sondern die Krone des Lebens. Sie steht vor uns, die Krone des Lebens. Oder besser gesagt ihr bescheidenes Abbild. Sie spricht zu uns, vom Leben, das auch unter dem Schnee des Winters nicht vergeht, sondern rastet und wartet, bis der Frühling wieder kommt. Sie spricht zu uns aber auch vom Ziel, von der wunderbaren Krone des Lichtes, die auf uns wartet. Die sieben Kerzen – das Siebengestirn – spricht zu uns von der Vollkommenheit im Licht.

Dies ist der Tag den Gott gemacht“, haben wir gesungen. Das Lied ist auch in der Schweiz das alte Weihnachtslied. In den dunkelsten Tagen des Jahres, sprechen wir nicht von der Dunkelheit, sondern von dem TAG. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. Und die Kerzen zeigen uns mit ihrem Licht, dass eine neue Zeit, ein neues Jahr kommt. Was wird es uns bringen? Der Apostel schreibt: „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“(Heb.13,8). Das erwarten wir vom kommenden Jahr. Wie haben wir doch als Kinder beim Neujahrswünschen aufgesagt: „Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen“. Mit ihm, dem Kind in der Krippe, das mit Migrationshintergrund geboren wurde, wollen wir einige Zeit rasten. Bei ihm wollen wir bleiben: „Mer wallen blaiwen wat mer senj, Gott hälf eus entzt och ängden, mer wässen wat mer schäldig senj, den Duden och de Kängden“. Mit ihm wollen wir dann weiter gehen, dem Ziel entgegen, der Krone des Lebens.

Dies ist der Tag den Gott gemacht“. Er hat nur 24 Stunden aber er erinnert uns an den großen Tag, dem keine Nacht folgt. Dann werden wir die strahlende Krone des ewigen Lebens erhalten, werden selber zum Leuchter werden im strahlenden Licht der Ewigkeit.

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ – so spricht und verheißt der Auferstandene. Bis dahin aber wollen wir allen danken, die diesen Leuchter als Krone des Lebens gebunden haben, diesen Gottesdienst mitgestaltet haben und allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen.

Pfarrer Lothar Schullerus jun.

Nesslau / Schweiz      

 

Groß-Alischer „Lichtert“ in neuem Gewand

Man muss erfinderisch sein wenn es darum geht alte Bräuche aus der Heimat wieder aufleben zu lassen. So auch mit dem traditionellen Lichtertbinden.

Wir wollten, wie es in Groß-Alisch jahrzehntelang Brauch war, den Lichtert aus Wintergrün oder Immergrün binden. Diese Pflanze (bot. Vinca minor) findet man im Raum Nürnberg in Hülle und Fülle, da sie aber unter Naturschutz steht, ist das Abschneiden verboten. Trotzdem gelang es engagierten Helfern, das kostbare Grün aus Privatgärten zu sammeln. Irgendwann stößt auch dieses Unterfangen an Grenzen.

In Groß-Alisch wächst das Wintergrün im ehemaligen Kirchenwald, dem Dalebäsch, wie eh und jeh. Es erklärten sich auch Menschen vor Ort bereit, das Wintergrün für uns zu sammeln und in Säcken, per Kurier, nach Deutschland zu schicken. Die Freude und der Stolz der Groß-Alischer war unbeschreiblich. Nun entstand vor unseren Augen das vertraute Kunstwerk, das in sich so viele Erinnerungen barg. Der Zuspruch der Groß-Alischer bundesweit war überwältigend. Von weit her kamen Landsleute angereist, um sich an dem Anblick des geliebten Lichterts zu freuen und dem Gottesdienst beizuwohnen.

Bald aber kam die Ernüchterung. Das Sammeln und der Transport von Wintergrün aus Rumänien nach Deutschland wurde immer teurer, so dass wir uns entschieden, den Lichtert ab diesem Jahr, mit Tannengrün zu binden.

Erwin Paul übernahm die Verantwortung und zusammen mit seiner Frau Ingrid stellten sie ihren Hobbyraum für das Lichtertbinden zur Verfügung. Am 2. Adventsamstag fanden sich 15 fleißige Helfer ein, um einen schönen Lichtert aus Tannenzweigen zu binden. Geschmückt mit weißen Papiersternen (angefertigt von Ilse Schmidt), weißen Girlanden (von Frieda Homner) und weißen Kerzen, dessen Spitze mit dem Siebengestirn geschmückt ist, sieht der Lichtert aus wie „zu Hause“.

Erfinderisch waren unsere Landsleute allemal, so erlebte auch der Lichtert in Groß-Alisch in seiner Geschichte etliche Veränderungen. Leider wissen wir nicht wie der Lichtert Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat. Überliefert wurde nur, dass es ihn gab, seine Ausschmückung sich aber von dem heutigen Lichtert unterschied. Meine Großeltern (geb. 1888) erzählten, dass er in ihrer Kindheit ebenfalls mit Wintergrün gebunden, mit bunten Bändern und aus einfachen Materialien hergestellten Sternen, Blumen und Girlanden geschmückt war. Meinem Vater wurde 1924 der 1. Lichtert vor dem Altar zugewiesen. Das Gestell bestand aus Holz. Umwunden wurde das Holz mit Wintergrüngirlanden. Pflicht beim Ausschmücken waren erstmals die 12 Kerzen, symetrisch angeordnet auf die Kerzenhalter, und das „Siebengestirn“ an der Spitze der Krone. Alle acht Lichtert, die in der Kirche aufgestellt waren, hatten die gleiche Größe und die gleiche Ausschmückung.

Den nächsten Wandel erlebte der Lichtert ab 1943. Auf Empfehlung der Pfarrersgattin Alida Schaser wurde „das bunte Gehänge aus Fähnchen und Girlanden“ weggelassen und exclusiv weißer Schmuck in Form von Papiersternen, Girlanden (aus Krepppapier oder Puffmais) und weißen Kerzen verwendet. An der Spitze des Lichterts das Siebengestirn, bestehend aus sieben weißen Kerzen, befestigt. Diese Variante fand bei den Groß-Alischern große Akzeptanz und wird bis heute gepflegt.  

Die Zahl der Konfirmanden in Groß-Alisch verringerte sich in den folgenden Jahren, was sich negativ auch auf die Pflege dieses Brauchtums auswirkte. Die Schülergruppen fertigten, mit Hilfe der Eltern, ab 1959 nur noch sechs der ursprünglichen acht Lichtert an. In den 1960er Jahren reduzierte man, aus Helfermangel, die Zahl auf vier. Im Chorraum der Kirche stand ab 1975 kein Lichert mehr, sondern nur der geschmückte Tannenbaum. Die vier Lichtert waren im Kirchenschiff verteilt. Das Sammeln von Wintergrün wurde immer beschwerlicher, da  nunmehr die Eltern der Konfirmanden diese Arbeit gänzlich übernehmen mussten. So entschied das Presbyterium ab 1976 das Binden des Lichterts mit Tannengrün. Ab 1985 wurden nur noch zwei Lichtert gebunden. Das Holzgestell wurde durch eines aus Metall ersetzt. Doch blieb das Ausschmücken, wie oben beschrieben, erhalten. Die massive Auswanderung nach der Wende brachte auch diesen schönen Brauch zum Erliegen, so dass 1992 die letzten zwei Lichert gebunden und geschmückt wurden.

Bam Lichtert sanjen

Das Singen der Schulkinder und Konfirmanden in der Frühkirche um 6 Uhr am 1. Weihnachtstag nannte man in Groß-Alisch Bam Lichtert sanjen. Aufgeteilt in acht Gruppen um jeweils einen Lichtert sangen die Kinder im Wechsel das Kirchenlied „Dies ist der Tag den Gott gemacht“ von Christian F. Gellert. Das Quempassingen („Quem pastores laudavere“) hatten die Groß-Alischer nach dem 1. Weltkrieg durch das o.g. Lied ersetzt, da es den traditionellen Wechselgesang nach dem Vorbild des lateinischen Liedes ermöglichte.

Im Laufe der Zeit waren immer weniger Kinder im Dorf, folglich auch weniger Lichtert in der Kirche. Der Wechselgesang wurde teils von den Erwachsenen unterstützt. Die Tradition blieb bis 1992 erhalten.

In der St. Andreas Kirche in Nürnberg, wo der Lichtertgottesdienst stattfand, bildeten sich in diesem Jahr zwei Gruppen, die im Wechsel das Lied „Dies ist der Tag den Gott gemacht“ anstimmten. Die letzte Strophe sangen alle zusammen mit Orgel- und Posaunenchorbegleitung.  

                                                                                                                            Wilhelm Paul

 

Klassentreffen in Schweinfurt

Am 04.10.2014 trafen sich die Jahrgänge 1953 - 1958 zu einem wunderbaren Klassentreffen.

Ja es war wunderbar, harmonisch, ausgeglichen und fast schon selbstverständlich, dass sechs verschiedene Jahrgänge zusammentrafen, miteinander feierten, sich austauschten und sich freuten ein paar schöne Stunden gemeinsam verbringen zu dürfen. 40 – 45 Jahren nach unserem Schulabgang der Volksschule in Groß-Alisch ist der Altersunterschied längst kein Thema mehr. Alter spielt irgendwann im Leben keine große Rolle mehr, es sei denn, es handelt sich dabei um eine Flasche Wein.

Bei unserem ersten Treffen in dieser Form, sprach ich von einem Novum von einem   „Außergewöhnlichen Klassentreffen“, fünf Jahre später war das Motto „ Gemeinsam sind wir stärker“, diesmal finde ich es einfach „ WUNDERBAR „. Zwar heißt es in einem Lied „ Wunder gibt es immer wieder… „, da möchte ich ergänzen, bei uns alle fünf Jahre.

Nach den Stationen Bildungszentrum/Kolping, Hotel und Naturfreundehaus, waren wir nun im Pfarrzentrum St. Kilian. Dank Erika Schuster, wir sind froh dass wir sie haben, ihrem großartigen Organisationstalent und ihrem beispiellosen Einsatz gemeinsam mit ihrem Ehemann Richard sowie ihrer Schwester Rosemarie mit Partner, durften die meisten von uns, zwei unvergessliche Tage genießen und diese wunderbare fränkische Stadt Schweinfurt kennenlernen.

Gut die Hälfte der 27 Absolventen, bzw. der über 50 Gäste mit Partner, reisten, bei herrlichem Wetter am Tag der Deutschen Einheit (3.Oktober), an. Geplant war ein Treffen bei der so berühmt, berüchtigten „Schweinfurter Schlachtschüssel“. Da diese, wegen zu großer Nachfrage an diesem Feiertag, für unsere relativ kleine Gruppe, zu Gunsten einer Großveranstaltung vom Metzger abgesagt werden musste, schüttelte Erika und ihr Team, ein Reserveangebot aus dem Ärmel.

Überraschte und staunende Gäste, wurden von ihren Unterkünften oder buchstäblich von der Straße aufgelesen und in ein naheliegendes, ehemaliges Schützenhaus gebracht. Dort warteten schon liebevoll gedeckte Tische mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken und Erika mit der Neuigkeit, dass wir nach kurzer Stärkung, an einem geführten Stadtrundgang teilnehmen könnten. Bei diesem schönen Wetter, mit beinahe hochsommerlichen Temperaturen, wurde dieses tolle Angebot, ohne Ausnahme mit Begeisterung angenommen. Bis zum Treffpunkt im Zentrum und nachher zurück, übernahmen die Schweinfurter mit ihren Autos die Transfers, ein fürstlicher Service.

Unsere Führung begann direkt neben dem imposanten Rathaus. Auf dem Rossmarkt war noch eine kulturelle Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Gange die störte uns aber nicht weiter, denn unser erfahrener Stadtführer lieferte uns wertvolle Informationen über diese, im Laufe der Geschichte, strategisch wichtige Stadt. Die Entstehung dieser, für die meisten von uns weniger bekannten Stadt, liegt weit über 1200 Jahren zurück. Heute sind die Schweinfurter stolz auf viele Sehenswürdigkeiten, die   von einer bewegten, traditionsträchtigen und teilweise ruhmreichen Vergangenheit zeugen.

Wir erfahren Details über, Reformation, Nutzung des Mains, Stadtverderben und Wiederaufbau über die furchtbaren Zerstörungen im 2. Weltkrieg, aber auch über Architektur, Nutzung des Mains und den Bau in nur zwei Jahren (1570-1572) des Rathauses sowie über die Gründung der Kugelfabrik 1890 und die Einweihung des neuen Mainhafens „Sprung über den Main“ usw. Auf unserem Rundgang kommen wir an Museen, Kunsthalle, Stadtbücherei, Kirchen und Denkmälern vorbei.

Es fallen Namen von berühmten Söhnen der Stadt wie, Olympia Fluvia Morata, Friedrich Rückert, Georg und Otto Schäfer, Gunther Sachs. Ein buchstäblicher Höhepunkt war der Schrotturm, den wir dank unseres umsichtigen Stadtführers, auch von innen besichtigen durften und von ganz oben, einen wunderbaren Panoramablick über Stadt, Main und Umgebung hatten.

Es ging durch enge interessante Gassen, die mit ihren bunten Häusern und Türmen, stark an Schäßburg und an viele andere schöne Orte unserer geliebten alten Heimat erinnerten.

Wir lernten die Zürch kennen, gingen den Philosophengang entlang, am oberen Wall, an Pulvertürmen vorbei, sahen den unteren Wall mit Grünanlagen, blieben an der St. Salvator Kirche stehen um uns das Wetter erklären zu lassen an das viele Schweinfurter noch heute glauben. Es heißt wenn der Posaunenengel auf dem Kirchturm, Richtung Stadt blasen tut, gibt es schönes Wetter. Wir konnten uns davon überzeugen und wussten endlich, wem wir das gute Wetter zu verdanken haben. Die Tour endete wo sie begonnen hatte. Wir durften uns noch aufrichtig bei unserem Führer bedanken und von ihm verabschieden.

Froh und tief beeindruckt von dieser tollen Alternativlösung, die so herrlich zum Wetter gepasst hatte, hat man ja normalerweise zu dieser Jahreszeit selten genug, fanden wir uns an den anfangs erwähnten, liebevoll gedeckten Tischen, nun zu einem Abendessen wieder. Der tolle Nachmittag und die aufgetischten Gerichten, stellten die vermeintlich entgangene Schlachtschüssel, gänzlich in den Schatten. Dieser wunderbare Abend endete erst gegen Mitternacht. Man trennte sich zu einer geruhsamen Nacht, voller Vorfreude auf den kommenden Tag.

Die Sonne weckte uns am nächsten Morgen. Der kurze Spaziergang zum Pfarrzentrum St. Kilian war wie ein Frühjahrserlebnis, er wirkte befreiend und tat gut.

Zum Sektempfang fanden sich auch die Direktangereisten ein. Auch sie hatten gute Laune, Spaß und Frohsinn im Gepäck. Es ging zu wie in einem Taubenschlag. Innige Umarmungen, fröhliches Lachen und ehrliche Komplimente wurden getauscht. Geprägt von unendlich viel Lebenserfahrung, Ereignissen und erfüllten oder unerfüllten Träumen, hatte man viel zu erzählen und genau so viel zu fragen. Redensdrang und Neugierde hielten sich die Waage.

Das Mittag –und Abendessen waren köstlich und bekömmlich. Danach und dazwischen gab es ein reichhaltiges, vielfältiges und gut sortiertes Kuchenbuffet, eine Augenweide für alle Feinschmecker, Leckermäulchen und Naschkatzen.

Und sie war dabei, unsere Lehrerin Frau Paul, unsere „Trinitante“. Sie hatte ihr Versprechen gehalten. Sie war wiedergekommen und strahlte einen unerschütterten Optimismus aus, einen Optimismus der seinesgleichen sucht. Immer noch, hatte Sie gute Ratschläge, Tipps und wertvolle Weisheiten auf Lager.   Es ist bestechend und ansteckend wie begeisternd und motivierend sie immer noch auftritt.

Ehre wem Ehre gebührt, Grußworte, Danke sagen und kleine Aufmerksamkeiten verteilen, sind ganz kleine Entschädigungen für größere oder kleinere Mühen und Aufwand die im Vorfeld und bei diesem Treffen betrieben wurden. Zugleich sollen sie Antrieb und Motivation zum Weitermachen sein.

In der Kürze liegt die Würze, die relativ wenigen aber absolut ehrlichen Worte kamen von Erika Schuster, Fredy Drotleff, Andreas Paul, Georg Schuster und natürlich von unserer lieben Trinitante, deren Worte Hoffnung und Zuversicht, als Lichtblick für die Zukunft erstrahlten. Die zuständigen Klassensprecher Alida Binder, Helmut Homm, Edeltraud Zakel, Erika Schuster, Alfred Drotleff und Georg Schuster, gelobten nach Kräften und Gesundheitszustand auch in Zukunft alles zu geben um weitere Treffen zu ermöglichen.

Die Verdauungspause diente zum Fotografieren. Zur Erinnerung und Andenken an diesen unvergesslichen Tag, wurden viele Fotos gemacht. Eine Fotomontage zauberte Rosemarie noch rechtzeitig, für jeden Teilnehmer zum Mitnehmen zusammen.

Aus unserem bekannten und allseits beliebten Party Trio, spielte diesmal das Duo Fredy und Georg auf. Es gelang ihnen vollends sehr gute Stimmung zu machen, es wurde getanzt, geschunkelt und gesungen. Jedermann fühlte sich wohl und feierte teilweise ausgelassen mit musikalischer Begleitung bis zur Polizeistunde. Aber auch danach hielt die gute Laune noch lange an. Es wurde lustig gesungen, gewitzelt und viel gelacht. Nach dem leckeren Fettbrot mit roten Zwiebeln und sauren Gurken, liebevoll vorbereitet von Alida Binder und Hermine Paul, mundete auch der gute Wein wieder besser. Die fröhliche Gesellschaft schien unzertrennlich, man schob den Abschied mehr und mehr hinaus.

Der Abschied, die Trennung, das Unvermeidbare rücken immer näher. Dann ist es so weit, das Klassentreffen ist nur noch Geschichte. Eine wunderbare Geschichte geht zu Ende. Was bleibt sind die schönen Erinnerungen, der Trost und die Hoffnung, dass man sich bald wiedersehen wird.

Einige wohnen ja relativ nah beisammen und können sich besuchen, andere können schon beim Lichtertsingen dabei sein, hoffentlich alle beim nächsten Groß- Alischer Treffen und möglichst viele beim Treffen im September 2015 in Groß- Alisch zur Neueinweihung der renovierten Kirche, und nicht zuletzt bei unserem nächsten Klassentreffen. Es sind Wiedersehensmöglichkeiten die wir nutzen sollten, so lange es noch geht. Die Spuren der Zeit machen sich mehr oder weniger bei jedem von uns bemerkbar und die Zeit bleibt nicht stehen. Wir sind bald vor dem Rentenantritt und werden möglicherweise mehr Zeit zur Verfügung haben, mehr Zeit um uns öfter zu treffen und das ist schön.

Alle unsere Treffen, unsere Begegnungen sind Streicheleinheiten und Balsam für die Seele, für unsere Herzen die unaufhörlich für beide, neue und alte Heimat schlagen. Wir wollen nicht zulassen, dass die schönen Erinnerungen an eine wunderbare Kindheit und Jugendzeit in der alten Heimat, zu Gunsten des Erwachsen- und Älter werden in der neuen Heimat, mehr und mehr verblassen.

Gemeinsam sind wir stark -  sind wir stärker - schrieb ich in einem früheren Bericht. Heute möchte ich sagen, „Nur gemeinsam sind wir stark“ genug um dem Zahn der Zeit zu trotzen, um weiterhin laut zu singen: „ Mer wallen blaiwen wat mer senj“. Im Herzen jung, auf in die Zukunft !

Es lohnt sich für uns, für unser Gemüt, wenn wir öfters zusammenkommen können um die teilweise schon in die Jahre gekommenen Akkus aufzutanken, um wie bei diesem Treffen in Schweinfurt, mit frischen Kräften, neuem Mut, voller Hoffnung und Zuversicht an unsere Wirkungsstätten heimkehren dürfen.

All die Weggefährten vergangener Tage, die nicht dabei sein konnten, wollen wir bitten ernsthaft zu versuchen die Hindernisse zu überwinden und beim nächsten Treffen zu kommen. Wir werden Euch liebe Freundinnen und Freunde mit offenen Armen empfangen. Ich verspreche euch heute schon, ihr werdet es nicht bereuen.

 Helmut Homm

 

Einweihung der renovierten Kirche in Groß-Alisch

Die Renovierungsarbeiten an der Kirchenburg in Groß-Alisch kommen voraussichtlich im Frühjahr 2015 zu ihrem Abschluss. Das Kirchengebäude ist bereits fertiggestellt. Die Arbeiten an der Ringmauer mussten wegen der kalten Witterung unterbrochen und im Frühjahr fortgesetzt werden.
In Absprache mit dem Bezirkskonsistorium aus Schäßburg, dem Bischofsamt aus Hermannstadt, wie auch mit den lokalen Behörden wollen wir am Sonntag den 06. September 2015 die Einweihung der renovierten Kirche in Groß-Alisch in festlichem Rahmen begehen.

Zu diesem Ereignis laden wir die Groß-Alischer und deren Freunde, so wie alle, die an den Feierlichkeiten teilnehmen möchten, herzlich ein.
Den Programmablauf des Treffens in Groß-Alisch werden wir in den „Groß-Alischer Nachrichten“, in der „Siebenbürgischen Zeitung“, sowie auch auf dieser Hompage rechtzeitig veröffentlichen.
Anmeldungen oder nähere Auskunft unter folgender Anschrift:

Wilhelm Paul:  Rhönstr. 39, 91056 Erlangen, Tel.: 09131-440911, E-Mail: wilhelm.paul@web.de

Der Vorstand der HOG Groß-Alisch
23.11.2014

Älteste Groß-Alischerin: Elisabeth Kinn wurde 100 Jahre alt

 Soweit wir uns erinnern, ist Elisabeth Kinn, geborene Hermann die erste Groß-Alischer Bürgerin, die dieses hohe Alter erreicht hat. Sie lebt auch heute in Siebenbürgen und blickt zurück auf ein erfülltes Leben. Die Kinneguad kennt jeder im Dorf.
Geboren am 28. Juni 1914 in Groß-Alisch, als älteste der drei Kinder von Georg und Elisabeth Hermann, verbrachte sie ihre Kindheit am Bauernhof,  in einem von siebenbürgischer Tradition geprägten Umfeld. Das zierliche Mädchen half zwar fleißig am Hof und auf dem Feld, doch merkten die Eltern schon während der Schulzeit in Groß-Alisch, daß ihre Tochter gerne bastelte und dabei kunstvolle Bilder gestaltete. Auf ihren Wunsch meldeten sie ihre Eltern, nach Beendigung der Volkschule, in der Haushaltsschule in Mediasch an. Hier eröffnete sich für das begabte Mädchen eine völlig neue Welt. Sie lernte mit Begeisterung die Grundsätze des siebenbürgischen Haushaltes und die Pflege der Traditionen in der siebenbürgischen Gemeinschaft kennen. Diesen Grundsätzen blieb sie ein Leben lang treu.
Im Alter von 22 Jahren heiratete sie den Groß-Alischer Rudolf Kinn.  Mit ihren zwei Kindern Rudolf und Elisabeth ( Bärbel) waren sie eine glückliche Familie, doch dann kam der Zweite Weltkrieg von dem auch, wie viele Alischer, die junge Familie betroffen war. 1945 fiel ihr Mann an der russischen Front. Mit 31 Jahren war Elisabeth Kinn Witwe.
Das Leben aber musste weitergehen. Die betagte Witwe ist überzeugt, daß nur der feste Glaube an Gott und Heiland Trost und Stütze für uns alle sind.
Sie wurde aus Not für kurze Zeit Bäuerin. Mit aller Kraft stemmte sie sich gegen Deportation, Enteignungen und Entrechtungen der Siebenbürger Sachsen. Die kommunistischen Reformen zwangen sie, für  ihren Unterhalt und den ihrer Kinder, andere Wege zu finden. Ihre Handarbeiten waren bewundert und begehrt, doch in der prekären Zeit konnte sie wenige davon veräußern. Eine große, vorwiegend seelische Stütze waren ihre Eltern.
Dieses Verhältnis zerbrach leider durch die Zuneigung zu ihrem Lebensgefährten Michael Franz. Aus dieser Beziehung kam Tochter Ute auf die Welt. Die neu gegründete Familie siedelte nach Hermannstadt um, ließ aber ihre Kinder Rudolf und Bärbel bei ihren Eltern in Groß-Alisch zurück. Es war ein zweiter Riss in der Familie Kinn, der nie mehr gekittet werden konnte.
In Hermannstadt arbeitete Elisabeth Kinn in einer Konfektionsfabrik bis zu ihrer Frührente.
Ihre Tochter Ute absolvierte das Bruckenthalgymnasium und studierte anschließend Germanistik in Klausenburg.  Das Verhältnis zu Michael Franz zerbrach und sie kehrte nach Groß-Alisch zurück. Hier versuchte sie wieder Fuß zu fassen.
 Ihre Kinder Rudolf und Bärbel waren inzwischen verheiratet und hatten eigene Familien. Tochter Ute heiratete und wanderte nach Amerika aus.
Die Welle der Auswanderung der Groß-Alischer und der Siebenbürger Sachsen allgemein Anfang der 1990-er Jahre, war für Elisabeth Kinn ein Schock. Bis heute weigert sie sich, ihr geliebtes Siebenbürgen zu verlassen. Nach der Auswanderung ihrer Tochter mit ihrer Familie nach Deutschland blieb sie alleine in dem großen Haus und Hof zurück. Ihr Sohn Rudolf wohnte weiterhin in seinem eigenen Haus auf der anderen Straßenseite.  
Elisabeth Kinn war schon immer ein Aufstehmensch. Sie packte an und pflegte einen vorbildlichen Haushalt und Garten. Mit Stolz zeigte sie den Besuchern das Ergebnis ihrer Arbeit, aber vor allem die Sammlung ihrer eigenen Bilder und kunstvoll genähte und gestickte siebenbürgische Trachten. Man könnte es als das erste sächsische Museum in Groß-Alisch betrachten.  
Mit den Jahren ließen ihre Kräfte nach und trotz regelmäßiger Besuche ihrer Tochter Bärbel mit ihrer Familie, die nach dem Rechten schauten, musste eine Hilfe ins Haus geholt werden. 
Weil ihr der Kirchgang zu schwer wurde, setzte sie sich ins „Türchen“ während des Gottesdienstes, von wo aus sie das Orgelspiel in der gegenüberliegenden Kirche hören konnte, sang und betete alleine. Nach dem Abendmahlgottesdienst in der Kirche kam der Pfarrer, zusammen mit dem Kurator, zu ihr nach Hause, hielt eine kurze Andacht und sie empfing das Heilige Abendmahl. 
Den Tod ihres Sohnes Rudolf vor drei Jahren hat sie sehr schwer verkraftet. Nun war sie  allein. Auch die Tochter Ute aus den USA war schon lange nicht mehr zu Besuch. 
Nach einem Sturz im Frühjahr 2013 wurde sie bettlägerig. Die Haushaltshilfe war damit überfordert. Ihre Tochter überzeugte sie, daß eine Dauerpflege notwendig sei. Mit ihrem Einverständnis brachte sie sie im August 2013 in das Lukaspital nach Gross-Lasseln. Hier erholte sie sich überraschend schnell. Sie gewann wieder ihren Humor, singt, betet und ist bei dem Pflegepersonal beliebt. Sie wäre gerne wieder nach Hause gekommen, was aber wegen dem Kräftemangel und der dauernden ärztlichen Betreuung nicht möglich ist. 
Als älteste Bewohnerin des Pflegeheimes wollte die Leitung des Spitals ihren 100 jährigen Geburtstag gebührend feiern. 
Im geschmückten Aufenthaltsraum des Lukasspitals hielt Bezirksdechant Pfarrer Hans Bruno Fröhlich aus Schäßburg eine Andacht mit anschließendem Heiligen Abendmahl. Neben den Familienangehörigen, Freunden und Vertretern des Presbyteriums aus Groß-Alisch, der HOG  aus Deutschland, waren auch die anderen sächsischen Insassen des Hauses gekommen, um an der Andacht teilzunehmen. Für die hochbetagte Kinneguad war es eine unbeschreibliche Freude die lieben Menschen versammelt um sich zu sehen, was auch Dr. Oprean, Direktor des Hauses in seiner Ansprache betonte. Er lobte den vorbildlichen Lebensmut und die Ausstrahlung einer Ausnahmepatientin.

Im Namen aller Groß-Alischer Landsleute wünschen wir der Jubilarin die Gesundheit und die Kraft, um auch die nächsten Jahre in Freude zu erleben.

Fotos Fotos Fotos 

Im Namen der HOG
Wilhelm Paul

 

 

„Bam Lichtert sanjen“ der Groß-Alischer

Mit Spannung warteten wir alle auf das dritte Adventswochenende 2013, an dem unser Leuchtergottesdienst in neuem Umfeld stattfinden sollte.
Die Kirchengemeinde St. Andreas in Nürnberg - Kleinreuth, unter der Obhut von Pfarrer  Stefan Brandenburger, empfing uns mit offenen Armen und empfand es als eine Bereicherung für das Gemeindeleben, das Leuchtersingen bei ihnen zu feiern. Eine ähnliche Veranstaltung gab es in ihrer Kirche noch nie.
Nun stand der schön geschmückte „Alischer Lichtert“ zwischen Altar und der von der Gemeinde sorgfältig aufgebauten Krippe in der Hoffnung, daß ihn viele Gottesdienstbesucher wahrnehmen werden. 
Ein Wochenende davor wurde der „Lichtert“ im Hause von Anni und Georg Binder in Nürnberg -Gebersdorf, mit frisch gepflücktem Wintergrün aus Groß-Alisch, gebunden. Zahlreiche fleißige Helfer hatten dafür gesorgt, daß aber auch wirklich alles wie „dehuim“ (daheim) gemacht wurde.
Sie kamen und kamen, die Groß-Alischer und mit ihnen viele Freunde, um dem Fest „Bam Lichtert sanjen“ beizuwohnen. Bewundernd und andächtig blieben sie vor dem kunstvollen Gebinde stehen.
Pfarrer Georg Türk (ein Groß-Alischer) sah sich in der Pflicht, seine Landsleute so durch den Gottesdienst zu führen, daß sie sich in ihre Kirche nach Groß-Alisch von früher versetzt fühlten, was ihm auch größtenteils gelang. Nur woher über hundert Schulkinder nehmen, die früher in der alten Heimat, sage und schreibe, bei acht geschmückten Leuchtern die Weihnachtsbotschaft durch das Lied „Dies ist der Tag den Gott gemacht“ im Wechselgesang anstimmten? Aber es fehlte nicht an dem guten Willen der knapp hundert Gottesdienstbesucher in der St. Andreas Kirche, sich in zwei Gruppen einteilen zu lassen und voller Inbrunst und Überzeugung das ihnen so vertraute Lied im Wechsel anzustimmen. Sehr einfühlsam begleitete uns Kurt Gehann (Groß-Alischer durch Heirat) an der Orgel. 
In seiner Ansprache ließ sich Pfarrer Türk nach Jesaja Kap. 60, Vers 1-6 leiten und  holte uns in die Wirklichkeit zurück. Er bat uns, mit ihm zusammen Gott danken, daß wir in Frieden in der neuen Heimat uns auf eine andere Art geborgen fühlten und mit diesem „Lichtert“ uns auf den Weg zu dem Licht der Welt machen sollten. Geborgenheit und unvergängliche Heimat finden wir bei diesem Herrn. 
Den Beitrag der Kinder bestritten, mit ihren schönen Gedichten, das Geschwisterpaar Lena und Michael Binder und Leo Maximilian Seiler. Die anschließende Christbescherung der Kinder, liebevoll von Hannelore Binder vorbereitet, brachte Bewegung unter die 20 anwesenden Kinder.
Der Posaunenchor mit Georg Zakel und Alfred Drotleff war die große Überraschung für uns alle.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Gemeindehaus der St. Andreas Kirche stimmten die Anwesenden Adventslieder, in Begleitung des Posaunenchores, an.
Unser Dank geht an die St. Andreas Gemeinde aus Nürnberg - Kleinreuth, vor allem an den Organisten Kurt Gehann, an den Posaunenchor und im Besonderen an Pfarrer Georg Türk.

Wir sind sehr stolz auf das Erreichte und werden auch in Zukunft diesen schönen Brauch pflegen.

Ingrid und Erwin Paul
Organisatoren

 

Groß-Alisch, 30. Dezember 2013

 

Groß-Alisch, Dezember 2013

 

16. Groß-Alischer Treffen in Nürnberg, 20.04.2013 

Fotos von Wilhelm Jakob Hermann

Video

 

 

Rundbrief im Advent 2013

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

dieses Jahr 2013 schien mir kürzer als andere Jahre. Die Jahreszeiten gingen immer wieder mal überraschend ungewohnte Wege. Das Frühjahr verspätete sich und die ersten Herbsttage, sie pflegen in anderen Jahren meist sonnig zu sein, waren diesmal verregnet. Dafür ist im November die Natur recht farbenprächtig und man kann immer noch im Garten werkeln und dabei darüber staunen, dass Advent vor der Türe steht. Am Kathreinentag (25. 11.) hatte es dann an vielen höher gelegenen Orten schon geschneit. Mancher wird sich an einen Satz aus Siebenbürgen erinnert haben: „Kathreng regt af em  weißen Schweng“. Wenn es irgendwo schneit, auch wenn es nicht in unserer unmittelbaren Nähe geschieht, fällt es allen leichter, sich auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen.

Alle Jahre wieder ist der Advent eine Einladung an uns, sich der Frage nach dem Sinn unseres Daseins zu stellen. Der Advent will uns nicht besinnlich machen, sondern zur Besinnung bringen. Daher steht am Beginn des Advents auch die eindringliche Mahnung unseres Heilands: Seid wachsam! Lebt nicht in Beliebigkeit vor Euch hin, verschließt nicht die Augen vor der Wirklichkeit. Seid hellwach und seid präsent, wenn ihr das Anklopfen Gottes hören und entdecken wollt, was Leben bedeutet.

Wir haben diese Mahnung über Jahre in den Gottesdiensten in unserer Kirche in Groß-Alisch mitbekommen und verinnerlicht. Damit waren wir aufgerichtet und gestärkt um die schweren Hürden des Alltages zu bewältigen. Heute ist es nicht anders, nur unter anderen Lebensbedingungen.

Advent lädt ein, Gott zu suchen, - Ihn, der die Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens ist.

Wir sind auch weiterhin bemüht die Verbindung zur Heimatgemeinde Groß-Alisch aufrecht zu erhalten und freuen uns wenn gute Nachrichten uns erreichen. So erfahren wir, daß das Erntedankfest in alter Gepflogenheit gefeiert wurde und alle Beteiligten sich, beim Anblick des reich geschmückten Altars mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, gefreut haben. Sie dankten Gott für ein reiches Jahr.

Die Neuwahlen des Presbyteriums brachten erstmals auch jüngere Mitglieder in das Gremium. Auch die Aufgaben innerhalb der Kirchengemeinde wurden neu verteilt.

Der Friedhof in Groß-Alisch erfordert weiterhin höchste Aufmerksamkeit um den Status des besterhaltenen und gepflegten Dorffriedhofs Siebenbürgens zu bestätigen. Der Kampf gegen mutwillige Zerstörung und Raub gehört zum Alltag. Unsere Hilfe ist hier immer notwendig und willkommen.

Daher möchten wir uns bei unseren Landsleuten für die gewährte Unterstützung, sowohl geistig wie auch finanziell, bedanken.

Die Evangelische Schule in Groß-Alisch wurde verkauft und wir hoffen im nächsten Jahr, mit dem Teil des Erlöses der uns zugesagt wurde, mit den Außenrenovierungsarbeiten der Kirche zu beginnen. Das Dach muss dringend repariert (gerückt) werden um weiteren Schäden vorzubeugen.

Unser Sorgenkind bleibt weiterhin die wertvolle Orgel. Dr. Erich Türk, Professor an der Musikakademie in Klausenburg und einer der berühmtesten Organisten Rumäniens, hat die Orgel in Groß-Alisch besichtigt, bespielt und ihren hohen Wert festgestellt. Schon ihre Größe in einer Dorfkirche ist ungewohnt, daher sollte sie dringend restauriert werden.

Als Anerkennung für ihre besondere Wertstellung hat Dr. Türk sie in den Orgelkalender von 2014 aufgenommen.  

Wir werden auch in diesem Jahr das Leuchtersingen (bam Lichtert sanjen) am Samstag den 14.Dezember, 14,00 Uhr in der St. Andreas Kirche in Nürnberg - Kleinreuth, Kleinreuther Weg 95, gemeinsam feiern. Pfarrer Georg Türk wird den Gottesdienst gemeinsam mit uns gestalten und Kurt Gehann, an der Orgel, ihn musikalisch begleiten.

Damit möchten wir Sie alle - vor allem die Kinder, für die auch ein Päckchen bereit liegt - herzlich einladen. Wir freuen uns, wenn die Kinder mit ihren Weihnachtsgedichten, -geschichten, -liedern zur Bereicherung des Gottesdienstes beitragen.

Im Anschluss an den Gottesdienst treffen wir uns, nebenan, im Gemeindehaus der St. Andreas Kirche bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen.

Das Wintergrün zum Lichtert binden kommt auch in diesem Jahr aus Groß-Alisch. Für diese Mühe wollen wir uns, wie jedes Jahr, erkenntlich zeigen und die Christbescherung in der Heimatkirche unterstützen.

Mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die uns an diesem Christtag fehlen werden. Den trauernden Hinterbliebenen bieten wir den Trost und die Geborgenheit in unserer Gemeinschaft an.

Im Namen des Vorstandes Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit, eine friedvolle Weihnacht und ein, unter dem Segen des Allmächtigen, nach Ihren Wünschen gelingendes Jahr 2014.  

W. Paul

 

 

Aktuelle Fotos und Videos

16. Groß-Alischer Treffen in Nürnberg, 20.04.2013 

Fotos von Wilhelm Jakob Hermann

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16. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch in Nürnberg - Gartenstadt

Trotz trübem Wetter mit leichtem Nieselregen, dafür mit viel Sonne im Herzen, voller Zuversicht und Vorfreude, konnten und durften sich noch recht viele Groß-Alischer am 20. April 2013 in Nürnberg Gartenstadt vor dem Eingang zur Emmaus – Kirche herzlichst begrüßen, zu ihrem Kommen beglückwünschen und willkommen heißen. Voller Hoffnung und Sehnsucht hielt man Ausschau nach bekannten Gesichtern, nach lieben Menschen, die hoffentlich auch wieder den Weg hierher gefunden haben. Ein Hauch des Bedauerns trübte und dämpfte leicht die Wiedersehensfreude und das augenblickliche Glück, weil so mancher Freund, Kamerad und Weggefährte nicht mehr dabei sein konnte. Mit der Erkenntnis wie vergänglich das Glück, unsere Welt und nicht zuletzt auch unser Leben ist, rückte plötzlich große Dankbarkeit und Freude in den Vordergrund, diesen Tag  hier und heute mit allen Anwesenden erleben und genießen zu dürfen.

Gottesdienst mit Pfarrer Georg Türk

Es war schön ergreifend und wunderbar mitreißend, wieder einmal einen Gottesdienst wie in der alten Heimat, unserem geliebten Groß-Alisch, erleben und feiern zu dürfen. Pfarrer Georg Türk ließ schon in seinem Grußwort keinen Zweifel aufkommen, dass er ein richtiger Alischer Junge war, ist, und bleibt. Dass aus dem „ Jucki „ wie er damals liebevoll genannt wurde, ein angesehener und allseits beliebter Pfarrer geworden ist. Ganz im Gegenteil, er ist durch sein Auftreten und Wirken nicht nur einer von uns, sondern auch unser Vorbild, unser Hirte und Seelsorger geworden. Der allseits bekannte Predigttext, die Schöpfungsgeschichte aus dem 1. Buch Moses, wurde auf eine großartige Art und Weise in Bezug auf unsere Groß- Alischer Geschichte, Herkunft, Leben und Wirken, Vertreibung, Auswanderung, Neuanfang und HOG- Vereinsleben ausgelegt. Am Ende der Schöpfungsgeschichte heißt es : „ So entstanden Himmel und Erde ; Gott hat sie geschaffen“. Als Gott alles betrachtete was er geschaffen hatte, war er froh darüber, hatte  Freude daran, „ alles war sehr gut“. Die Krönung seiner Schöpfung ist der Mensch. Nach seinem Bilde hat Gott ihn erschaffen und hat ihm die ganze Erde, mit allem was da wächst, sich bewegt, kriecht, schwimmt oder fliegt, anvertraut. Auch wir Groß-Alischer sind Gottes Geschöpfe, seine geliebten Geschöpfe. Auch wir wurden als gut empfunden und geliebt bis auf den heutigen Tag. Seine liebende, beschützende, helfende und tröstende Hand war allzeit, in allen Lebenssituationen unserer langjährigen Geschichte, über uns und bei uns. Sein Wirken wird oft nur im Nachhinein erkannt, wenn wir dann aus Überzeugung sagen können: „ Es ist gut so,  oder, es war gut so !„ Es hat im Laufe der Zeit auch viele Nöte, Kriege, Krankheit, Verfolgung, Zwangsarbeit, Vertreibung und Ungerechtigkeiten gegeben. Letztendlich kam auch die Wende, der Fall des Eisernen Vorhangs, die Öffnung der Grenzen und damit eng verbunden unsere Auswanderung, unser fast fluchtartiges Verlassen der geliebten Heimat. Jedes mal gab es mit Gottes Hilfe  ein gutes Ende und einen Neuanfang, man konnte dankbar bekennen : „Es ist gut so!“

Ja, oft gut, sogar besser wie in den kühnsten Träumen vorstellbar, vielleicht ganz anders, aber „es war gut so!„

Auch wenn viele von uns den guten alten Zeiten nachtrauern, „ist es gut, wie es ist!“ Statt traurig zu sein, weil heute die Emmaus Kirche nicht wie noch vor wenigen Jahren „ aus allen Nähten platzte „  sollten wir uns über die knapp 70 Anwesenden freuen und das Beste daraus machen. Denn „es ist gut so !“ Bewahren wir diese Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch die lehrreiche Predigt von Pfarrer Georg Türk zieht, in unseren Herzen als Quelle der Kraft und Zuversicht. „ Das ist sicherlich gut so  !“

Traditionell fand die "Goldene Konfirmation" der Jahrgänge 1948/49, zu denen auch Pfarrer Georg Türk gehörte und anschließend die Feier des heiligen Abendmahls statt. Bei dezenten Posaunenklängen wurde namentlich der Verstorbenen gedacht.In den letzten 2 Jahren haben uns 37 liebe Menschen für immer verlassen. Auch ihre Plätze in der Kirche bleiben leider oft ersatzlos leer. Dennoch „ist es gut so!,“ wir sind und bleiben ein gut funktionierender Verein, der mit Gottes Hilfe auch in Zukunft seinen Weg finden und gehen wird. Da hör ich so manchen zweifelnd sagen „ Die Hoffnung stirbt zuletzt „ Mag sein, wenn die Hoffnung nur materielle Dinge im Auge hat, kann nicht sein, wenn unser Hoffnungsträger Gott selbst ist. Nach dem Gottesdienst empfing uns kein Sonnenschein, aber der Regen war vorbei und „das war gut so!“ Man konnte frohen Mutes zum Gesellschaftshaus gehen.

Im Gesellschaftshaus empfing und begrüßte uns der Wirt Karanikos mit seinem Team. Festlich geschmückte Tische wirkten einladend auf die eintretenden Gäste. Platzmangel war kein Thema. Die nun schon heimisch gewordene Bühnendekoration erfreute das Auge. Die Groß – Alischer Kirchenburg, eine imposante Erscheinung auf Leinwand bot einen herrlichen Anblick und schien jeden einzelnen aus der fernen Heimat zu grüßen. Vorerst waren kaum 100 Gäste anwesend. Der große Saal wirkte etwas leer, die Stimmung etwas bedrückt. Alles hoffte auf weitere Gäste. Bei gutem Essen und erstklassiger Bedienung war der Bann schnell gebrochen. Zufriedene Menschen tauschten sich aus, plauderten locker über vergangene Zeiten, waren froh dabei zu sein. Es waren wieder einige dabei, die sich seit vielen Jahren, ja sogar seitdem sie in Deutschland leben, nicht mehr gesehen hatten. Alle waren froh hier sein zu können und zu dürfen, froh, dass Heimattreffen, in diesen Zeiten, geprägt von Wirtschaftskrise, politischem Unmut, Fremdenhass und Integrationsproblemen, sowie Geiz, Neid und allgemeine Unzufriedenheit, in dieser Form überhaupt noch organisiert und stattfinden können.

Der offizielle Teil ging wie noch nie, ruhig und mit interessiert lauschenden Teilnehmern über die Bühne. Alfred Drotleff, der 2. Vorsitzende der HOG Groß- Alisch, hieß alle Gäste herzlich willkommen, dankte den Organisatoren, Mitwirkenden, Helfern und Helfershelfern für ihre Mühe und aufopfernde Arbeit, ohne die dieses Treffen nicht möglich gewesen wäre. Es folgten wichtige Ablauf- und Programmhinweise und die bedauerliche Nachricht über den gesundheitsbedingten Ausfall des Party-Trios für den Unterhaltungsteil. Er dankte seinem Freund Georg Zakel, der trotz Verletzung und sicherlich auch unter Schmerzen, in der Kirche die Posaune geblasen hatte, um so unseren Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Nachdem er versichert hatte, dass durch die Band „ ol – raund „ für gleichwertigen Ersatz gesorgt wurde, gab er das Wort unserem 1. Vorsitzenden, Wilhelm Paul.Nachdem dieser alle zum 16. Groß- Alischer Treffen willkommen geheißen hatte, dankte er Pfarrer Georg Türk für seine sehr gut angekommene Predigt über „ Gottes gute Schöpfung „ , Kurt Gehann für die musikalische Begleitung an der Orgel, Traudi Teutsch für den Blumenschmuck und die unzähligen Handgriffe, die in der Regel unbemerkt bleiben, den vielen Helfern beim Aufbau und den Empfangsdamen für ihren tollen Einsatz. Ein besonderer Dank gebührte dem Wirt Karanikos, der uns heute auch mit griechischen Spezialitäten überrascht und verwöhnt hat. In seiner Ansprache wertet er die Anwesenheit der erschienenen Gäste als „ Zuspruch für unseren Zusammenhalt“. „Wir können uns glücklich schätzen, uns zum 16. Mal zu treffen „ zumal wir heute gleich 4 Jubiläen feiern auf die wir stolz sein dürfen.

-        30 Jahre seit dem 1. Groß-Alischer Treffen in Langen/Hessen

Am 1. Mai 1983 organisierte die Familie von Pfarrer Peter das 1. Treffen. Es war ein unvergesslicher Tag für alle Anwesenden.

-        30 Jahre Heimatortsgemeinschaften,

diese wurden am 3. Dezember 1983 in einem festlichen Rahmen auf Schloss Horneck aus der Taufe gehoben. Vertreter der Gemeinde Groß-Alisch waren Stefan Hermann und Wilhelm Paul, seit 30 Jahren sind wir eine HOG. Seit seiner Gründung 1997 gehören wir auch dem Dachverband der HOG`s an.

-    Seit 10 Jahren, Oktober 2003 ist die HOG Groß-Alisch ein eingetragener Verein ( e.V.)

       - Vor 10 Jahren, April 2003 erschien die 1. Ausgabe Groß-Alischer Nachrichten. Dazu kommen 2 organisierte Treffen in Groß-Alisch zu Pfingsten 2002 und 2006.

Warum war ihm diese Aufzählung so wichtig ?  Nein, es geht nicht um positive Bilanz, sondern: „Um uns allen zu bestätigen: Wir sind, nach 30 Jahren, immer noch ein gut organisierter und funktionierender Verein. Dies ist bei Gott nicht nur dem gewählten Vorstand zu verdanken, sondern Euch allen, die Ihr den Kontakt zur Gemeinschaft und zum Heimatort pflegt „ Ja, wir registrieren von Treffen zu Treffen, gerade in den letzten 6 Jahren, einen kontinuierlichen Teilnehmerschwund. Vor allem weil nur in den letzten 2 Jahren 37 liebe Menschen aus unserer Mitte zu Grabe getragen wurden. Auch die vorhergegangen 2 Jahreslisten, waren nie wesentlich kürzer. Also hat unsere Gemeinschaft in den letzten 30 Jahren ca. 540 Personen verloren. Dazu kommt, dass durch den normalen Alterungsprozess viele aus gesundheitlichen Gründen von unseren Treffen fern bleiben müssen, oder aus anderen persönlichen Gründen, nicht jedes mal dabei sein können. Trotzdem sind wir eine der wenigen Gemeinden aus Siebenbürgen, die eine fortlaufende Arbeit innerhalb der HOG vorzeigen können. Die Beteiligung und das Mitwirken des Nachwuchses aus unserer Mitte ist tatsächlich ein Grund zur Freude. Der aktive Kern unseres Nachwuchses ist leider noch sehr spärlich gesät, ist aber mit Sicherheit ein Nachahmung würdiges Beispiel für viele, leider noch Unentschlossene aus unserem, Gott sei Dank sehr großen Bestand unserer noch unausgeschöpften Reserven. Es ist und bleibt unsere Pflicht, immer wieder zu erinnern, zu werben und zu bitten, dass wir all das, was wir in Groß-Alisch zurückgelassen haben, Kirche, Friedhof und ganz viele wunderbare Erinnerungen, nicht ad. acta legen dürfen. Die meisten von uns können das ja sowieso nicht, weil die Erinnerungen sie einfach nicht los lassen. Deswegen ist es extrem wichtig , dass wir uns ab und zu sehen können, miteinander austauschen, eine Heimatzeitung erhalten, und lesen können. Auch wenn viele das anders sehen und sogar deswegen den öffentlichen Teil unserer Treffen meiden, weil sie der Meinung sind, dass jeder hier seine Arbeit, seine Familie, seine neuen Freunde und nicht zuletzt voll integriert in der neuen Heimat, auch seine Freizeit neu gestalten muss, dass nur noch ganz wenig Platz für Tradition - und Kontaktpflege bleibt, wird unser Vorsitzender auch in Zukunft, wie er selbst zu sagen pflegt  “ auf diesem Thema reiten“. Und das finde ich gut so.

Es folgten Informationen aus Groß- Alisch über den Verkauf der Schule, über die sehr zufriedenen Gottesdienstbesucher mit Stadtpfarrer Bruno Fröhlich aus Schäßburg, über den schlechten Zustand der Orgel, den Konfirmandenunterricht und die Probleme mit dem Nachwuchs für Kirchenarbeit. Die Werbung für mehr Teilnehmer am Trachtenumzug in Dinkelsbühl, wo man schon 3 mal erfolgreich dabei war, durfte aus seiner Ansprache genau so wenig fehlen, wie die Werbung für das Leuchter – Binden - und Singen. Es findet in diesem Jahr in der St. Andreas Kirche in Nürnberg Kleinreuth statt und alle sind herzlichst eingeladen. Die 86 jährige Irene Fakesch wurde als älteste Teilnehmerin unseres Treffens ermittelt und erhielt in diesem Jahr den extra hierfür bestimmten Blumenstrauß.  „Unser Prudner Freund „ wie Lukas Geddert liebevoll genannt wird, konnte leider nicht wie in den vergangenen Jahren an unserem Treffen teilnehmen, sponserte trotzdem auch in diesem Jahr die traditionell gewordene Tombola. Der Infostand wurde wie immer von Anni Binder und Inge Paul besetzt, beide konnten mit ihrer Erfahrung und Professionalität, viele Fragen beantworten und Unklarheiten beseitigen. Voller Stolz konnte unser Willi am Ende die neu gegründete Tanzgruppe und ihre bevorstehenden Auftritte in Groß- Alischer Tracht ankündigen. Er ist und bleibt ein Liebhaber dieser schönen Tracht und freut sich, wenn möglichst viele sie tragen. Der Kassenbericht, vorgetragen von Hannelore Fakesch ist sehr positiv zu bewerten, für Beiträge und Spenden wird herzlichst gedankt. Es folgt eine Überraschungsrednerin. Traudi Teutsch würdigte im Namen des HOG Vorstandes die hervorragende Arbeit und das Wirken unseres 1. Vorsitzenden Wilhelm Paul und seiner Ehefrau Inge in einer Kurzansprache über alle Tätigkeitsbereiche, die er abdeckt. Willi vertritt und repräsentiert die HOG wie kein anderer, organisiert, leitet, führt und motiviert mit viel Leidenschaft und Geschick den Vorstand und die gesamte HOG zum Erfolg. Die Groß- Alischer Nachrichten, deren Herausgabe, in dieser hervorragenden Qualität und diesem wertvollem Inhalt,  mit viel Arbeit und Zeitaufwand  verbunden ist, sind sein Verdienst. Wer würde die Fahrten nach Groß-Alisch auf sich nehmen wenn nicht er und seine Frau ? Ohne Willi ist diese HOG nicht denkbar. Um das zu unterstreichen und deutlich hervorzuheben, stellte Traudi nach jeder aufgezählten Leistung, die viel aussagende Frage: „ Was wären wir ohne unseren Willi“? Die Antwort war ein tosender, langanhaltender Applaus für „ unseren Willi". Ein Geschenk mit Symbolcharakter, ein großer Blumentopf mit Margeriten, sie schmückten unsere Wiesen in der alten Heimat und Vergissmeinnicht, als Zeichen, dass wir Willi nie vergessen werden und er uns nicht vergisst, machten den sichtlich gerührten Willi etwas verlegen. Ungewohnt schüchtern bedankte er sich und versicherte, dass er diese Arbeit sehr gern macht, dass sie ihm und seiner Frau auch viel Spaß und Freude bereitet. Dann war es endlich so weit. Die neugegründete Tanzgruppe, 7 Tanzpaare in Groß-Alischer Tracht, mit Edith und Alfred Drotleff an der Spitze, gemanagt von Hannelore Fakesch, führten mehrere Volkstänze auf. Ihre Darbietungen wurden mit frenetischem Applaus belohnt. Anschließend konnten sich die Tanzpaare dem Ansturm der vielen Amateurfotografen kaum noch erwehren. Das zeugt von hoher Anerkennung, mächtig viel Interesse und großer Begeisterung seitens der Zuschauer. Es wäre um so erfreulicher, wenn dieses Ereignis Schule machen würde und bei den noch Unentschlossenen auch Begeisterung auslösen würde.

Wie wir es aus der alten Heimat kennen, wo bei jeder Gelegenheit viel gesungen wurde, fanden sich auch hier gute 20 Singbegeisterte in einem großen Halbkreis vor der Bühne ein, um altbekannte Lieder zu singen. Unter musikalischer Begleitung von Hans Jakobi am Akkordeon wurden mindestens 10 Lieder, u. a..“ Wahre Freundschaft...; Das Wandern ist des Müllers Lust... und zum krönenden Abschluss, das Siebenbürgerlied, mit Inbrunst und Leidenschaft gesungen. Das tut der Seele gut, weckt Erinnerungen und heimatliche Gefühle, vereint und schlägt Brücken zueinander. Nicht umsonst heißt es im Volksmund „ Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder". 

In der Zwischenzeit hatte sich auch die Zahl der Teilnehmer fast verdoppelt und der Unterhaltungsteil unseres Treffens konnte beginnen.

Die Enttäuschung über den Ausfall des allseits beliebten Party-Trios, stets Garant für gute Laune und gute Stimmung, hielt nicht lange an. Schon nach den ersten Kostproben des All- Round  Duos, besinnen sich die Anwesenden schnell, warum sie eigentlich hier sind, ja natürlich zum Feiern und zum Tanzen. Es juckte in den Beinen und die ersten Paare legten los. Das wirkte ansteckend und schon bald tummelten und drängten sich die Paare auf der fast zu klein wirkenden Tanzfläche. Die Stimmung wurde, angeheizt von den beiden Musikanten, immer besser und ausgelassener. Anscheinend, wie von magnetischen Kräften angezogen, kamen immer mehr Teilnehmer in den Saal. Erstaunlicherweise waren viele Jugendliche dabei, der Saal füllte sich fast wie in den besten Zeiten. Geschätzte 250  Gäste waren urplötzlich da. Da war sie nun die Reserve, das unausgeschöpfte Potenzial von dem ich vorhin sprach. Es sind unsere Jugendlichen, unsere Kinder, die hier Präsenz zeigen, auch auf unsere Musik tanzen und unsere Lieder singen. Es ist großartig , es ist fantastisch, das zu erleben, sicherlich etwas anders als so manche von uns es erwarten. Anders, aber, wenn ich die Predigt von Pfarrer Georg Türk noch einmal bemühen darf: „ Es ist gut so“ ! Wenn jemand hier in Deutschland integriert ist, dann unsere Jugend. Trotzdem kommen sie, ohne Vorurteile, ohne Vorbelastung, einzig und allein mit dem Wunsch zu feiern Lassen wir sie doch feiern, geben wir ihnen doch den Rahmen und Raum dazu und gehen wir auch in Zukunft mit gutem Beispiel voran.

Wenn die HOG irgendwann scheitern sollte, wie so viele Schwarzseher es schon seit Jahren prophezeien, dann hängt das mit Sicherheit nicht an unserer Jugend, an unserem Nachwuchs, deren falschen Erziehung, sondern einzig und allein an uns. Vor allem an den  Zauderern, Unentschlossenen, Neidern, Schwarzsehern, Besserwissern, die  dauernd Unzufriedenen und ewigen Zweiflern unter uns, die mit ihrem Verhalten ein schlechtes Beispiel für den Nachwuchs abgeben. Menschen mit oben genannten Charaktereigenschaften gibt es in Deutschland wie Sand am Meer, man muss sie nehmen wie sie sind, sie akzeptieren, es sind bei Gott deshalb bestimmt keine schlechteren Menschen wie du und ich. Wünschenswert ist, dass sie sich mit Ihren negativen Meinungen mehr zurückhalten, vor allem an Veranstaltungen wie es unsere Treffen sind oder wenn es um negativen Einfluss auf unsere Jugend geht. Unser Nachwuchs ist das kostbarste Gut, dass wir haben. Wir sollten es wie unseren Augapfel behüten. Behüten, nicht bevormunden, nicht bedrängen und unter Druck setzen, alle Entscheidungsfreiheiten lassen, ob uns diese Entscheidungen nun passen, oder nicht. In unserem Vereinsleben gibt es mit Sicherheit auch gemeinsame Wege und Interessen mit unseren Jugendlichen. Diese zu entdecken und zu gehen wird eine der wichtigsten  Aufgaben in naher Zukunft für unsere HOG sein. Zwischen knapp 70 Teilnehmern am Gottesdienst, knappe 100 Teilnehmer beim öffentlichen Teil, und über 250 begeisterte Teilnehmer bei der Unterhaltung ist ein gewaltiger Unterschied, sind Lücken, die wir versuchen werden, zu schließen. Gleichzeitig sollten wir aber auch ein Umdenken, eine Neuorientierung ins Auge fassen und unsere Treffen nach den Bedürfnissen jüngerer Teilnehmer organisieren, uns an deren Wünschen orientieren. Das Leben ist ein ewiges Geben und Nehmen, wenn diese sich in harmonischem Gleichgewicht bewegen, ist es sehr gut. So ein harmonisches Gleichgewicht im Geben und Nehmen brauchen wir auch in unserer HOG Gemeinschaft, gerade zwischen den Generationen, zwischen den jüngeren und älteren Jahrgängen.

Vertrauen wir unserer Jugend, vertrauen wir auch weiter unserem Herrgott und  alles ist gut, oder wird gut.

Viele ältere Teilnehmer verabschiedeten sich schon relativ früh und überließen der Jugend bedingungslos das Feld, in diesem Falle den Saal, die Tanzfläche. Wenn es am schönsten ist sollte man gehen, leichter gesagt, als getan. Abschied fällt schwer.

Trennungen sind sehr emotionale, intensiv gelebte und zeitlos erscheinende Momente, in denen man dem anderen noch so viel auf den Weg mitgeben will oder selbst noch mitnehmen möchte. Kann man denn wissen ob,wie, wann und wo man sich wieder trifft? Es bleibt nur die Hoffnung, dass man in 2 Jahren wieder dabei sein kann, dass in 2 Jahren überhaupt noch ein Treffen stattfindet. Man ist froh und dankbar, dass man heute da war, dass man glücklicherweise alle Bedenken und Zweifel über Bord warf und her kam. „ Es war gut so !“

Gleich nach dem Gottesdienst wurden Meinungen laut, wonach wir für das nächste Treffen einen kleineren Saal mieten sollten, klang in Betracht auf die wenig anwesenden Teilnehmer auch logisch. Dieser Gedanke konnte später, dank des massiven Gästezuflusses ab Beginn des Unterhaltungs- Teils, wieder verworfen werden. 

Unser 17. Groß- Alischer Treffen findet somit am 25. April 2015, an gewohnter Stelle statt. Das finde ich gut so !

Noch besser würde ich es finden wenn die Kirche etwas voller würde und wenn wenigstens ein Teil der Party- Gäste schon früher erscheinen würden, am offiziellen Teil und vor allem an den Wahlen teilnehmen würden. Werdet aktiv! Tanzgruppe, Leuchter Singen, Dinkelsbühl warten auf Euch! Werdet Kandidaten für die Vorstandswahl, verjüngt den Vorstand, bringt Eure Wünsche und Bedürfnisse ein!

Wir vertrauen Euch, wir bauen auf Euch und wir rechnen mit Euch, mit Euch allen. Der Vorstand und ich persönlich sagen mit den Worten von Pfarrer Türk: „Es ist gut so !“

 Ich freue mich, alle, die jetzt dabei waren, in 2 Jahren wiederzusehen und hoffe, ganz viele, die diesmal nicht dabei sein konnten, dann begrüßen zu dürfen. In diesem Sinne! Bleibt gesund !

Servus und Auf Wiedersehen !

Helmut Homm

 

16. Groß-Alischer Treffen in Nürnberg, 20.04.2013 

Fotos von Wilhelm Jakob Hermann

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HOG Groß-Alisch, Rhönstraße 39, 91056 Erlangen

Rundbrief im Advent 2012

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

die Adventszeit ist eine Zeit des Briefe Schreibens und des Briefe Empfangens. Unser Rundbrief ist ein fester Bestandteil dieser Zeit geworden. Viele Landsleute und Freunde unserer Gemeinschaft warten darauf, weil sie wissen wollen, was sich in diesem Jahr so alles zugetragen hat.

Advents – und Weihnachtszeit erinnert uns daran, daß Gott nicht aufhört, sich der Welt und den Menschen in grenzenloser Liebe zuzuwenden. In die Dunkelheit dieser Welt hat er uns seinen Sohn geschickt, der alle unsere Nöte mitgelitten und alle unsere Schmerzen mitgefühlt hat, damit alle Entrechteten, alle Armen, alle, die sich fürchten getröstet werden. Es gibt viel Dunkelheit und Not in der Welt. Dankbar dürfen wir erleben, dass es in unserer Umgebung vielen sehr gut geht. Der Heiland will, dass wir uns freuen, an allem, was wir haben. Alles was uns täglich geschenkt wird, sollte aber in uns die Bereitschaft wachsen lassen, mit andern zu teilen, anzupacken, wo Hilfe nötig ist, Gemeinschaft zu pflegen. Das alles haben wir schon zu Hause in unserem schönen Groß-Alisch so gehalten.

Es ist gut zu wissen, daß unser Einsatz für die Menschen in Groß-Alisch eine tägliche Konfrontation mit den Schattenseiten des Lebens bedeutet. Unsere Hilfe von hier und auch vor Ort sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Angst, daß diese Hilfe einmal versiegen könnte, lähmt jede weitere Initiative der Kirchenmitglieder.

Vielen Dank für jede in diesem Jahr gewährte Unterstützung, praktisch, geistig und finanziell. Somit konnten wir in diesem Herbst das Dach der Sakristei und die Dachschrägen der Stützpfeiler an dem Chorflügel der Kirche reparieren, das Innere der Sakristei komplett renovieren, die entwendeten Treppen am Friedhof durch gegossene, aus Beton, erneuern, sowie Schnittarbeiten an Stauden und Büschen am Friedhof und auf der Burg durchführen.

In unserem Programm für das kommende Jahr haben wir wieder das Groß-Alischer Treffen am 20. April 2013 aufgenommen. Wir hoffen, dass die Resonanz auf diese Einladung besser wird als beim Treffen vor zwei Jahren. Vielleicht liegt es daran, daß wir einen Generationswechsel erleben. Werte wie: Verantwortung, Verlässlichkeit und Treue im Miteinander, die Bereitschaft in guten wie in schweren Tagen füreinander da zu sein, können sicher noch viel besser eingeübt werden. Vielleicht ist es auch Sache der Interpretation. Unsere Gemeinschaft lebt (oder überlebt) durch die Fähigkeit, an Konflikten zu arbeiten, Kompromisse einzugehen und Gegensätze zu ertragen.

Wir wollen auch in diesem Jahr den Leuchtergottesdienst „bam Lichtert sanjen“ gemeinsam in der Stephanuskirche in Nürnberg-Gebersdorf, am 15. Dezember 2012, um 16:00 Uhr, feiern. Pfarrerin Agnes Köber hat sich bereit erklärt, den Gottesdienst gemeinsam mit uns zu gestalten. Dazu möchten wir Sie alle - vor allem die Kinder, die auch ein Päckchen erhalten werden - herzlich einladen. Wir würden uns auf das Vortragen von Weihnachtsgedichten seitens der Kinder freuen.

Anschließend treffen wir uns im nahegelegenen „Bürgertreff“ bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen.

An „Heilig Abend“ wird die kleine Kirchengemeinde in Groß-Alisch ihre langjährige Pfarrerin Agnes Köber vermissen. Sie ist nach Deutschland zurückgekehrt. Ein Ersatzpfarrer aus dem Bezirkskonsistorium Schäßburg, zusammen mit einem Organisten, wird den Gottesdienst gestalten. Dank der Spende von der HOG folgt anschließend die Christbescherung der Kinder und das Austeilen der Geschenke an die bedürftigen Erwachsenen. Den großen Tannenbaum vor dem Altar spendet der Bürgermeister.

Mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die uns an diesem Christtag fehlen werden. Wir spenden Trost den Hinterbliebenen und bieten gerne unsere Hilfe den Leidenden und Alleingebliebenen an.

Im Namen des Vorstandes wünsche ich Ihnen Allen eine friedvolle Weihnacht und ein, unter dem Segen des Allmächtigen, in Ihrem Sinne gelingendes Jahr 2013.

Wilhelm Paul
Dez. 2012

 

 

Fotos August 2012 aus Gross-Alisch!!!

 

 

Die erste „Lichtert“-Feier nach Groß-Alischer Brauch

„Die Sehnsucht nach den Bräuchen aus der alten Heimat lässt uns erfinderisch werden, um sie auch in unseren neuen Heimat aufleben zu lassen“, sagte Pfarrer Georg Schaser in seiner Begrüßung, im Groß-Alischer Dialekt, vor versammelter Gemeinde in der Stephanuskirche in Nürnberg - Gebersdorf. „Der wohl schönste Brauch in Groß-Alisch war‚ bam Lichtert sanjen’ in der Frühkirche am ersten Christtag. Es war die von Jung und Alt meistbesuchte christliche Feier im ganzen Kirchenjahr. Da erklangen die hellen Stimmen der über 200 Schulkinder, die sangen zur Ehre Gottes ihr Leuchterlied beim Schein der strahlenden Kerzen ihrer acht, später vier, geschmückten Christleuchter.
Heute versuchen wir, dank der Großzügigkeit der Gemeinde der Stephanuskirche, unsere erste Leuchterfeier außerhalb Groß-Alischs zu gestalten. Es fehlen uns die hellen Kinderstimmen, die zu Hause nach vielen Singproben ihr Bestes gaben, aber wir werden das uns wohl bekannte Lied ‚Dies ist der Tag den Gott gemacht’ im Wechselgesang von vier Gruppen singen.  
Es ist mir eine Ehre mit Euch diese Leuchterfeier zu begehen und werde mir Mühe geben sie so heimatlich zu gestalten wie wir sie in Erinnerung haben“.

Mit Freude und Begeisterung stimmten die Teilnehmer des gut besuchten Gottesdienstes „Tochter Zion freue dich..“ an. Nach Eingangsgebet und Schriftlesung erwarteten alle gespannt wie wohl der Hauptpart, der Wechselgesang, sich anhören würde. Mit zögerlichem Einsatz der Frauenstimmen und darauf etwas blasser die Männerstimmen, wuchs allmählich die Lautstärke und auch der Mut der Sänger. Nach zwei Strophen des Liedes „Dies ist der Tag den Gott gemacht“ sang die gesamte Gemeinde „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich..“ Danach folgten wieder Strophen des ersten Liedes im Wechselgesang und am Schluss sangen alle, mit Orgelbegleitung, die letzte Strophe aus „Dies ist der Tag den Gott gemacht“.
Alle waren erleichtert; wir hatten es geschafft und nahmen uns vor, in den nächsten Jahren vorher doch ein paar Singproben einzuplanen.  

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Nach Verkündigung des Evangeliums: Lukas 2, 1-20 folgte das Lied „Ich steh an deiner Krippe hier,..“ und die besinnliche Predigt von Pfarrer Georg Schaser  unter dem Bibelwort aus Galater 4, 1-7. Daß Gott zu uns kommt liegt nicht an unserer menschlichen Bereitschaft ihn aufzunehmen, sondern er kommt in seine Welt und wir dürfen dazu gehören.
Weihnachten heißt, nach Hause kommen dürfen.
Mit dem Lied „Ich sehe dich mit Freuden an..“,, den Fürbitten, gemeinsames Vaterunser beten und dem Segen des Herrn, fand der Gottesdienst seinen Abschluss.
Von den 21 anwesenden Kindern hatten vier Gedichte gelernt, die sie zur Freude aller vortrugen. Anschließend gab es die traditionelle Christbescherung der Kinder, liebevoll von Anni Binder und Inge Kuttesch vorbereitet. In dieser Zeit sang die Gemeinde, mit Orgelbegleitung „Ihr Kinderlein kommet..“.
Unter den Klängen des Groß-Alischer Posaunenchores, mit Georg Zakel und Alfred Drotleff, wurde es ganz ruhig im Gotteshaus. Andächtig lauschten wir der Melodie „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Nur zögernd verließen die Menschen das Gotteshaus. Viele wollten den „Lichtert“ aus der Nähe sehen und fotografieren. Die Meinung über das Aussehen des Lichterts: genau wie in Alisch sieht er aus, vielleicht etwas größer, etwas sorgfältiger geschmückt aber immerhin, so muss er aussehen.

Dafür hatten fleißige Hände gesorgt. Alfred Drotleff fertigte das Lichtertgestell an. Das Wintergrün wurde von mehreren Gruppen, um Nürnberg herum, gesammelt und zur Familie Georg und Anni Binder gebracht. In ihrem Haus trafen sich eine Woche vor dem Leuchtersingen zehn Frauen und fünf Männer, um den Lichtert zu binden. Die Begeisterung an der Arbeit wuchs von Stunde zu Stunde. Es wurde viel gelacht, gesungen, erzählt und akribisch darauf geachtet, daß auch alles seine Ordnung hat, wie zu Hause. Ilse Schmidt hatte die weißen Sterne kunstvoll gebastelt und Frieda Homner zeigte uns, wie man die vielen Girlanden aus weißem Krepppapier anfertigt. Auf der Gartenterrasse wuchs der Lichtert vor unseren Augen. Die Männer fügten die Bögen und Ringe, mit Wintergrün geschmückt, zusammen und befestigten sie, wie auch die Sterne und Girlanden, an dem Lichtertgestell. Alles hatte seine Reihenfolge und den angestammten Platz. Die zwölf weißen Kerzen, symmetrisch am Lichtert verteilt, und die Spitze mit dem Siebengestirn sollten erst in der Kirche angebracht werden.

Die Freude war grenzenlos. Nach 20 Jahren sahen wir wieder einen Groß-Alischer Lichtert.

Nach getaner Arbeit überraschte uns die Familie Binder mit einem Essen wie es in Groß-Alisch üblich war. Gebratene Kartoffeln, Speck, Wurst, Grieben und Zwiebeln. Dafür und für den gesamten Einsatz sind wir ihnen sehr dankbar.

Wilhelm Paul

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Rundbrief im Advent 2011

 

Liebe Mitglieder und Freunde  der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

unter den zahlreichen Briefen, die Sie in der Vorweihnachtszeit erhalten, soll unser Rundbrief im Advent  Ihnen das Gefühl geben, dass die Groß-Alischer Gemeinschaft durch ihre vielfältige Tätigkeit lebt und Sie nicht vergessen hat.

Gerne erinnern wir uns an das letzte Treffen der Groß-Alischer in Nürnberg, an die Begrüßung durch Pfarrer Georg Schaser in der Emmaus-Kirche im Groß-Alischer Dialekt und an den anschließenden Gottesdienst wie zu Hause. Leider war die Beteiligung an dem Treffen geringer als in den vergangenen Jahren, obwohl ein neuer Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt und die Beschlüsse für die weitere Tätigkeit der HOG abgestimmt wurden. Auf unserer Homepage www.gross-alisch.de können Sie die Berichte und die vielen Bilder einsehen.

Der bereits im letzten Rundbrief angekündigte Leuchtergottesdienst „bam Lichter sanjen“, findet am 17. Dezember 2011, 15.00 Uhr in der Stephanuskirche in Nürnberg-Gebersdorf statt. Pfarrer Georg Schaser hat sich bereit erklärt, den Gottesdienst gemeinsam mit uns zu gestalten. Dazu möchten wir Sie alle – vor allem die Kinder, die wie in Alisch ein Päckchen erhalten werden - herzlich einladen. Anschließend treffen wir uns im nahegelegenen „Bürgertreff“ bei Kaffee, Tee und Kuchen. Gebäck bitte selber mitbringen.

Sehr glücklich sind wir über die Instandsetzung der Turmuhr in Groß-Alisch. Nach 62 Jahren schlägt sie nun wieder jede Stunde, das Schulglöckchen läutet pünktlich um 7.45 Uhr und die neue Holzpuppe hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Dank Prof. Christian Ottos Tätigkeit und die seiner Studenten von der Hochschule aus Dresden tut das 270 Jahre alte Uhrwerk wieder seinen Dienst. Auch die Sonnenuhr an der Südwand des Kirchengebäudes wurde restauriert. Es ist ein wahres Kunstwerk. Der Friedhof hat eine neue Eingangspforte und ein neues Einfahrtstor und die Tornaz erstrahlt in neuem Glanz. Das Gesamtbild des Friedhofes ist dank des Einsatzes von Elfriede Hermann lobenswert. An „Heilig Abend“ kann die kleine Kirchengemeinde in Groß-Alisch zusammen mit ihrer Pfarrerin, Agnes Köber, kleine Geschenke für jedes Kind und für die bedürftigen Erwachsenen austeilen. Ein großer Tannenbaum für die Kirche wird vom Bürgermeister gespendet.

Liebe Landsleute und liebe Freunde, nur mit Ihrer Hilfe – durch Beiträge und Spenden - haben wir alle diese Vorhaben in die Tat umsetzen können. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Mit Wehmut denken wir an die Verstorbenen aus unseren Reihen, die wir an diesem Christtag sehr vermissen werden. Wir spenden Trost den Hinterbliebenen und bieten unsere Hilfe den Leidenden und Alleingebliebenen an.

Mit dem Wunsch, dass dieses Weihnachtsfest ein gesegnetes und friedvolles wird und das neue Jahr uns in Gesundheit und Frieden wieder zusammenführt, grüßt Sie herzlich auch im Namen des Vorstandes

Wilhelm Paul

HOG Groß-Alisch, Rhönstraße 39, 91056 Erlangen  

 

 

15. Heimattreffen der HOG Groß-Alisch in Nürnberg Gartenstadt , 30.04.2011

Gott sei es gedankt ! Er erfreute und beglückte die Teilnehmer am 15. Heimattreffen mit herrlichem Wetter. Mit Sonnenschein im Herzen, viel Freude und guter Laune im Gepäck, kamen die Groß- Alischer aus allen Himmelsrichtungen, nach Nürnberg Gartenstadt. Viele hatten die letzten 2 Jahre, diesem Moment entgegengefiebert und gehofft, Kameraden, Freunde, Bekannte, langjährige Weggefährten hier begrüßen zu können. An allen Ecken und Enden Wiedersehensfreude, Freudetränen, Glücksgefühle.
Oh ja ! So wie jedes mal ? Nein, nein, nein...
Das altersbedingte Fernbleiben einer immer größeren Zahl lieber Menschen, aus den Reihen einer, von Jahr zu Jahr älter werdenden Generation, die den jüngeren Generationen als gutes Vorbild voranschritt und in deren Wunschvorstellungen, auch weiterhin voranschreiten sollte, lässt einen Hauch von Traurigkeit aufkommen, so manches Auge feucht schimmern. Eigene Gebrechlichkeiten erinnern an unsere Vergänglichkeit. Voller Zuversicht und Hoffnung geht man gemeinsam durch das einladende Portal der Emmauskirche zum 

Gottesdienst mit Pfarrer Georg Schaser. 

Es war nicht zu übersehen, durch seine Aussprache in gutem Groß-Alischer Dialekt, auch nicht zu überhören, nach seiner wunderbaren Predigt, auch deutlich zu spüren, dieser Pfarrer ist und bleibt einer von uns. Nah den Menschen bei denen und mit denen er aufwuchs und seine schönsten Kinder- und Jugendjahre verbrachte. „ Großer Gott wir loben Dich „ klang es beherzt aus knapp 100 Kehlen. Auch wenn wir an vollere Kirchen gewohnt waren, überwog die Freude hier sein zu dürfen und zu können, die frohe Osterbotschaft noch mal zu hören. Im Evangelium Johannes 20, erscheint Jesus seinen Jüngern und kommt später extra für Thomas wieder, um auch den Zweifler zu überzeugen.Glauben heißt, Jesus vertrauen, auf sein Wort bauen, ohne seine Wundmale zu sehen.Pfarrer Schaser durchleuchtet in seiner Predigt, einen Text aus Jesaja 40 „ Gott gibt Kraft zum Durchhalten „ dort heißt es:  „ Ihr Israeliten, Nachkommen Jakobs, warum klagt ihr :  Der Herr kümmert sich nicht um uns, unser Gott lässt es zu, dass uns Unrecht geschieht „ Er macht uns begreiflich, dass Gott die ganze Erde geschaffen hat und diese für alle Zeiten regiert, seine Weisheit ist tief und unerschöpflich. Wir Menschen kommen mit unserem Tun und Denken sehr schnell an unsere Grenzen, sehen die Dinge aus unser eigenen, engen und begrenzten Perspektive, haben unsere eigenen Vorstellungen, Sehnsüchte und Wünsche. Gott hat und behält die Übersicht, kennt unsere wahren Bedürfnisse, schenkt uns immer wieder neue Kraft. Sein vortreffliches Beispiel mit dem Groß- Alischer Kind, dass den heimkehrenden Vater in ihren Vorstellungen und vielleicht auch Träumen anders gesehen hat, war sehr einleuchtend. Sie war anfangs von seiner Statur etwas enttäuscht. In ihren Augen musste er größer sein wie der „ Keneng  Piter „ , der größte Mann im Dorf. Dann kam er auf die Frage, wie jeder einzelne sich Deutschland, die neue Heimat vorgestellt hat? Sprach man nicht auch noch lange nach dem Krieg vom „ Reich „, dachte man dabei nicht an das „ Schlaraffenland „ , an ein Land in dem Wein und Honig fließt ? Waren nicht die meisten von uns etwas enttäuscht von der Realität ?. Wir haben lange gebraucht uns einigermaßen anzupassen, einzuleben, zurechtzufinden. Erst mussten wir aber begreifen und uns eingestehen „ es ist nicht alles Gold was glänzt „ und dass wir in vielen Bereichen auf Rat und Hilfe anderer angewiesen waren. Wie sollte das ganz ohne Vertrauen, ohne göttliche Hilfe gegangen sein. Da hilft uns Vers 31 des Predigtextes mit Sicherheit auch in Zukunft alle Probleme zu meistern. „ Aber alle die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.„  Die von Pfarrer Georg Schaser ins Leben gerufene „ Goldene Konfirmation „ fand auch diesmal für die Jahrgänge 1946-1947 , mit nur 6 Konfirmanden, statt.Beim Gedenken an die Verstorbenen der letzten 2 Jahre, schien die Liste unendlich, 33 liebe Menschen haben uns für immer verlassen. Beim Verlesen der Namen, wurde einem richtig bewusst, ihre Plätze in der Kirche sind und bleiben leider leer, die Kirche wird sich mehr und mehr leeren. Eine letzte Ehrerweisung für die Verstorbenen, brachte der Posaunenchor. Beim anschließenden Abendmahl an dem alle teilnahmen, berief Pfarrer Schaser, Helmut Homm als Austeilhelfer.Mit dem Ausgangslied „ Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr „ ging man zuversichtlich aus der Kirche, Richtung Gesellschaftshaus.  

  Fotos Gottesdienst

 

Im Gesellschaftshaus

Der gewohnt herzliche Empfang und Begrüßung. Mit dem Groß- Alischer Wappen- Abzeichen an der Brust, ging es in den Saal, in eine gemütlich, lockere, einladend wirkende Atmosphäre. Die Handschrift des neuen Pächters, Konstantinos Karanikos, der die Eintretenden, zusammen mit seinem in Schale geworfenen Bedienungsstabes, begrüßte und willkommen hieß, war eindeutig zu erkennen. Das neue Erscheinungsbild, mit neuer Einrichtung, den schönen Wandbildern und der guten Beleuchtung, harmonierte mit unserer Bühnendekoration.Das einzigartige Bühnenbild strahlte in neuem Glanz und Licht. Von einer großen Leinwand, grüßte in voller Pracht und Farbe, die Kirchenburg Groß-Alisch, eine Neuanschaffung der HOG mit Hilfe des Künstlers Hans Folea Stamp.Eine angenehme Überraschung, ein wertvolles Bild, an dem wir noch viele Jahre Freude haben werden. Beim Betrachten unserer Kirchenburg, werden so viele Erinnerungen wach, schlummernde Gefühle und Hoffnungen geweckt, dass sich schon dafür die Fahrt nach Nürnberg, mehr als gelohnt hat. Die Bedienung und das Essen waren hervorragend. Das Personal war einfach Klasse.Flink, freundlich und professionell, wurde serviert und abgeräumt. Den Gästen blieb viel mehr Zeit für lockere Gespräche, Plausch und Austausch. Gestärkt durch Speise und Trank konnte man in aller Ruhe, zum :

Offizielle Teil unseres Treffens übergehen.

Der 2. Vorsitzende der HOG Groß- Alisch, Alfred Drotleff begrüßte alle Gäste aufs herzlichste, bedankte sich bei den Organisatoren, Mitwirkenden und Helfern, die für ein gutes Gelingen unseres Treffens beigetragen haben und weiterhin beitragen, für ihre Mühe und aufopfernde Arbeit. Mit tosendem Applaus würdigten die Gäste die genannten: Pfarrer Georg Schaser mit Ehefrau, für ihr kommen und die ergreifende Predigt, den Posaunenchor in der Besetzung Georg Zakel, Alfred Weber, Alfred Drotleff, an der Orgel, Kurt Gehann, den Organisatoren, Empfangsdamen sowie Dekorateuren in Kirche, Saal und Bühne, Meta und Albert Schuster, Doris und Dieter Ungar, Hannelore Fakesch, Irmtraud Teutsch, Irene Fakesch, Alida Binder, Traudi Zakel.Nach wichtigen organisatorischen Hinweisen, betreff Ablauf und Programm, gab er das Wort weiter an unseren 1. Vorsitzenden Wilhelm Paul. Dieser begrüßt die Anwesenden ganz herzlich und heißt alle willkommen beim 15. Groß- Alischer Treffen. Er lässt es sich nicht nehmen, allen schon vorher genannten, seinen Dank für ihren Einsatz auszusprechen, was alles andere als selbstverständlich ist. Er will nicht unerwähnt lassen, dass Pfarrer Georg Schaser, nun schon seit 10 Jahren, auf eigene Initiative, die Goldene Konfirmation organisiert, betreut und zelebriert. Er macht sich kundig nach dem Konfirmandenspruch jedes Einzelnen und erstellt Konfirmandenscheine auf eigene Kosten. Alle Achtung! Stolz und doch etwas traurig, weil es seiner Meinung nach, viel zu wenige sind, begrüßt er die Gäste in Tracht und wirbt dafür, dass sich mehrere trauen, diese schönen Erbstücke zu tragen.„Unser Prudner Freund „ wie er Lukas Geddert nannte, organisiert und sponsert auch in diesem Jahr, die traditionell gewordene Tombola. Seine Liebe zu Groß- Alisch hat tiefe Wurzeln, schon seit der Kindheit und Schulzeit. Er ist von unseren Treffen nicht mehr wegzudenken. Willi lenkte unsere Aufmerksamkeit auch auf den Infostand mit Anni Binder und Inge Paul mit einigen Neuheiten, wie : Info- Hefte für die im Foyer und im Saalnebenraum ausgestellten Schautafeln über die Siebenbürgische Schulgeschichte, beleuchtete Glaswürfel mit der dreidimensionalen Darstellung der Kirchenburg Groß- Alisch, hergestellt nach den Vermessungsarbeiten, können bestellt werden und werden nach Hause geliefert. Geehrt wurde auch die Älteste unter den Gästen. Sara Jakobi erhielt den Blumenstrauß. Aufmerksamen Gästen war es zu verdanken, dass die tatsächlich Älteste, Frau Elisabeth Schuller entdeckt und im Nachhinein auch geehrt wurde. Es folgt eine tiefere Betrachtung unserer Treffen, dabei spricht er von Erinnerungsveranstaltungen, Erinnerungsfesten und von einem noch unausgeschöpften Vorrat an gemeinsamer Geschichte der Menschen, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und Großbritannien veranlasst her anzureisen um sich an gemeinsam Erlebtes zu erinnern, daran wärmen und  wenn auch nur für kurze Zeit, die gemeinsame Lebenswelt in Alisch, aufleben zu lassen. Seit dem 1. Groß- Alischer Treffen 1982 in Langen/ Hessen, sind nunmehr schon 30 Jahre ins Land gezogen. Glücklicherweise können wir uns alle 2 Jahre treffen und dankenswerterweise hat es in dieser Zeit immer Landsleute gegeben die sich für einen Zusammenhalt der Groß- Alischer eingesetzt haben. Ein Dank geht an alle, die sich für den Erhalt unserer HOG einsetzen. Nur mit hohem Einsatz und Gottvertrauen können wir unsere Arbeit und Aufgaben an die jüngere Generation weitergeben. Wo er Recht hat, hat er Recht!

Dennoch ist es unumstritten und unübersehbar dass in diesem Jahr viele Plätze leer geblieben sind, dass im Vergleich zu anderen Treffen, gut 200 Teilnehmer fehlten. Machen wir uns nichts vor, wir können den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Der harte Kern der Leistungsträger und Dauerteilnehmer vergangener Jahre wird immer kleiner. Diese Generation wird älter schwächer, kränklicher oder hat uns für immer verlassen. 33 liebe Menschen in nur 2 Jahren weilen nicht mehr unter uns. Das ist viel, sehr viel. Zusammen mit den Kranken und Geschwächten, denen eine Anreise nicht mehr zumutbar ist, hinterlassen sie eine Riesenlücke in unseren Reihen, die so, nicht mehr geschlossen werden kann.Die nachkommenden Generationen, haben ganz andere Interessen und Bindungen. Haben keine oder kaum eine gemeinsame Geschichte, keine oder sehr wenige Erinnerungen auszutauschen. Das heißt aber noch lange nicht, die Flinte ins Korn werfen, ganz im Gegenteil. Ärmel hochkrempeln heißt die Devise, mutig neue Wege finden und einschlagen. Die Goldene Konfirmation ist ein Beispiel dafür. Anfangs waren es fast 40 Konfirmanden die mit ihren Familien anreisten, unser Treffen, erweiterte und belebte. Die folgenden Jahrgänge wurden immer kleiner, daran kann sich in den nächsten Jahren, auch wenn alle kommen würden, kaum etwas ändern.Neue Ideen und Kreativität sind gefragt, jeder gute Vorschlag ist willkommen.Die HOG Groß- Alisch, kann den Rahmen für zukünftige Treffen beim Treffen bilden.Das könnten Klassentreffen, Silberhochzeit, Goldene Hochzeit, Großfamilientreffen oder Kusinentreffen, zum Beispiel der Familien: Alischer, Binder, Fakesch, Freitag, Gitschner, Hermann, Homm, Hommner, Krammer, Kuttesch, Lang, Menning, Paul, Sander, Schuster, Türk, Weber, Wohl, Zakel, Zikeli usw. sein. 

Die Berichterstattung über die aktuelle Situation in Groß- Alisch  wirkt ernüchternd, nichts mehr ist wie es einmal war und wird auch nie mehr so sein. Die Besuche in der Heimat bringen nicht nur Freude, sondern oft auch Schmerz und Trauer. Aus Alisch wird langsam Seleus, die Häuser verlieren ihr ursprüngliches Gesicht, sie werden romanisiert, vom Friedhof wird weiterhin gestohlen, die Verhandlungen über den Verkauf der Schule sind auf Eis gelegt. Sorgen macht die große Glocke, hängt schief und die Orgel, muss generalüberholt werden.Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten, Wasser am Friedhof, Abfallsammelstelle, im allgemeinen gepflegte Gräber, die neue Holzfigur über der Turmuhr ist wieder an ihrem Platz, die Turmuhr wird in Stand gesetzt und nach über 60 Jahren wird das Schulglöckchen seinen Dienst wieder aufnehmen. Können wir uns noch darüber freuen ? , Bei der Frage: Wozu ? konnten nicht alle im Saal der Argumentation ihres Vorsitzenden folgen, nicht dessen Optimismus teilen. Schmerz , Bitterkeit und viele Enttäuschungen führen zu Resignation und Hoffnungslosigkeit.Freunde, dafür haben wir zu viel erlebt und mitgemacht. Aufgeben oder leichtfertig mit unseren Chancen umzugehen, war uns fremd. Eine Erbschaft antreten und bewahren für unsere Nachkommen, ist und bleibt unsere heiligste Aufgabe. Unser gemeinsames Erbe in Groß- Alisch ist unsere Kirchenburg, die Schule und die Gräber unserer Väter. Es lohnt sich, dieses Erbe für unsere Kinder und Kindeskinder zu pflegen und bewaren, solange wir noch dazu in der Lage sind. Zur Frage , Wozu ? Meine Antwort, -  ein Zitat von Martin Luther.Unser großer Reformator sagte : „ Und wenn ich wüsste dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen. „

Es folgte ein Appell an alle Groß- Alischer, beim Trachtenzug  in Dinkelsbühl 2011 dabei zu sein. Zum 1. Mal dabei sein, beim Pfingstreffen 2010, war eine große Herausforderung. Stolz die Feuerprobe erfolgreich bestanden zu haben, ist es wünschenswert dass man nun an diesen Erfolg anknüpft und die Bewährungsprobe mit viel mehr Teilnehmern, über die Bühne geht.In Abwesenheit des Kassenwartes Rudolf Menning, präsentiert Willi Paul auch einen, wiederum außerordentlich positiven Kassenbericht, erläutert einige Ausgaben, vor allem in Groß- Alisch, dankt allen HOG Mitgliedern für Beiträge und Spenden.Dann werden die bevorstehenden Neuwahlen angekündigt, dem alten Vorstand, wird für seine vorbildliche, oft aufopfernde Arbeit, herzlichst gedankt. Irene Fakesch, Traudi Zakel, Rudolf Menning und Silke Müller, stellen sich nicht mehr zur Wahl. Herzlichen Dank für teilweise 10 jährige Ehrenarbeit, den tosenden Beifall habt ihr euch reichlich verdient!

Die Wahl des neuen Vorstandes

Willi Alischer gilt längst als routinierter Wahlleiter. Dementsprechend ging auch die Wahl des neuen Vorstandes problemlos vonstatten.Nach seiner konstituierenden 1. Sitzung, sieht der aus 9 Mitgliedern bestehende Vorstand der HOG Groß- Alisch, für die nächsten 4 Jahre wie folgt aus:

Wilhelm Paul              1. Vorsitzender

Alfred Drotleff            2. Vorsitzender

Albert Schuster           Schriftführer

Hannelore Fakesch     Kassenwartin

Kurt Freitag                Jugendreferent

Irmtraud Teutsch         Beisitzerin

Helmut Homm             Beisitzer

Erika Schuster             Kassenprüferin

Horst Fakesch             Kassenprüfer

In dieser schnelllebigen Zeit und rasantem Wandel, dem auch die Struktur unserer HOG unterworfen ist, kann man diesen Vorstand für seine bevorstehenden Aufgaben und Tätigkeiten, wahrlich nicht beneiden, aber nach Kräften unterstützen. Das können wir!!! Ja, so wie diesmal alle, ohne Ausnahme, diszipliniert und interessiert, wie nie zuvor zugehört und mitgemacht haben, können wir das. Danke!

Zum unterhaltsamen Teil unseres Treffens  

  Sonstige Fotos

Als das Party-Trio mit Georg Zakel, Alfred Drotleff und Fritz Zakel, auf der Bühne erschien, ging die Party erst richtig los. Gerade die jüngeren Teilnehmer hatten schon lange vorher diesem Moment entgegengefiebert. Nun waren sie nicht mehr zu halten. Wie entfesselt wurde getanzt, gelacht, gesungen. Jung und Alt tummelte sich auf der Tanzfläche. Ein sorgfältig sortierter Schlager Mix, sorgte für hervorragende Stimmung und Laune. Für jeden war etwas dabei, alle kamen auf ihre Kosten. Zur besten Zeit waren gute 300 Teilnehmer im Saal. Vorteil für die Tänzer, sie freuten sich über viel mehr Platz. In einer der, für Tänzer und Musikanten absolut notwendigen Spritzpausen, fand die Tombola statt. Gleich 4 – 5 Kindern eiferten, wer das nächste Los ziehen darf. Es ging lustig zu, viele große und kleine Artikel fanden glückliche Gewinner. Mitten in dieser wunderbaren Unterhaltungsstimmung, verabschiedeten sich die ersten Paare, um die teilweise weite bis sehr weite Heimfahrt anzutreten. Erstaunlicherweise änderte sich auf der Tanzfläche relativ wenig. Die tanzfreudigen, meist Jugendliche und Junggebliebenen, blieben bis spät in der Nacht.Wie immer fiel der Abschied schwer. Trennungen sind sehr emotionale, intensiv gelebte und zeitlos erscheinende Momente, in denen man dem anderen noch so viel auf den Weg mitgeben will oder selbst noch mitnehmen möchte. Es kommt Wehmut auf, aber es überwiegt die Freude, dass man da sein durfte und konnte. Man geht mit einem guten Gefühl, voller Hoffnung und Zuversicht, dass dies nicht das letzte Treffen war. Vertrauen wir auch weiterhin, dass Gott uns Kraft schenkt unsere Probleme zu lösen, neue Wege zu finden und zu gehen. Vertrauen wir vor allem, dass er uns liebt, uns sucht aber oft nicht antrifft. Lassen wir ihn doch in unser Leben, in unsere Gemeinschaft kommen. Mit den Worten von Gerhard Ebeling ausgedrückt heißt das:  „ Nicht wo der Himmel ist, / ist Gott, / sondern wo Gott ist, / ist der Himmel .„ Das heißt aber nicht die Hände in den Schoß legen und erwarten, dass Gott alles für uns erledigt. Auch nicht zu fragen:“ Wozu ? , Macht doch keinen Sinn, da hilft auch Gott nicht.“ Natürlich nicht. Eine kleine Anekdote scheint dafür die richtige Antwort zu liefern: „ Ein Gläubiger betet Abend für Abend, Gott bitte lass mich einmal im Lotto gewinnen, Nach langer Zeit meldet sich Gott und sagt: Gib mir doch eine Chance, kauf dir ein Los.“ Natürlich sollen wir vor der Realität die Augen nicht verschließen, aber vor allem nicht stur an alten Strukturen festhalten. Auf den Puls der Zeit hören, Veränderungen akzeptieren und auch den Mut aufbringen, diese durchzuführen, wäre der richtige Weg. Beten wir dafür zu unserem Herrn mit den Worten von Reinhold Niebuhr: „ Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ In diesem Sinne freuen wir uns auf unser 16. Groß- Alischer Treffen. Es findet am 20 April 2013, an gewohnter Stelle statt.

Ich freue mich auf Euch ! Bleibt gesund ! Auf Wiedersehen !

Helmut Homm

 

 

Im Advent 2010

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch,

dieser Brief soll Sie in die Advents- und Weihnachtszeit hineinführen und in ihr begleiten. Deshalb will ich schon jetzt den Blick auf das in unserer Tradition und Kultur größte Fest lenken: Weihnachten, Christgeburt. Bei meinem letzten Besuch in Groß-Alisch entdeckte ich zwei Leuchter in der Sakristei der Kirche. Der eine noch mit Schmuck vom letzten Leuchtergottesdienst aus dem Jahre 1992.  Aus Mangel an Kirchenmitgliedern, vor allem an Jugendlichen, hat die Pflege dieser schönen Tradition sein Ende gefunden. Erinnerungen wurden in mir wach und der Wunsch lebendig, diesen Brauch hier in unserer neuen Heimat wieder aufleben zu lassen. Ich erlaubte mir, mit der Zusage von Kurator Michael Fakesch, das Siebengestirn des einen Leuchters mit nach Deutschland zu bringen. Es soll der erste Schritt sein für den Bau eines neuen Leuchters und wenn Gott will, soll im nächsten Jahr  auch der Leuchtergottesdienst, nach Groß-Alischer Brauch,  in Nürnberg stattfinden. Es ist die Sehnsucht nach einem Symbol des Lebens und des Lichts, auf das sich alle gemeinsam ausrichten. Dieses   Symbol bringt uns Weihnachten nahe- uns dem Fest und das Fest uns: Licht und Hoffnung und Leben und Geborgenheit und Heimat finden wir nicht aus uns, sondern dies alles wird uns angeboten- angeboten von Gott, der in Jesus aus Nazareth an unsere Seite getreten ist. Wir nehmen das vergehende Jahr und alles, was es für uns bedeutete und was wir in ihm anstoßen und bewirken konnten, vor unser geistiges Auge und sind dankbar dafür. Von dieser Basis schauen wir schon voraus auf den Wechsel in das nächste Jahrzehnt und werden Sie, als treue Mitglieder und Freunde der HOG Groß-Alisch, in unsere Arbeit mit einbeziehen. Die „Groß-Alischer Nachrichten“ versuchen, durch ihre Berichte und Informationen aus Geschichte und Gegenwart rund um Groß-Alisch, Ihnen diese Arbeit vorzustellen. Auch unsere Homepage www.gross-alisch.de ist eine Informationsplattform die es sich lohnt anzuklicken. Jedes Jahr legen wir Ihnen die Arbeit der Heimatortsgemeinschaft ans Herz und bitten Sie um Ihre Hilfe in Form von Beiträgen oder Spenden. Wir sind dankbar, daß ein Teil unserer Mitglieder ihre Beiträge und Spenden rechtzeitig überweisen, damit die gesamte Arbeit der HOG erst möglich wird und bitten diejenigen, die damit noch im Rückstand sind, es nachzuholen. Dafür hat jeder ein Heimatblatt erhalten, es wird der Friedhof in Alisch, wo viele eine Grabstätte besitzen und sich nicht darum kümmern, gepflegt. Mit diesem Geld können wir einmal im Jahr die „Groß-Alischer Nachrichten“ herausgeben, einen Brief an jede Familie zu Weihnachten schreiben, jedem Verstorbenen, in Form eines Kondolenzbriefes, eines Grabschmuckes und Glockenläuten in Alisch gedenken, die Weihnachtsgeschenke nach Alisch und an Bedürftige in Deutschland verteilen, bei dem Erhalt der Kirchenburg, der Orgel, der Glocken, der Turmuhr und der Sonnenuhr uns beteiligen. Pfarrerin Agnes Köber leistet, mit beinahe übermenschlicher  Kraft, ihre Arbeit im Bezirk Schäßburg wo sie acht Gemeinden  betreut. Trotz vollem Terminkalender erhält sie, zusammen mit den wenigen Kirchenmitgliedern in Groß-Alisch, das Kirchenleben aufrecht. So werden sie auch in diesem Jahr den Gottesdienst zu „Heilig Abend“ in unserer Kirche feiern, wo alle Anwesenden ein Geschenk, in Form von Grundnahrungsmitteln erhalten und die 18 Kinder freuen sich auf die Christbescherung unter dem geschmückten Tannenbaum. Gerade an diesen Festtagen werden wir die Verstorbenen sehr vermissen. Manche werden alleine sein. Wir, der HOG- Vorstand bieten den Alleingebliebenen unser Hilfe an und versuchen die Hinterbliebenen zu trösten.

Liebe Landsleute und liebe Freunde, wir danken Ihnen für Ihre Treue, die sie uns auch 2010 gehalten haben, und für jede Art der Unterstützung. Wir laden Sie alle herzlich ein zu unserem 15. Groß-Alischer Treffen in Nürnberg, am Samstag den 30. April 2011. Der genaue Ablauf des Treffens erscheint in der nächsten Ausgabe der „Groß-Alischer Nachrichten“.

Mit dem Wunsch, daß das Weihnachtsfest bei Ihnen, in Groß-Alisch, in Österreich, in England, in Kanada, in Amerika, in Neuseeland und natürlich in Deutschland voller Segen und Frieden sein möge und das Neue Jahr uns weitere Begegnungen in Gesundheit ermöglicht, grüßt Sie herzlich, im Namen des Vorstandes

 

Ihr Wilhelm Paul

 

 

 

beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl, Pfingsten 2010

 

 

Das 14. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch in Nürnberg - Gartenstadt

 

Bei strahlendem Sonnenschein und leuchtend blauem Himmel, nahmen viele Groß- Alischer die Einladung zum 14. Heimattreffen der HOG Groß- Alisch dankend an und fanden sich gut gelaunt, am 25.April 2009, nun schon traditionsgemäß, in Nürnberg Gartenstadt ein.

Im Anblick der herzlichen Begrüßungen und innigen Umarmungen, vor dem Gesellschaftshaus und vor der Emmaus Kirche, floss manche Freudenträne. Anstrengungen und Strapazen welche viele auf sich genommen hatten waren vergessen und man war nur noch froh wieder da sein zu können. Ansteckende Freude und Dankbarkeit machte die Runde.

In dieser Hochstimmung betrat man, die nun schon fast heimisch gewordene Emmaus Kirche, festlich geschmückt von Irmtraud Teutsch, um miteinander nach alt bekanntem Ablauf  Gottesdienst wie in der Heimat, zu feiern.

Voller Vorfreude und ein wenig neugierig auf den, von vielen lang ersehnten Auftritt unseres langjährigen und letzten Pfarrers, vor der Wende, Prof. Dr. Berthold Köber, stimmte die Gemeinde, begleitet an der Orgel von Kurt Gehann, in das Loblied „ Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren „ , ein.

Die hochkarätige Predigt, war eine hochwertige Entschädigung für jeden Teilnehmer an diesem wunderbaren Gottesdienst. Ausgehend von der biblischen Aussage, „ Der Mensch lebt nicht vom Brot alleine ... „ beleuchtete Pfarrer Köber nacheinander brandaktuelle Fragen zu diesem Tag:  Warum feiern wir ? , Wozu HOG Treffen ? , Wozu Gottesdienst ? .

Ein bisschen Vergangenheit in der Gegenwart zu erleben, erinnern an die alte Heimat und frühere Zeiten erleben als wären sie jetzt, sind einige der Antworten, welche den Kern der Frage am ehesten treffen. Die alte Heimat ist anders geworden, aber sie ist und bleibt, Teil unseres Lebens, Teil unserer Identität.

Teile unserer Identität sind unsere vielfältigen Beziehungen zu den Menschen, zur Gesellschaft, zum Leben und zu Gott.

Wir haben innermenschliche Beziehungen als Ehemann, Vater, Groß- Alischer, Siebenbürger.

Als Teil der Gesellschaft, Landsmannschaft, HOG, Nachbarschaft oder Familie, haben wir soziale Beziehungen.

Was unsere Lebensansichten betrifft, leben wir in einem gesellschaftlichen Konsens, in selbstverständlicher Akzeptanz, die wir weitergeben wollen.

Bei unseren Treffen vergewissern wir uns unserer Identität und des Sinnes unseres Daseins.

Natürlich gehört der Gottesdienst dazu und ist sehr wichtig für unsere Beziehungen zueinander und zu Gott. Wir sind Gottes Kinder und unsere Beziehung zu ihm ist Teil unserer Identität. So können wir unseren Lebensweg im Lichte unseres Glaubens sehen.

„ Gedenke des ganzen Weges den dich der Herr geleitet „ spricht der Herr. Wir haben auf unserem Lebensweg viel Leid, Gefangenschaft und Knechtung , aber auch viel Gutes und Segen erfahren. Uns wurden neue Möglichkeiten eröffnet, wir haben eine neue Heimat gefunden. Was wir sind und haben, ist ein Geschenk von Gott, gibt Anlass zu Dankbarkeit und Dank, gibt Grund zur Freude.

Haben wirklich alle Grund zur Freude und Dankbarkeit ? Viele mussten durch Trennung, Verluste und Tod, schweres Leid erfahren und ertragen. Die Antwort lautet eindeutig JA, unser Gott war da, hat uns begleitet, sein Sohn hat freiwillig auch für uns gelitten, Schmach und Tod auf sich genommen und ist durch seine Auferstehung zu unserem guten Hirten geworden. Er hat uns, wie es Psalm 23 sinngemäß heißt, nicht alleine gelassen, hat uns auch durch die dunkelsten Täler begleitet und hat uns Kraft zum tragen und ertragen geschenkt. Bildlich ließ Pfr. Köber mit Hilfe eines schönen Gedichtes die Gemeinde, jeden einzelnen von uns, auf seinen zurückgelegten Lebensweg schauen, auf zwei nebeneinander laufende Spuren, die gerade für schwersten Zeiten, nur als Einzelspur wahrgenommen werden können und ließ uns wissen, dass Gott uns auf diesen Strecken keineswegs verlassen, allein gelassen, sondern getragen hat. 

Diese frohe Botschaft lässt uns hoffen und glauben, dass er uns „ den ganzen Weg begleitet „.

Auch in diesem Jahr war die goldene Konfirmation der Jahrgänge 1944 und 1945, organisiert von Gerda Roth, fester Bestand unseres Gottesdienstes. Von 27 Konfirmanden konnten leider nur acht teilnehmen und zur Einsegnung vor den Altar treten. Schade für die Fehlenden.

Beim Toten- Gedenken wurden wir wieder an unsere eigene Sterblichkeit und die Vergänglichkeit dieser Welt erinnert. 24 liebe Menschen sind in den letzten zwei Jahren von uns gegangen, durch Vorlesen ihrer Namen wurden Sie uns ein letztes Mal in Erinnerung gebracht, in stiller Andacht lauschten wir dann den friedlichen Klängen des Posaunenchores.

Beim anschließenden Abendmahl ergänzten sich Pfarrer Köber und Pfarrer Lothar Schullerus jun. beim Austeilen der Hostien und des Weines, zu aller Freude in Einklang und Harmonie.

Mit dem Ausgangslied „ Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen „ fand der Gottesdienst, an den man sich gerne zurück erinnern wird und von dessen reichem Inhalt wir nun die nächsten zwei Jahre zehren können und dürfen, einen würdigen Abschluss.

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 Beim Einzug in das Gesellschaftshaus, wurden wir von den Empfangsdamen, herzlichst begrüßt und unsere Brust, mit dem Groß- Alischer Wappen geschmückt. Saal und Bühne, von Edeltraud Zakel, Irmtraud Teutsch, Irene Fakesch, Alida Binder und Meta Schuster, liebevoll dekoriert, wirkten heimisch, einladend. Die Kanada Fahne, als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit mit unseren Landsleuten aus Übersee, vervollständigte das gewohnte Bild.

Nach Stärkung mit Speise und Trank, nach lockerem Austausch und Plausch, wobei es laut, lustig und oft auch ernst zuging, mit einem Kommen und Gehen, wie in einem Taubenschlag, kam der, bei vorherigen Treffen von zu vielen, als lästig empfundene und mehr oder weniger ignorierte, Offizielle Teil unseres Treffens.

Alfred Drotleff,  2. Vorsitzender der HOG Groß- Alisch, richtete einen Willkommensgruß an alle Teilnehmer, dankte den Vorbereitern und Mitwirkenden, in der Kirche und im Gottesdienst, sowie am Empfang, Saal- und Bühnendekoration, am Info und Bücherstand, für ihre Mühe und Arbeit. Mit Hinweisen auf den Ablauf und Programm gab er das Wort an Wilhelm Paul, 1. Vorsitzender der HOG Groß- Alisch.

Nach herzlichem Willkommensgruß zum 14. Groß- Alischer Treffen, gestand er ehrlich, wie schon in den vergangen Jahren hin und hergerissen zu sein, in welcher Sprache, hochdeutsch oder sächsisch, er seine Ansprache halten sollte, sprach dann, für alle verständlich, alternativ sächsisch und deutsch.

Vornweg ließ er eine sehr ernst gemeinte Bitte los:  Zieht doch bitte, bei Gelegenheiten wie heute, die wunderschöne siebenbürgische Tracht an. Es wäre tatsächlich ein großer Gewinn und ein noch schönerer Anblick, wenn nicht immer nur die am Programm Mitwirkenden, sondern die große Mehrheit, in Tracht erscheint.

In seinen Danksagungen, an die Pfarrerseheleute Köber und Schullerus, für die Gestaltung des Gottesdienstes und für ihre Liebe zu den Groß- Alischern, an den Organisten Kurt Gehann, an den Posaunenchor mit Georg Zakel und Fredi Drotleff, an die Organisatoren des Treffens : Albert Schuster, Irmtraud Teutsch, die Damen am Empfang und an den Wirt Werner Franz, der uns zum letzten Mal bewirtet, wurde keiner vergessen.

Der Blumenstrauß, der jedes Jahr für außergewöhnliche Leistungen übergeben wird, ging diesmal an Elisabeth Maurer, für den schönen Wandbehang „ Siebenbürgen süße Heimat „, welchen sie mit viel Liebe und künstlerischer Begabung selbst genäht und der HOG gespendet hat, ein wahres Schmuckstück für unsere Bühnendekoration. Erwähnenswert auch die schöne Tischdecke, eine Gabe von Sofia Schuster, die uns immer an sie erinnern wird..

Die Bilanz der letzten zwei Jahre begann mit einer ernüchternden Feststellung, „Wir sind alle älter geworden, ja wir werden von Treffen zu Treffen sichtbar älter“; erfreulicherweise haben wir für genügend Nachwuchs gesorgt und können froh sein, dass die kommende Generation auch in diesem Jahr so zahlreich und stark, vertreten war.

Die Geschlossenheit unserer HOG zeigt sich vor allem in Trauerfällen und freudigen Anlässen, wie  Hochzeiten, Nachwuchs und Taufen, aber auch bei unseren Treffen und auf gemeinsamen Reisen. Wir wollen hoffen, dass es weiterhin so bleibt und unsere Beziehungen nicht abreißen. Dafür sollten wir unsere Groß- Alischer Nachrichten, die nach sieben Ausgaben, im Bewusstsein vieler Menschen, als kostbare Nachrichten angekommen sind, noch mehr nutzen.

Als Bindeglied zwischen gestern und heute, zwischen alter und neuer Heimat, soll dieses wunderbare Heft auch als Instrument zur Vertiefung unserer Beziehungen dienen. Durch Beiträge , Fotos, Kurzberichte, von allen möglichen Ereignissen, lassen wir, wie in alten Zeiten, alle Groß- Alischer, Freud und Leid, mit uns zu teilen.

Das beste Beispiel dass es sich lohnt Beziehungen zu pflegen und zu intensivieren, ist die sehr erfolgreiche Kanada und USA Reise, wo man außer den vielen, von atemberaubender Schönheit geprägten Sehenswürdigkeiten, auch Menschen aus Siebenbürgen, die seit dem Krieg oder länger, auf dem amerikanischen Kontinent, eine neue Heimat gefunden haben, trotzdem Heimatverbunden, Bräuche und Traditionen erfolgreich pflegen, kennen lernen durfte. Die Höhepunkte dieser großartigen Reise, präsentierte Albert Schuster, parallel zur Ansprache auf der Leinwand.

 Um einen reibungslosen Versand der Groß- Alischer Nachrichten zu gewährleisten, wurden alle Teilnehmer gebeten, ihre Daten, am Infostand, mit Anna Binder und Inge Paul, zu aktualisieren. Als Mitglied des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg, Sektion Genealogie, hob Willi Paul, die Wichtigkeit der Familienforschung und die damit verbundene Notwendigkeit der sorgfältigen Ausfüllung und schnellstmögliche Rücksendung, der verteilten Formulare hervor.

Mit sichtlicher Freude brachte er dann die frohe Botschaft, dass Groß- Alisch, endlich wieder einen Pfarrer, besser gesagt, seine erste Pfarrerin, Agnes Köber, die am 9. Mai 2009 öffentlich eingeführt wird, hat und wünschte eine fruchtbringende Zusammenarbeit.

Die Ansprache endete mit einem herzlichen Dank an die Mitglieder des Vorstandes für die gute Zusammenarbeit, und das zielstrebige Bemühen, unsere HOG am Leben zu erhalten.

Seit 8 Jahren wirkt und handelt dieser Vorstand in Einklang und Harmonie, wie man es nur selten antrifft und gilt deshalb als Vorbild für viele HOG`s . Vieles wurde in dieser Zeit auf den Weg gebracht, viele freie Stunden sind für eine gut funktionierenden Gemeinschaft, geopfert worden. Tröstlich und zuversichtlich kam die Feststellung „ Ich glaube unser Vorhaben ist uns gelungen“. Man darf ergänzen: die Mühe hat sich gelohnt. 

Rudolf Menning präsentierte einen außerordentlich positiven Kassenbericht. Die Zahlen konnten die vorbildliche Arbeit der HOG, präzise verdeutlichen.

Diesmal gebührt ein ehrliches Lob und Dank allen Teilnehmern, für ihr ruhiges, diszipliniertes Verhalten. Ungestört und ohne die Lautstärke erhöhen zu müssen, konnten alle Redner ihre Begrüßungen, Ansprachen, Berichte und Anliegen vortragen. Das zeigt reges Interesse und Anteilnahme am Leben unserer HOG, würdigt und entschädigt Organisatoren, Helfer und Helfershelfer, für ihren, nicht selbstverständlichen Einsatz. Ein begrüßenswertes Verhalten, dass wünschenswerter  Weise, in Zukunft Schule machen sollte.

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Der kulturelle Teil war ein stolzes, ausbaufähiges Kurzprogramm, dass gut ankam.

Unsere Jugendreferentin Silke Müller, führte mit ihrer kleinen aber feinen Tanzgruppe, in sächsischer Tracht, mehrere Volkstänze auf. Die Begeisterung und der Beifall waren groß, es gab Zugaben, bis den Tänzern die Puste ausging. Eine Steigerung, was die Beteiligung betrifft, ist in Zukunft mehr als wünschenswert.

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Die Gesangsliebhaber fanden sich in einem großen Kreis und begeisterten mit vielen bekannten Volksliedern, in sächsischer und deutscher Mundart, begleitet am Akkordeon von Hans Jakobi. Da wurde manch schöne Erinnerung wach, stahl sich die eine oder andere Freudenträne, aus glückstrahlendem Auge.

Herr Lukas Geddert , großzügiger Freund und ausgezeichneter Haus- Fotograf der Groß- Alischer, sorgte nicht nur für hervorragende Bilder, die demnächst wieder auf unserer Homepage zu bewundern sein werden, sondern organisierte auch die Tombola. Er spendete  viele, teilweise sehr wertvolle Gegenstände, aus dem eigenen Geschäft und auch den Erlös aus der Tombola, der HOG. Das verdient höchsten Respekt und Hochachtung.

Im Unterhaltungsteil unseres Treffens kamen alle, Jung und Alt auf ihre Kosten.

Das sehnsüchtig erwartetet Party-Trio mit Georg Zakel, Alfred Drotleff und Fritz Zakel wurde mit tosendem Applaus empfangen, spielte nun zum Tanz auf und sorgten für gute Stimmung und noch bessere Laune. Die gute Musik verzauberte und beflügelte jeden einzelnen. Glücklich lachende Tanzpaare , wie entfesselt tanzende Jugend, still lauschende ältere Menschen, verträumte Gesichter, und ausgelassene Freude, prägten das sich dem Betrachter bietende Bild. Stimmungsmäßig wurden die fast 100, zahlenmäßig fehlenden Teilnehmer, im Vergleich zum letzten Treffen, durch den hohen Anteil an jungen Leuten und Jugendlichen, mehr als wett gemacht.

Die Unterhaltung dauerte bis spät in die Nacht. Nur schweren Herzens konnte man sich trennen, verabschieden und den Heimweg antreten.

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Erfreulicherweise waren alle Verabschiedungen von einer Wiedersehenshoffnung geprägt.

Voller Zuversicht und Hoffnung blickt man in die Zukunft und auf spätere Treffen.

So Gott, der uns durch alle Höhen und Tiefen geleitet, begleitet und getragen hat will, dass wir am Leben und gesund bleiben, gibt es für alle, ob älter oder jünger, ein Wiedersehen.

Aus unserer Erfahrung, aber auch aus der Predigt wissen wir, dass wir auch in den dunkelsten und trübsten Tagen, nie allein waren. Gott war uns immer nahe, hat uns nie verlassen und seine Zusage gilt auch für den Rest unseres Weges.

Sich bei unseren Treffen, seiner Identität und der Festigkeit bestehender Beziehungen zu vergewissern, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wagen wir doch mutig auch weitere Schritte und nehmen gemeinsam an den Bemühungen, diese HOG am Leben zu erhalten, teil,

lasset uns doch wie in alten Zeiten, Freude und Leid miteinander teilen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt ! So lange wir leben, dürfen wir hoffen ! Das ist doch wunderbar !

Unser Gott war, ist und bleibt uns gnädig. „ Mancher, der sich vor dem Gericht Gottes zu sehr gefürchtet hat, wird sich in der Ewigkeit ein klein wenig schämen müssen, dass er dem Herrn nicht noch mehr Gnade zugetraut hat „ Mit diesen Worten von Johann Albrecht Bengel, möchte ich schon in die Zukunft blicken, auf unser 15. Treffen, es wird wieder wunderbar sein. Die Zeit wird schnell, viel zu schnell vergehen, Gesundheit, Freude, Glück und Gottvertrauen, möge uns bis dahin begleiten.

Hoffen und freuen wir uns auf unser Wiedersehen 2011.

Helmut Homm

 

 

 

Gemeinsam sind wir stärker!
Steht, für ein gelungenes Groß-Alischer Klassentreffen in Schweinfurt im Oktober 2010.

 

Das Motto „ gemeinsam sind wir stark „ begleitete uns am 15.Oktober 2005, bei unserem ersten gemeinsamen Klassentreffen der Jahrgänge 1953 – 1957 und erwies sich, durch einen außergewöhnlichen Erfolg mit sehr positivem Nachruf, als vollkommen richtig. Wohlwissend „ gemeinsam sind wir stärker „  laden die Organisatoren nach genau 5 Jahren, für den 16. Oktober 2010, auch den Jahrgang 1958, ins Naturfreundehaus in Schweinfurt mit ein. Ein besseres Lokal mit passenderem Namen für dieses gemütliche Beisammensein, findet man weit und breit, kein zweites Mal. Die Organisatoren Erika Schuster mit Ehemann Richard, tatkräftig unterstützt von Hermine und Pauli Paul, waren schon im Vorfeld sichtlich bemüht, einen guten Rahmen und eine sehr ansprechende, gemütliche, Wohlfühlatmosphäre, für dieses Treffen zu schaffen. Sie haben erneut ihr ganzes Können in die Wagschale geworfen, haben keine Arbeit und Mühe gescheut, haben ein organisatorisch, kulinarisch und musikalisch, perfektes Fest vorbereitet und dafür gesorgt, dass jeder einzelne sich wohlfühlen und schön mitfeiern kann. In altbewährter Form haben auch diesmal die hierfür ernannten und zuständigen Klassensprecher Alida Binder, Helmut Homm, Edeltraud Zakel, Erika Schuster, Alfred Drotleff und Georg Schuster die Einladungen an ihre Klassenkameraden verschickt und jeder auf seine Weise versucht, diese für unser Vorhaben, zu begeistern.  Trotz einiger, bedauerlicher, aber durchaus verständlich und begründeter Absagen, kamen insgesamt, inklusive Ehepartner und Gäste, ca. 70 Personen zusammen. Gute Laune und viel Freude am Wiedersehen und Feiern, hatten alle mitgebracht. Bei der Ankunft, gegen 11 Uhr , gab es einen Sektempfang, geprägt von ehrlicher Freude und Freudetränen, von stürmischen Begrüßungen, herzliche Umarmungen, freundschaftlichen Küsschen , lebhaftem Beifall und befreitem Lachen. Mitten drin , in diesem frohen Treiben wurde bekannt, dass Hans Fakesch verstorben sei. Alfred Drotleff rief zu einer Schweigeminute für den Verstorbenen und für alle, die viel zu früh aus diesem Leben geschieden sind, auf. Auch gedachte man all derer die gerne gekommen wären, aber aus persönlichen Gründen, nicht anwesend sein konnten. Ein reichhaltiges, gut sortiertes und vor allem, gut mundendes Mittagsbuffet, sorgte dann für die leibliche Stärkung, hatte doch so manches Paar eine lange , mehrstündige Fahrt hinter sich. Man ließ sich also nicht lange bitten, um ordentlich zuzulangen. Die große Auswahl an „ geistreichen Getränken und Wässerchen „ guten Säften und sogar Wasser, rundeten dieses Festessen ab. Das geschmackvoll vorbereitete Mittelmeerfrüchte- Buffet, ließ das Herz der Kenner und Genießer dieser edlen Früchte höher schlagen. Es war eine Augenweide, deswegen auch verständlich, dass man sich nur zögerlich dranmachte, das Bild zu zerstören. Lehrerin Paul Katharina, unsere Trinitante, die jeder einzelne von uns, sei es als Kindergärtnerin, Lehrerin, Leiterin einer: Theatergruppe, Tanzgruppe oder eines Chores, aber vor allem als Menschen, kennen, verehren und lieben gelernt hat, war mit ihrem Enkel angereist. Die anderen konnten aus familiären Gründen, unserer Einladung, nicht folgen. Dafür hat uns Frau Paul, locker, froh, fröhlich wie selten, voll und ganz entschädigt. Damit meine ich mit Sicherheit nicht nur, ihre mitgebrachten, selbstgebackenen  Leckereien, welche schon beim Sektempfang herumgereicht wurden , sondern ihre unnachahmliche Art mit uns und zu uns zu sprechen. Leider musste sie viel zu früh gehen, nicht ohne zu versprechen „ ich komme wieder“. Das machte diesen Abschied etwas versöhnlicher. Bevor aber unsere Trinitante gehen durften, wurden Ehrungen, Danksagungen und Erinnerungsfotos, vorgezogen. Vom regnerischen Wetter hatte man bislang , höchstens auf der Anfahrt Notiz genommen, dies wurde auch weiterhin ignoriert, im Saal konnten auch sehr schöne Fotos gemacht werden. Die Gruß und Dankesworte von Fredy Drotleff , Erika Schuster und Frau Paul, kamen sehr gut an und wurden mit tosendem Beifall begleitet und begrüßt. Blumen, Andenken, kleine Präsente wurden den vorher genannten Organisatoren, Klassensprecher, Helfer und unserem Ehrengast überreicht. Schon am frühen Nachmittag hatte das Party Trio, Fredy, Georg und Fritz mehrere musikalische Einlagen. Gute Stimmung kam auf. Der nächste Höhepunkt war das Ständchen für das Geburtstagskind Franz Paul. Musikalisch begleitet vom Party Trio sangen alle „ Happy Birthsday und zum Geburtstag viel Glück „ Zwischendurch war das Kuchenbuffet mit einer großen Auswahl an selbstgebackenen und mitgebrachten Kuchen, sehr verlockend hergerichtet worden. Dampfender Kaffee lud zum Zugreifen ein. In diesem atemberaubenden Tempo ging es weiter. Kaum hatte man den letzten Bissen vom sehr leckeren Kuchen mit Kaffee hinuntergespült, stand schon das Abendessen, kaltes Buffet, mit vielen guten Schmankerln bereit. Für Getränkenachschub war reichlich gesorgt. Die meisten brauchten nicht mal  aufzustehen, weil sie vorher schon bedient wurden. Vor allen war es Andreas Paul, der sich dabei dauernd und unermüdlich, mit einer sehr lobenswerten Selbstverständlichkeit, nützlich machte. Bis Mitternacht wurde viel getanzt, gelacht und auch gesungen. Viele Gespräche fanden statt, schöne Erinnerungen ausgetauscht und viele nützliche Informationen, weitergegeben. Von Rosemarie Gitschner gab es zwischendurch, wieder kostenlos für alle Teilnehmer, getrennt nach Jahrgängen, hervorragend gestaltete und ausgearbeitete Andenken. Ein Fotofaltmäppchen mit den erst am Nachmittag geschossenen Fotos. Vorne das Groß- Alischer Schulgebäude, innen die Aufnahme des betreffenden Jahrganges und das gemeinsame Gruppenfoto. An dieser Stelle ein ehrliches Dankeschön und „ Vergelt`s  Gott „ wie die Bayern sagen. Um Mitternacht stand das nächste Highlight ins Haus. Harald Binder war nun das nächste Geburtstagskind. Auch ihn ließ das Party Trio und die Festgesellschaft, einstimmig, „hochleben“ und öffnete ihm, mit Musik, Jubel und Gesang, die Tür in ein neues Lebensjahr. Die Krönung war hierbei, das aus frühesten Zeiten gut bekannte und heute noch sehr beliebte, Fettbrot und der ebenso beliebt , berüchtigte „ Pali „. Hausbrot mit schmackhaftem Hausfett, dazu rote Zwiebeln und saure Gurken, liebevoll von Alida und dem Geburtstagskind vorbereitet, davor , dazwischen und danach, jeweils nach Lust und Laune, ein Stamperl Pali, ist das köstlichste was man sich bei solchem Anlass, nur wünschen kann. Was das Geburtstagskind selbst betrifft, ist Harry , gebürtiger  Keisder, das beste Beispiel von sehr gut funktionierender Integration, wie man sie nur selten erlebt. Weit nach Mitternacht, beendete eine Serie von altbekannten Abschiedsliedern diesen wunderbaren Abend. Bevor man sich auf den Weg zu den Nachtquartieren machte, kam etwas Wehmut auf, gepaart mit viel Hoffnung und Zuversicht, für zukünftige Treffen. Mittlerweilen hatte es sogar aufgehört zu regnen . Der Weg zum Kolping Hotel , Jugendherberge und zu den Einzelquartieren bei Freunden und Kameraden  aus Schweinfurt, war kurz, ein kleiner „ Katzensprung „ , bis zu wohlverdienten Nachtruhe. Frühstück gab es in den jeweiligen Quartieren. Danach kam der Große Abschied, im und vor dem Naturfreundehaus und auf dessen Parkplatz, wo fast alle Autos geparkt waren und verständlicherweise auch über Nacht geblieben waren, fanden einzelne und Gruppenverabschiedungsszenen statt. Wünsche nach baldigem Wiedersehen wurden laut. Hoffnung, dass es bis zum nächsten Treffen, nicht wieder 5 lange Jahre dauern wird, kam auf. Dazu zeigte sich auch die Sonne wieder und erleichterte so manchem die Heimfahrt. Die Zusage der Schweinfurter Organisatoren, allen voran die von Erika Schuster, steht im Raum. Die Bereitschaft, den Rhythmus zu ändern, den Abstand zwischen den zukünftigen Treffen zu verkürzen, ist vorhanden. Die Ortschaft Schweinfurt und das Organisationsteam, erfreuen sich allgemeiner Akzeptanz und Beliebtheit. Ich persönlich habe nur zufriedene, fröhliche und dankbare Gesichter gesehen  und die dazugehörenden Menschen  nur Positives reden gehört. Wegen dem Zweijahresrhythmus , für das Alischer Treffen, kann ich mich mit ebensolchem  Rhythmus für unsere Klassentreffen dazwischen, am besten anfreunden. Persönlich würde ich es begrüßen, wenn wir uns jedes Jahr treffen. Alternativ, Alischer Treffen und Klassentreffen, Jahr für Jahr, solange wir dies noch können. Für viele, die selten oder noch nie auf dem Alischer Treffen waren, aber auch für diejenigen, welche regelmäßig dabei sind, ist dies eine neue Erfahrung, eine neue Art des Zusammenkommens und Feierns , eine Erfahrung aus der beide Treffen profitieren werden. Wenn das jemand schafft, dann wir, die Generation, die sich auch in der alten Heimat , wie keine andere, der Nachkriegszeit, für Kultur und Unterhaltung eingesetzt hat. Theater, Volkstanz, Chor, viele Bälle und Tanzunterhaltungen , im Dorf und sogar über dessen Grenzen weit hinaus, gab es vor unseren Jahrgängen kaum und danach, gar nicht mehr. Ich bin überzeugt und freue mich heute schon über ein Wiedersehen am 30.April 2011 in Nürnberg, auf dem Alischer Treffen, wo wir auch für dieses Projekt schon „ Nägel mit Köpfen“ machen können.                                                                   Helmut Homm

Fotos: http://www.party-trio.de/Fotos.htm

 

Groß-Alisch im Oktober 2008

Fotos mit Herbstimpressionen einer Reise nach Groß-Alisch von Cornel Ghiurca.

 

Groß-Alisch im Oktober 2008

Fotos mit Herbstimpressionen einer Reise nach Groß-Alisch von Cornel Ghiurca.

 

 

„Ich fühle mich als Siebenbürger!“,

bekannte am 4. Juli 2008 so mancher in Kanada ansäßige Siebenbürger Sachse beim Kulturtreffen im Transilvania-Klub in Kitchener.

Auf besonderen Wunsch und auf  Einladung von Frau Käthe Paulini, der ehemaligen Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in  Kanada, besuchten  die Reisenden der Heimatortsgemeinschaft Groß-Alisch – darunter auch eine Tanz- und Musikgruppe - auf ihrer Fahrt durch Kanada und die USA die Stadt Kitchener. Das Ziel ihrer Reise, mit den seit Jahrzehnten in Nordamerika beheimateten Siebenbürger Sachsen engere Kontakte zu knüpfen, erfüllte sich bei dieser Begegnung in wunderbarer Weise sowohl im Austausch von Gedanken zur Findung einer neuen Identität in einer neuen Heimat - ohne in Widerstreit mit der jedem innewohnenden Bindung an die alte Heimat zu geraten - als auch in den traditionellen Darbietungen von Musik und Tanz, welche die unverwechselbare Tradition unserer siebenbürgischen Volkskunst ausmachen. 

Der Empfang am 3. Juli in Kitchener, der ersten Station der Reise, war sehr herzlich und die Begrüßungsrede von Frau Paulini bei dem Abendessen im Transylvania-Klub war einfühlsam und herzerwärmend, so daß die anfänglichen Hemmungen bald wichen und sehr lebhaft in Deutsch, Sächsisch und Englisch geplaudert wurde. Bereits an diesem ersten Abend erfuhren wir, daß große Erwartungen an uns gestellt wurden. Die Plakate, die überall aushingen, verkündeten einen kulturellen Gesellschaftsabend mit Gästen aus Groß-Alisch /Siebenbürgen, der lokale Radiosender in deutscher Sprache für Ontario hatte ebenso unsere Ankunft bekannt gegeben und das siebenbürgische Informationsblatt der lokalen Presse so wie auch die Kirchenblätter der evangelischen Kirchen hatten einen außergewöhnlichen Abend mit Landsleuten aus Deutschland im Transylvania-Klub angekündigt.

Doch dieser 4. Juli bot uns zuerst noch zwei wahrhaft interessante und schöne Erlebnisse.

Auf einer Rundfahrt durch das Siedlungsgebiet der Mennoniten, einer Glaubensgemeinschaft aus Deutschland, die hier seit über 100 Jahren im Raum St. Jacobs - Elmira - West Montrose siedeln, hatten wir Gelegenheit, den Ausführungen eines Mennoniten-Farmers zu folgen. Auf diesen Farmen wurden die Siebenbürger Sachsen in den ersten Jahren ihrer Einwanderung in Kanada gerne aufgenommen, so daß zu manchen Familien auch heute noch der Kontakt besteht.

Der nachmittägliche Empfang im Garten der Familie Paulini zu Kaffee und siebenbürgischem Kuchen sollte zum zweiten unvergeßlichen Erlebnis dieses Tages werden. Wir lernten die Familie kennen, erfuhren viel über das Leben unserer Siebenbürger Sachsen in Kanada und sangen in dieser familiären Atmosphäre zusammen bekannte Lieder aus der alten Heimat.

Den Höhepunkt des Tages bildete aber der festliche Gesellschaftsabend im Transylvania-Klub. Hier gab es die ersten Wiedersehensfreuden mit Groß-Alischern, die als Jugendliche ausgewandert oder durch die Kriegsfolgen nach Kanada verschlagen worden waren und nun zu diesem Treffen aus der ganzen Provinz Ontario, aus Windsor, Aylmer, Waterloo, Clear Creek angereist waren, um ihre Landsleute zu treffen. In den „Groß-Alischer Nachrichten“ die wir all unseren Groß-Alischern auch ins Ausland zuschicken - sofern wir ihre Anschrift kennen - und die auch im Transylvania-Klub ausgelegt werden, hatte man voneinander gelesen und war gespannt auf die Begegnung. „Ich fühle mich als Siebenbürger!“, hörten wir immer wieder, wenn auch in wackeligem Deutsch oder in einen englischen Satz eingebaut. Die meisten aber sprechen noch unser „Sächsisch“ oder verstehen es mindestens.

Die annähernd 370 Menschen, die an diesem Abend in den Festsaal des Transylvania-Klubs gekommen waren, wollten sich mit uns austauschen, uns aber auch ein schönes kulturelles Programm bieten.

Der Klubpräsident Alfred Löwrick eröffnete den Gesellschaftsabend indem er alle Gäste und ganz besonders die Groß-Alischer aus Deutschland begrüßte. Diesen dankte er ganz herzlich dafür, daß sie den kulturellen Austausch angeregt hatten, um damit die Verbindung der Siebenbürger Sachsen weltweit zu festigen.  
Die Hauptrednerin und Organisatorin dieses Abends, Frau Käthe Paulini, die das Amt des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada 10 Jahre lang inne gehabt hat, überbrachte Grüße von John Werner, des amtierenden Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, der sehr bedauerte, an diesem Abend nicht teilnehmen zu können.

In einer sehr bewegenden Rede betonte sie die Bedeutung solcher Treffen in dem Leben der Siebenbürger Sachsen in Kanada. Es sei immer ein Auftanken von Wissen, Gefühlen und Erfahrungen. Kurz umriß sie die Aufgaben der Pflege des siebenbürgischen Kulturgutes in Kanada: Von Beginn an hätten sich die Einwanderer auf wenige Orte beschränkt, wo sie schnell Kontakt zueinander gefunden,  Klubs und Vereine gegründet und ein lebhaftes Gemeinschaftsleben ins Leben gerufen hätten, um ihre mitgebrachten Werte, ihre siebenbürgisch-sächsische Kultur zu pflegen und um diese an ihre Kinder weiterzugeben. Aus diesem Geist sei auch dieses Haus, der Transylvania-Klub, das kulturelle Zentrum der Siebenbürger Sachsen aus Kanada  als eine Zelle siebenbürgisch-sächsischen Lebens entstanden.

Heute ist Kanada die Heimat dieser Siebenbürger Sachsen. Sie sind integriert. Sie sind hier in Kitchener, das bis 1916 Berlin hieß und dessen Bevölkerung zu 80% deutscher Herkunft ist, als tüchtige, fleißige und pflichtbewußte Menschen bekannt. Sie sind patriotische Kanadier ohne ihr ethnisches Erbe aufzugeben oder gar zu verleugnen. Ja, sagte Frau Paulini, man könne auch nach so vielen Jahren der Auswanderung aus Siebenbürgen Siebenbürger Sachse in Kanada sein! Sie seien Mitglieder der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen und seien bestrebt, mit den Landsleuten in Deutschland, in Österreich, in den USA und in Siebenbürgen in Verbindung zu bleiben. Dazu dienten der Kulturaustausch und die Jugendlager und nicht zuletzt auch dieser Gesellschaftsabend, für dessen Zustandekommen sie sich herzlich bei der Gruppe der HOG Groß-Alisch und auch bei mir, als ihrem Vorsitzenden bedankte. Als Abonnentin der „Groß-Alischer Nachrichten“ verfolge sie mit großem Interesse die umfangreichen Aktivitäten der HOG Groß-Alisch, insbesondere deren Fürsorge für ihr Heimatdorf in Siebenbürgen.

Bewegt von dem herzlichen Empfang und den vielen Gästen die dem Aufruf gefolgt waren, sich mit der Groß-Alischer Gruppe zu treffen, bedankte ich mich als Vorsitzender der HOG Groß-Alisch, bei dem Klubpräsidenten, und vor allem bei Frau Käthe Paulini, die mit viel Engagement und Energie den Aufenthalt der Groß-Alischer in Kitchener und ganz besonders den Gesellschaftsabend zu einem unvergeßlichen Erlebnis gemacht hatte. Besonders wichtig erschien mir, darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, sein Heimatdorf nicht ad acta zu legen, wie unerlässlich es für die Erhaltung der Kulturleistung unserer Vorfahren sei, die kirchlichen Einrichtungen und den Friedhof zu erhalten und zu pflegen. Mein Wunsch, die geknüpfte Beziehung zum Transylvania-Klub weiter auszubauen und zu pflegen, wurde vor allem von der Jugendtanzgruppe begrüßt. Da es vereinzelt in der Provinz Ontario  deutsche Sonntagsschulen gibt und die Kinder und Jugendlichen fast nur englisch sprechen, wäre auch ein Schüleraustausch in siebenbürgischen Familien sehr sinnvoll.

Den künstlerischen Rahmen bildete natürlich die Musik und der Tanz:

Die Blaskapelle des Transylvania-Klubs unter der Leitung von Jeremy Frim spielte zur Begrüßung eine flotte Polka. Mit weiteren musikalischen Darbietungen begleiteten sie das ganze Abendprogramm. Gekonnt und mit viel Elan sang der weit über Ontario hinaus bekannte Transylvaniachor, der seit 57 Jahren besteht, unter der Leitung seines Dirigenten Ian Clark mit der Klavierbegleitung durch Elison Clark alte deutsche und siebenbürgische Lieder. Die beiden Schwestern Kolina und Kelsey sangen für die Gäste ein deutsches Kinderlied. Die Kindertanzgruppe des Transylvania-Klubs unter der Leitung von Hannelore Maithert zeigten in den vorgeführten Tänzen nicht nur ihr Können sondern auch ihre sehr schönen siebenbürgischen Trachten, die im Handarbeitskreis des Transylvania-Klubs genäht worden waren. Und die Jugendtanzgruppe des Transylvania-Klubs führten unter der Leitung von Daniel Schmidt in altdeutscher Tracht mit großer Professionalität Volkstänze vor.

Gespannt hatten die Gäste auf den Auftritt der Groß-Alischer Tanzgruppe gewartet. Mit der „Recklich Med“ erntete diese dann einen Riesenapplaus, auch wenn sie sich nicht mit der Jugendtanzgruppe messen konnte. Die Tanzpaare durften den anschließenden Tanzabend, mit einem Wiener Walzer eröffnen. Dazu lud die Groß-Alischer Musikband „Party Trio“ ein. Ihr Programm begeisterte Jung und Alt, so daß auf der großen Tanzfläche eine gute Stimmung aufkam.   

Wehmut schlich sich in den Abschied, doch auch etwas Hoffnung, daß dieses Treffen und dieser unvergeßliche Abend, nur ein Anfang gewesen sind für eine lange Beziehung über den Ozean hinweg, eine Verbindung die durch eine alte, aber lebendig gebliebene Heimat zustande gekommen ist und wohl auch weitergeführt werden wird.

Unser herzlicher Dank gilt den kanadischen Gastgebern!

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Wilhelm Paul , Juli 2008

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Die Vermessung der Vergangenheit in Groß-Alisch

Kirchen retten mit dem Computer: Wie Dresdner Studenten mit neuester Technik in Siebenbürgen alte Gemäuer erforschen.

Ein Bericht von Stephan Schön, Wissenschaftsredakteur der Sächsischen Zeitung

Alle paar Minuten klackert ein Pferdefuhrwerk um die Kirchenburg von Groß-Alisch. Sie sind hier im ländlichen Siebenbürgen das Transportmittel Nummer eins.  Mit einem Transporter voller Hightech indes sind 15 Dresdner Studenten nach Siebenbürgen gereist, um diese Wehrkirche dreidimensional zu vermessen.

Grau und schwer legt sich der Nieselregen über die Dächer. Seit Tagen schon. Es ist kühl geworden in Rumänien. Der erste Vorbote des strengen Winters hat die Landschaft vor den Karpaten fest im Griff. Groß-Alisch (Seleus) mit seiner Kirchenburg erscheint schon wie in Winterstarre. „Das hätt` ja nun nicht grad sein müssen“, murrt und flucht es hinter dem dicken Eichentor, dem Zugang zum Kirchhof. Schwer fällt der Riegel ins Schloss. Geradezu zur Unkenntlichkeit vermummte Gestalten treten ein. Die Regenjacken wetterdicht, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen versuchen die 15 Studenten aus Dresden der unvermeidlichen Nässe und Kälte zu entkommen. Vor allem Uwe, Doreen und Christoph. Sie haben Außendienst.
Bei diesem Ferienjob der ganz besonderen Art heißt das, mit Hightech-Geräten und Laptop die Mauern, die Ziegeln und Balken zu vermessen. Von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Egal, wie das Wetter ist. Sie müssen Millimeterarbeit leisten und können mit den klammen Fingern ihre Skizzen auf nassem Papier kaum zeichnen.
Gut 600 Jahre nach der Grundsteinlegung soll nun ein dreidimensionales Abbild des historischen Bauwerks entstehen. Zwischen Altar und Orgel richten sich eben mal die Studenten mit ihren Messgeräten aus. Werner Kasparides turnt über die Empore der mittelalterlichen Kirche. Wenn jetzt das Holzgeländer nicht hält, dann landet er fünf Meter tiefer, unten auf dem Kirchenboden, mitsamt Stativ und Technik. Das Holz knackt und ächzt unter der ungewohnten Last- und hält.
Zwei Wochen lang werden Studenten und Wissenschaftler der Dresdner Hochschule für Technik und wirtschaft (HTW) hier in jeden, aber auch wirklich jeden Winkel kriechen. Ihr Ziel: Sie werden das derzeit genaueste Modell einer mittelalterlichen Kirchenburg von Siebenbürgen erstellen. In dieser Landschaft gibt es 160 solcher Bauwerke. 120 Kirchen- burgen stehen ganz oben auf der Liste der wertvollsten Denkmäler, in der Kategorie A. Das sagt nichts über deren Zustand. Die meisten Gebäude haben große Schäden und sind damit mehr oder weniger vom Verfall bedroht, wenn nicht ganz schnell was passiert. „Da bleiben nicht mehr als fünf bis zehn Jahre Zeit“, sagt Walter-Reinhold Uhlig, Bauingenieur und Professor an der HTW.


Jedes dritte Bauwerk ist sogar Einsturz gefährdet, heißt es in einer Studie dazu. Und selbst was heute noch intakt ist, fällt ohne Nutzung und Pflege irgendwann zusammen. Es reiche schon ein einziger vom Sturm weggeblasener Dachziegel, und das Unheil nähme seinen Lauf. Seit 2002 ist Uhlig mit den Bauingenieuren der Dresdner Hochschule unterwegs. Sein Fazit: „Erschreckend! Man muss sich da nichts vormachen. Eine ganze Reihe dieser Kirchenburgen werden nicht bestehen können.“ Genaue Zeichnungen für die Instandsetzung gibt es so gut wie keine. „Aber aus unserem vollständigen 3-D-Modell der Kirche lassen sich hervorragende Bauunterlagen erstellen. das ist die Grundlage für einen späteren Ausbau“, erklärt Johann-Hinrich Walter, der das Vermessungsprojekt leitet. In Dresden ist er Informatikprofessor, lehrt 3-D-Vermessung und Visualisierung an der gleichen Hochschule wie sein Kollege. In die Kirchenburgen kommt er als Ingenieur und Handwerker. Mit blauer Latzhose, Arbeitshemd und festen Schuhen. Es geht dreckig zu, wo seit Jahrzehnten, ja vielleicht seit Jahrhunderten niemand mehr Staub gewischt hat unterm Dach. Genau dorthin sind vier seiner Studenten unterwegs.

Die Arbeit im Gebälk ist anstrengend und gefährlich.

Das gewaltige Kirchendach ist dicht. Vom ekligen Nieselregen bleibt zumindest das Vermessungsteam im Dachboden verschont. Die Studenten sind im Trockenen, im Staubtrockenen, um es ganz genau zu sagen. Dorothee schnallt sich die Atemmaske vors Gesicht. Rene` schaut zweifelnd auf den dreckigen Mundschutz, den er sich umbindet. Graubraun ist der außen schon. „Das bringt wohl nichts mehr“, sagt er resignierend. „Das Ding war mal weiß“. Inzwischen kommt selbst darunter noch reichlich Staub an. „Ich hatte davon gestern schon Ausschlag“, sagt er. Da sei nichts zu machen, wenn  der Staub einmal drin ist. Was Rene` Kretzschmar hier so lapidar mit Staub bezeichnet, ist aber deutlich gehaltvoller. Das ist nicht bloß Staub, das ist vor allem zentimeterdicker Taubenkot der Jahrhunderte. Gut getrocknet und pulverisiert stiebt er bei jedem Schritt auf. Die Luft unterm Dach ist voll davon. Unangenehm und gefährlich, weil dieser Staub Krankheiten übertragen kann. Papageienkrankheit oder Toxoplasmose zum Beispiel. Letztere wirkt verheerend in der Schwangerschaft. Dorothee ist nicht schwanger, sonst müsste sie den gang auf den Dachboden meiden. So aber schleppt sie den Baustellenstrahler und 50 Meter Kabel rauf. Sie bringt das Licht ins Dunkel. „Bloß nicht aufs Gewölbe treten, warnt sie. Also immer auf dem Balken balancieren, sonst könnte es bis zum Kircheboden heruntergehen. Der Strahler ist am Tachymeter angekommen, dem wichtigsten Messinstrument. Es kann bis auf wenige Millimeter genau Punkte im Gebälk und an den Mauern erfassen, sich die Entfernungen und Richtungen merken, bis die ganze Datenfracht dann an einen Laptop geht. „Wer am Tachymeter steht, der braucht wenigstens nicht in die Ecken zu krieche“, sagt Vermessungsstudentin Dorothee Weniger. Schwieriger sind dann die Assistenzarbeiten. Zum aufnehmen der Vermessungspunkte müssen Markierungen in alle möglichen Ecken gehalten werden. „Da musst du dich schon manchmal in den Dreck legen“. Vielleicht sind da Doreen und Uwe draußen vor der Kirche doch besser dran, im kalten Nieselregen. Doreen Hagemann sitzt inzwischen mitten im Rosenbeet, Vermessung kennt keine Grenzen. Ihren Schirm hat sie für die Papierskizzen geopfert, der wasserdichte Laptop ist in eine Bananenkiste gerückt, damit sie nicht alle Minuten den Bildschirm von den dicken Tropfen befreien muss. „Es macht schon Spaß und ist einfach spannend, vor allem in der Baugeschichte zu forschen“, sagt Romy Schumann. Kaum zu glauben. „Doch“, setzt sie nach, als spürte sie den Zweifel. Im Keller unter dem großen massiven Turm nimmt die künftige Bauingenieurin  gerade Schäden am Gemäuer auf und skizziert alle Besonderheiten: „Die Jahreszahl dort, ist für mich das Spannendste überhaupt“. Die Zahl 1599 steht dort tief und schmucklos eingeritzt in den Putz. Der ist also mehr als 400 Jahre alt. An anderer Stelle kommen jahrhundertealte Farbreste zum Vorschein. Die Kirchenburg steckt voller Geheimnisse: eine Truhe mit alten Urkunden steht in der Sakristei. Und im Turm, auf einem Zwischengeschoss mitten im Taubendreck, liegt die größte Überraschung: Die Dresdner Vermesser entdecken dort zwei uralte kunstvoll geschnitzte Opferstöcke. Jetzt sind sie im Museum, dem Friedrich-Teutsch-Haus in Hermannstadt.


Nein, Groß-Alisch hat keine der ganz besonders wertvollen Kirchenburgen. Sie steht auch nicht auf der Welterbeliste der UNESCO. Aber genau das macht die Arbeit der Dresdner Vermesser und Bauingenieure umso wichtiger. „Die Vielzahl der Kirchenburgen in unserer Region macht die Einmaligkeit aus“, sagt Hans Bruno Fröhlich. Er ist Pfarrer in der Kirche im zehn Kilometer entfernten Schäßburg und zuständig für den ganzen Kirchenbezirk. „Fast in jedem Dorf steht eine solche Kirchenburg“, sagt er. Aber seit die meisten Siebenbürger Sachsen nach Deutschland ausgewandert sind, hält Pfarrer Fröhlich auch die Gottesdienste in den Kirchen ringsum in der Region. Alle zwei Wochen in Groß-Alisch. Von 115 000 Deutschen in Rumänien siedelten nach 1990 binnen zweier Jahre mehr als  90 000 nach Deutschland um. „Diaspora-Gemeinden“ nennt Friedrich Gunesch, der Verwaltungschef der evangelischen Kirche in Rumänien, solche Dörfer. „Manche Dörfer haben zwar eine Kirche, aber keine einzige Seele mehr.“ In manchen Orten lebt kein einziger Protestant mehr. Fünf Kirchenburgen hat die Hochschule für Wirtschaft und Technik schon bis ins letzte Detail vermessen. Dreidimensionale Modelle sind nun vorhanden und bieten Baufirmen und Denkmalpflegern beste Baugrundlagen der Extraklasse. Und manchmal auch die Chance zum Wiederaufbau. Schnell musste es gehen, als jetzt EU-Geld für die Instandsetzung von 20 Kirchenburgen in Aussicht gestellt wurde, berichtet Steffen Mildner, Chef der Leitstelle Kirchenburgen. Für zwei der ausgewählten Baudenkmäler konnten die Dresdner Vermesser die benötigten Daten liefern. Mildner hatte Ende der 90er Jahre das EU-Pilotprojekt Stadtsanierung in Leipzig geleitet, jetzt versucht er mit einer Mannschaft von Architekten, Bauingenieuren und mit Geld aus Deutschland, die Einmaligkeit Siebenbürgens zu retten. Seine Leitstelle Kirchenburgen, angesiedelt beim evangelischen Bischof in Hermannstadt, will die einzelnen Initiativen zusammenbringen. Es sind Hochschulen aus Europa, die hier zurzeit, jede für sich, sanieren und erhalten, innen und außen. Es ist der britische Thronfolger Prinz Charles der sich hier engagiert. Und es ist Peter Maffay, der nun Großes plant: Er selbst stammt aus Kronstadt, in Siebenbürgen. 

Peter Maffay wird ein Zentrum für traumatisierte Kinder schaffen,

sagt Bischof Christoph Klein. Die große Kirchenburg von Radeln werde ihm dafür von der evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. Aber Bauzeichnungen, geschweige denn detaillierte Unterlagen der Kirchenburg, gibts bisher keine. Die Vermesser der Dresdner Hochschule sind immer schon im Auftrag von Bischof Klein im Land unterwegs. „Sie könnten doch die Kirchenburg von Radeln für Peter Maffays Projekt vermessen“, bietet er dem Dresdner Professor ohne Umschweife an. Ein großes Projekt, eines mit viel Öffentlichkeitswirkung dazu. Und zig andere große Projekte warten noch. Was das Knowhow betrifft, so sind die Ingenieure aus Dresden derzeit mit führend. Sie nutzen die neueste Generation von Geräten. Technik im Wert von 100 000 Euro schleppen die Studenten über Dachböden und in Türme hinauf. Tachymeter sind dies, mit Laser und Zielfernrohr für die Vermessung. „Selbst oben am Turm kannst du damit noch die Fliegen krabbeln sehen“, sagt Vermessungsstudent Uwe Kolbinger. Mehr als 25 000 Messpunkte werden es wohl am Ende sein. Daraus macht ein Programm der Dresdner Softwarefirma Kubit ein 3-D-Modell in einer Präzision und Geschwindigkeit, wie sonst kein anderes. Nur damit lässt es sich überhaupt erklären, warum sich bis auf den letzten Balken im Dach ein so riesiges Gebäude in nur zwei Wochen virtuell in den Computer packen lässt. „Das können nicht so viele“, sagt Johann-Hinrich Walter im Ton tiefster Überzeugung. Und auf dem Weg vom Bischof zurück zu seinen Studenten in Groß-Alisch träumt er von einem noch viel größeren Projekt. Das könnte dank EU-Geld vielleicht sogar eine Chance haben: „Sollte es das virtuelle Siebenbürgen einmal geben, dann sind wir ganz vorn dabei.“ Dann wären die Dresdner mit ihren Vermessungsprojekten dort angekommen, wo sie eigentlich schon längst hingehören: Eingebunden in eine größere Strategie, die das kulturelle Erbe Siebenbürgens erhalten kann. In Groß-Alisch kämpfen die Studenten unterdessen mit den irdischen Problemen im Gotteshaus. In dem großen Turm haben sie sich mit Klettergurt und Seil durchs Gebälk gehangelt. Balkensurfen heißt das hier. Jetzt sind Jürgen, Vinzenz und Heinz ganz oben auf dem Plateau, gleich neben der großen Glocke. Über sich ein Gewirr aus Holzbalken. „Das ist noch harte Arbeit für Tage“, raunt Jürgen Freitag seinen Kommilitonen zu und genießt dann doch lieber erst einmal den weiten Blick über das sanfte Hügelland und das Dorf. Lang strecken sich die schmalen Häuser mit Hof von den Straßen in die Wiesen hinein. Eines drängt sich dicht an das andere rund um die Kirchenburg. Hunde jagen sich auf der Straße. Und von Ferne nähert sich langsam das Klackern eines Pferdefuhrwerks.

 

Groß-Alisch im September 2008 

 

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Bürokratie im Denkmalschutz verstärkt den Verfall

    Zwei Kircheburgen-Projekte im Teutsch-Haus vorgestellt

                                      von Holger Wermke

(Artikel erschienen in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien am 16.09.2008)

 Über ein noch bis zum Freitag laufendes Vermessungsprojekt in der Kirchenburg von Groß-Alisch/ Seleus berichteten am vergangenen Donnerstag Prof. Reinhold Uhlig und Prof. Johann-Hinrich Walter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW). Außerdem präsentierten sie die Ergebnisse vorangegangener Projekte in den Orten Bodendorf/Bunesti, Stolzenburg/Slimnic, Marienburg/Feldioara und Schäßburg/Sighisoara.
Anschließend informierten Michael Engel und Philipp Harfmann von der Leitstelle Kirchenburgensicherung beim Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien über aktuelle Ergebnisse ihrer nun mehr als einjährigen Arbeit.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe der „Kirchenburgen ade´?“ im Friedrich- Teutsch-Haus in Hermannstadt statt.
Gemeinsam mit 15 Studenten der HTW, aus dem Bereich Vermessung und zwei angehenden Bauingenieuren, nehmen Prof. Uhlig und Prof. Walter bis Ende dieser Woche die genauen Maße der Kirchenburg in Groß-Alisch und der dazu gehörenden Bauten auf. Aus den in Siebenbürgen ermittelten Daten wird in Dresden ein dreidimensionales Modell der Kirchenburg erstellt, das als Grundlage für spätere Sanierungsarbeiten dienen kann.
Die Untersuchungen fördern zuweilen interessante Ergebnisse zutage. Bei den optischen Untersuchungen der Bausubstanz entdeckten die Studenten die in Putz der Kirche eingeritzte Jahreszahl 1599. Dies deutet nach Aussage von Prof. Uhlig auf die Eigenart der Großalischer Bevölkerung hin, das Jahr von Bauarbeiten an ihrer Kirche dauerhaft zu kennzeichnen. Solch ein alter Fund sei zudem sehr selten.
Die Grabungen am Fundament zeigten auch, daß der frühere Kirchenbau größer als der heutige war. „Wir konnten durch die Grabungen die Behauptung bestätigen, daß es sich ehemals um eine dreischiffige Basilika handelte“, erklärte Prof. Uhlig den Zuhörern.
Detaillierte Informationen zu Bauschäden und etwaigem Sanierungsbedarf an der Kirche konnte er unter Verweis auf die laufenden und noch ausstehenden Untersuchungen nicht machen. Prof. Uhlig verwies auf die generelle Problematik aller Kirchenburgen, die nicht oder nur noch selten genutzt würden. Diese befänden sich häufig in besonders schlechtem Zustand. Michael Engel von der Leitstelle Kirchenburgensanierung griff diesen Gedanken in seiner Präsentation auf. Kirchenburgen würden vor allem von der Pflege und ihrer Nutzung leben. Die im Mai 2007 gestartete Initiative unter dem Dach der Evangelischen Kirche hat sich den Erhalt der rund 160 siebenbürgischen Kirchenburgen zum Ziel gesetzt. Dabei mangelt es laut Engel nicht am Geld. Viel mehr müssen gute Projekte erarbeitet werden. Derzeit gebe es in erster Linie ein Handlungsdefizit, da viele vorhandene Ideen nicht umgesetzt würden.
Der aktuelle Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Sicherung besonders gefährdeter Kirchenbauten. Im Rahmen des Dächersicherungsprogramms  im Kirchenbezirk Hermannstadt findet seit 2007 die Notsicherung von Kirchendächern statt. Der finanzielle Aufwand für diese Arbeiten ist mit bis zu 3000 Euro pro Kirche vergleichsweise überschaubar. „Wir fokussieren unsere Arbeit hauptsächlich auf kleinere Projekte, die in die Breite gehen“, erklärte Engel den Ansatz. Bei größeren Projekten seien Baugenehmigungen häufig viel schwieriger und nach längerer Zeit zu erhalten, besonders da es sich bei den meisten Kirchenburgen um Baudenkmäler der höchsten Kategorie handelt. Dadurch gehe wertvolle Zeit für die Rettung der Kirchen verloren.
Die Leitstelle erarbeitet aus diesem Grund einen Vorschlag zur Vereinfachung der denkmalrechtlichen Genehmigungsverfahren. Der Planungsaufwand beispielsweise bei der Erstellung von Gutachten solle reduziert und Genehmigungsprozesse durch gemeinsame Beantragung von ähnlichen Baumaßnahmen effektiver werden. Der Vorschlag sei bereits beim Kulturministerium eingereicht, dort aber abgelehnt worden.
Angesprochen wurde auch die problematische Arbeitskräftesituation im Bereich der Denkmalsanierung. Es gebe einen Mangel an einheimischen Architekten und Statikern. Man sei daher auf die zumindest zeitweise Unterstützung von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen, deren Anwerbung jedoch ebenfalls schwierig sei.

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Die HOG Groß- Alisch feierte ihr 13. Heimattreffen in Nürnberg

Traditionsgemäß fand das 13. Heimattreffen der HOG Groß-Alisch am 21. April 2007 in Nürnberg statt. Es stand unter einem guten Stern, hatten sich doch die Organisatoren dieses Treffens schönes Wetter und große Beteiligung gewünscht.

Groß und klein, Alt und Jung, über 400 Landsleute aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands und Österreichs reisten an diesem schönen Frühlinsmorgen, viele schon am Vortag, nach Nürnberg. Das Treffen begann in der Kirche mit einem Gottesdienst mit Abendmahl und goldener Konfirmation, anschließend traf man sich im Gesellschaftshaus zum Mittagessen. In diesem Rahmen fanden auch die Neuwahl des Vorstandes der HOG und kulturelle Beiträge statt.
 Herzergreifende Begrüßungsszenen glücklicher und froher Menschen spielten sich vor dem Gesellschaftshaus Gartenstadt und vor der Kirche ab. Pünktlich fanden sich dann alle zum traditionell gewordenen Gottesdienst ein..

Ein Gottesdienst wie in der alten Heimat

Die „Emmaus Kirche“ zu Nürnberg platzte fast aus allen Nähten, konnte die zahlreicher denn eh und je erschienen Groß- Alischer kaum fassen.

Im Verlauf des Gottesdienstes war dann das heimische Gefühl, das Gefühl der Geborgenheit, der Zugehörigkeit und der Zuversicht, urplötzlich und deutlich spürbar da.

Diese unvergleichbare Atmosphäre findet man in der Form nirgends wieder. Sie war diesmal geprägt von unserem langjährigen Pfarrer in Groß-Alisch, Lothar Schullerus, der das Gleichnis vom Sämann in seiner Predigt zum Anlass nahm, uns ins Gewissen zu reden, uns den unbezahlbaren Schatz den jeder von uns in sich trägt, meist in sich schlummern lässt, vor Augen zu führen.

Keiner von uns hat nur den guten Boden gepachtet, viele von uns sind auch auf harten Wegen buchstäblich unter die Räder gekommen, sind getreten worden, haben aber ihre Erfahrungen auch mit dem Fels, mit dem Granit auf den sie viel zu oft gestoßen sind, machen müssen und wer kennt nicht die Dornen, unter deren Schatten er leiden musste.

Dieser wunderbare Schatz besteht aus unseren Erfahrungen, die wir gerade in der alten Heimat machen durften, die durch Austausch unser Dasein, unseren Alltag bereichern, unseren Nachkommen eine große Hilfe und einen sicheren Halt geben können.

Nur unsere Umgebung und die uns zur Verfügung stehenden Mittel haben sich verändert, der Mensch aber, vor allem Gott, ist derselbe geblieben und wird es ewig bleiben. Daraus dürfen und können wir Kraft und Mut schöpfen, glauben, hoffen und zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Die Verlesung der Verstorbenen, die in den letzten zwei Jahren von uns gegangen sind, zeigt wie vergänglich unser Leben auf Erden ist und wie schnell alles Irdische vorbei sein kann. Im Angesicht des Todes sind wir alle gleich, er macht keinen Unterschied zwischen reich und arm, alt und jung, auch die Vernunft spielt dabei keine Rolle, umso wichtiger ist es, noch rechtzeitig unsere kostbaren Erfahrungen, die wir gemacht haben, weiter zu geben.

Die Feier der Goldene Konfirmation, diesmal der ehemaligen Konfirmanden von 1956 und 1957, wird zum festen Bestandteil unserer Gottesdienste. Umso erfreulicher war es, daß einige der Gefeierten in sächsischer Tracht, Teil unserer Herkunft und Identität, erschienen waren.        

Bei der Feier des Heiligen Abendmahles ein Novum, Vater und Sohn Schullerus standen erstmalig, beide als Pfarrer vor dem Altar, vor ihren Groß- Alischern und teilten Hostien und Wein aus.

Ein unvergesslicher Anblick, die beiden gemeinsam, in heiliger Handlung zu erleben.     

Die Fotos zum Gottesdienst 

Die Feier im Gesellschaftshaus der Gartenstadt Nürnberg

Das Organisationskomitee hatte wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet. Noch während der Begrüßungsphase, bei Stärkung mit Speise und Trank, richtete Alfred Drotleff, stellver- tretender Vorsitzender der HOG, ein Grußwort an die Gäste. Sein Gruß und Dank richtete sich in besonderer Weise an Herrn Pfarrer Lothar Schullerus sen. mit Gattin, für ihr Erscheinen und für den beeindruckenden Gottesdienst. Dabei unterstrich er die große Bedeutung und Fortführung dieser Treffen und Veranstaltungen. Besondere Dankesworte richtete er an unseren Organisten Kurt Gehann und an den Groß-Alischer Posaunenchor für ihren Einsatz..

Nach dem Mittagessen ergriff Wilhelm Paul, 1. Vorsitzender der HOG Groß- Alisch das Wort. Er versuchte, um sich etwas mehr Gehör zu verschaffen, energisch auf die Wichtigkeit der Aktivitäten der HOG hinzuweisen. Er begrüßte alle Anwesenden herzlich und zeigte voller Stolz die letzte Ausgabe der „Groß- Alischer Nachrichten“ als wichtigstes Dokument für Information, Kommunikation und Austausch, das professionell gestaltet ist und die gesamte Aktivität der HOG offen legt.

Trotzdem bleibt es unumgänglich über einige Details und Aspekte weiterhin zu berichten.

Als Dank für Ihre Aktivität und Professionalität bei der Gestaltung des Deckblattes der „Groß- Alischer Nachrichten“, wurde Brigitte Gehann ein Blumenstrauß überreicht.

Als wichtigstes Ereignis hob Wilhelm Paul das Pfingstreffen 2006 in Groß- Alisch hervor und dankte ganz herzlich allen Teilnehmern. Da trotz hoher Voranmeldung zu wenige die Reise mit dem Bus angetreten haben und die meisten mit dem eigenen PKW anreisten, muss in Zukunft auf die umständliche und zeitraubende Organisation einer Busreise nach Groß- Alisch verzichtet werden.

Weil Kommunikation sehr wichtig ist und es damit in der Vergangenheit mehrfach Probleme gab, ist es unbedingt erforderlich, die Adressen zu aktualisieren. Die Anwesenden wurden dringend gebeten, auch im eigenen Interesse, alle Änderungen schnellstmöglich zu melden.

Die HOG plant für die Zukunft zwei weitere Reisenveranstaltungen.

Schon vom 25.05.2007 - 02.06.2007 organisiert Erika Schuster, im Auftrag des Vorstandes der HOG, eine Reise nach Bad Bük in Ungarn mit Besichtigung des Stiftes Melk in Österreich. Für 2008 ist eine Kulturreise nach Kanada geplant, für rechtzeitige Anmeldungen wurde gebeten.

Im Anschluß präsentierte Rudolf Menning den Kassenbericht der letzten zwei Jahre, die Zahlen sehen erfreulicherweise gut aus , aber auch die Aufgaben die in Zukunft vor uns stehen oder noch auf uns zukommen werden, steigern sich von Jahr zu Jahr.

 

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Neuwahlen des Vorstandes der HOG

Da die Neuwahlen bei jedem Treffen relativ viel Zeit in Anspruch nehmen, wurde vorgeschlagen und einstimmig gebilligt, daß Neuwahlen nur alle vier Jahre stattfinden.

Auch der Vorschlag einen Jugendreferenten in den Vorstand zu wählen, wurde einstimmig angenommen. Die entsprechenden Änderungen der Satzung werden in die Wege geleitet.

Wilhelm Alischer leitete die Neuwahlen. Alle „alten“ Vorstandsmitglieder stellten sich erneut für eine Wahl zur Verfügung. Da es keine weiteren Vorschläge gab, wurden einstimmig gewählt:           

 

Wilhelm Paul             1. Vorsitzender                      Edeltraud Zakel         Kassenprüferin

Alfred Drotleff           2. Vorsitzender                      Rudolf Menning        Kassenprüfer

Albert Schuster         Schriftführer                          Irmtraud Teutsch      Beisitzerin

Irene Fakesch           Kassenwartin                        Helmut Homm           Beisitzer

Silke Müller              Jugendreferentin

 

Im Anschluß bedankte sich Wilhelm Paul für das entgegengebrachte Vertrauen und die Bereitschaft der gewählten Mitglieder dieses Ehrenamt für weitere vier Jahre zu bekleiden und wünschte allen viel Freude an einem gemütlichen Beisammensein.

Alfred Drotleff ließ es sich nicht nehmen, an dieser Stelle und in diesem Rahmen, Wilhelm Paul für seine aufopfernde Tätigkeit, die weit über die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden hinausgehen, auch im Namen der anderen Vorstandsmitglieder, in aller Form zu danken.

Auch während des 13. Treffens gab es einen Auskunft- und Bücherstand. Angeboten wurden Resthefte der „Groß-Alischer Nachrichten“, die Broschüre „ Die Kirchenburg in Groß-Alisch“ von Hermann Fabini, das „Familienbuch“ von Alfred Schuster, diverse Fotos u.v.m.

Die Friedhofübersicht konnte hier eingesehen und die Beiträge und Spenden eingezahlt, Änderungen von Adressen mitgeteilt, Bei- und Austritte von Mitgliedern registriert werden.

Lukas Geddert, Inhaber einer Fotoreparaturwerkstatt, stellte Fotoartikel zum Verkauf zur Verfügung, der Erlös dient als Spende für die Kirche in Groß- Alisch. Er machte auch in diesem Jahr unzählige Aufnahmen, viele werden später auf unserer Homepage zu sehen sein.

Die Fotos zum offiziellen Teil 

Unterhaltung und Tanz

Dann begann der für viele sehnsüchtig erwartete Unterhaltungsteil.

Die angekündigte Überraschung, eine Groß-Alischer Tanzgruppe in sächsischer Tracht auf die Beine zu stellen, sorgte für helle Begeisterung und tosenden Applaus. Die Gruppe führte, unter der Leitung von Silke Müller, einen Volkstanz auf und musste unter Jubel und Zugabe-Rufen tanzen, bis ihnen die Puste wegblieb. Wenn das kein Einstand nach Maß war? Lust und Hoffnung auf mehr? Lassen wir uns überraschen!

Die Fotos der Volkstanzgruppe

Ein hochkarätiges und hoch motiviertes „ Party Trio „ begeisterte die Anwesenden und lockte sie auf die Tanzfläche. Alfred Drotleff, Georg und Fritz Zakel, manchmal auch Alfred Weber sorgten bis spät in der Nacht für gute Stimmung. Zwischendurch traf man sich auf der Tanzfläche und sang erst zaghaft, dann immer kräftiger und besser, alt bekannte Weisen und Volkslieder.

Knappe 400 begeisterte Anwesende, kurzfristig sogar mehr, mit erstaunlich großer Beteiligung von Jugendlichen, Jungehepaaren und eine Schar Kinder, zeugen doch allen, Gott sei Dank, nur wenigen Skeptikern und Zweiflern, die sich meist unauffällig im Hintergrund durch Gesten, spöttische Bemerkungen sehr witzig vorkamen, zum Trotz, daß die HOG tatsächlich lebt. Das Bedürfnis für ähnliche Begegnungen ist allseits vorhanden. Pfarrer Schullerus hat Recht, im Herzen sind wir die gleichen geblieben, die Erinnerungen sind noch wach, ehrliche Anteilnahme am Schicksal des anderen ist deutlich vorhanden.

Die Fotos zum geselligen Teil

Natürlich können wir das Rad der Geschichte nicht aufhalten, nicht zurückdrehen, können wahrscheinlich den Untergang unserer sächsischen Kultur, den schon viele prophezeit haben, nicht aufhalten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß wir Siebenbürger, so lange es uns gibt, so lange wir denken können, gesät haben, daß über fast 9 Jahrhunderte hinweg ein gnädiger und liebender Gott, unsere Saat aufgehen und gedeihen ließ, auch wenn diese Saat, nicht immer nur auf gutem Boden traf, sondern oft auch auf den Weg, auf Fels oder unter die Dornen in den Schatten kam.

Wir können auch weiterhin säen, unser geistiges Erbgut weitergeben im Vertrauen, daß allein Gott der Herr für Wachstum und Gedeihen, Bewahrung oder Untergang zuständig ist.

Wenn unsere Vorfahren, vor der Aussaat gesagt hätten „ es lohnt sich nicht, es kann Dürre, Frost oder Hagel, oder...,oder... doch alles zerstören „ , wären sie verhungert. Wenn wir heute den gleichen Tenor anstimmen, leiten wir eigenhändig, in Selbstmordmanier, unseren Untergang selbst ein und schwören dabei auf unsere eigene Unschuld.

Wo heute bestes Ackerland ist, kann in absehbarer Zeit Wüste sein. Soll das Land deswegen schon heute nicht mehr genutzt werden ?“ Wieso denn nicht“ ? würden die meisten sagen.

Ja Leute, dann sagen wir doch alle geschlossen: „JA ES LOHNT SICH WEITER ZU MACHEN, MIT ZU MACHEN, DABEI ZU SEIN, ZU WÜRDIGEN UND ZU RESPEKTIEREN WAS SCHON GETAN WURDE UND NOCH GETAN WIRD „.

Mithoffen, mitglauben, Zuversicht verbreiten, Notfalls auch Trost spenden, Freude und Leid teilen, wie in alten Zeiten, auch hier und heute, soll unser Ziel sein.

Denken und handeln wie Martin Luther, der zu Lebzeiten sinngemäß sagte : „Wenn ich morgen sterben müsste, pflanze ich heute ein Apfelbäumchen“, wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung. Solch starken Glauben wünsche ich uns allen, den brauchen wir alle, denn nur gemeinsam sind wir stark. Wer aufgibt, der hat schon verloren.

Das wollen wir doch nicht !

In diesem Sinne wünsche ich, dass wir uns in zwei Jahren alle gesund und wohlauf wieder sehen, dass viele die diesmal nicht dabei sein konnten, hinzukommen, und vor allem auch zu dem öffentlichen, ernsten Teil unserer Treffen, ja sagen und begreifen, dass es sich lohnt.

 

Auf ein freudiges Wiedersehen am 25.04.2009 !

 

Helmut Homm

 

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In Groß-Alisch tut sich was  -  2. Groß-Alischer Pfingsttreffen in der alten Heimat

 

Mit großer Beteiligung feierten die Groß-Alischer zum zweiten Mal das Pfingsttreffen in ihrem Heimatdorf. Bereits vor einem Jahr begannen die Vorbereitungen für dieses Fest, dessen umfangreiches Veranstaltungsprogramm, das im Adventbrief 2005 bekannt gegeben wurde, das Interesse vieler Landsleute weckte.

Im Vorfeld der angekündigten Feierlichkeiten gab es in Groß-Alisch intensive Vorbereitungen, die mit beachtenswerter Energie von den noch verbliebenen Sachsen, erledigt wurden. Eine große Hilfe hatten sie in Bürgermeister Nicolae Mosora. Er war die Schlüsselfigur des gesamten Treffens. Zusammen mit dem Kirchenvorstand und ganz besonders mit Frau Elfriede Hermann setzten sie ihre Ziele in die Tat um. Eine beachtenswerte Leistung. So konnte die „Tornaz“ auf dem Friedhof wiederaufgebaut und die Zufahrtswege nach dem Erdrutsch freigelegt werden. Der Friedhof selbst erhielt ein neues gepflegtes Aussehen.

Die letzten Renovierungsarbeiten am Gäste -und Begegnungshaus, dem ehemaligen Pfarrhaus, waren abgeschlossen, im Burghüterhaus hat das Amtszimmer seinen Sitz gefunden, die Orgel in der Kirche wurde durch Hermann Binder aus Hermannstadt generalüberholt, der Burggarten war sorgfältig gepflegt und unsere schöne Kirche  strahlte vor Sauberkeit.

 

Die Begegnung in Groß-Alisch fand vom 30. Mai bis zum 6. Juni 2006 statt.

Beim Eintreffen des deutschen Reisebusses, mit der reizenden Busfahrerin Frau Roswitha Mago, in Alisch wurden wir an der Kokelbrücke von Bürgermeister Mosora und dem stellvertretenden Kurator Mirel Hermann festlich begrüßt. Eine Reitergruppe in Nationaltracht führte den Zug an, gefolgt von einer geschmückten Kutsche in der neben dem Bürgermeister der Vorsitzende unserer HOG, Wilhelm Paul, Platz nahm. So wurde der Reisebus und die vielen anderen Autos ins Dorf geleitet.

 Eine große Menschenmenge hatte sich an der Straße aufgestellt, um uns zu begrüßen.

Die erste Überraschung bereitete uns der Bürgermeister, als er uns das neue zweisprachige Ortsschild zeigte: Seleus - Gross-Alisch. Den Mitreisenden wurde es warm ums Herz. Man fühlte sich zu Hause angekommen. In der Geschichte von Groß-Alisch gab es noch nie ein Ortsschild mit deutschem Namen.

Vor dem Pfarrhaus gab es einen großen offiziellen Empfang mit Blasmusik, gespielt von unseren Musikanten aus Deutschland unter der Leitung von Georg Zakel,, Begrüßungsreden, Schnaps, Wein und Krapfen. Viele Landsleute waren mit ihren eigenen Autos angereist und wohnten bereits in ihren früheren Häusern oder bei bekannten rumänischen Familien. Im neuen Gästehaus waren 14 Personen untergebracht. Die rumänische Bevölkerung empfing uns mit offenen Armen und tat alles, damit sich ihre Gäste wohl fühlten. Dafür hat sich unser Vorsitzender Willi Paul offiziell bei ihnen bedankt.

Die vier Tage bis Pfingsten nutzten wir Deutsche, um die Gegend zu erkunden, Besuche privat und bei Behörden abzustatten, oder einfach mal nach Schäßburg zu fahren. Ein voller Bus fuhr nach Birthälm und Hermannstadt, wo Georg Schaser, der ehemalige Stadtpfarrer, mit uns eine aufschlußreiche Stadtführung machte. Seine Liebe zu Hermannstadt und vor allem der Stadtpfarrkirche, seine ehemalige Wirkungsstätte, war spürbar.

Dem Aufruf von Organistin Irmgard Radler (geb. Paul) einen Chor aus der Taufe zu heben, folgten viele und gingen an den Abenden zu den Chorproben ins Pfarrhaus. Der Posaunenchor probte im Adjuvantenzimmer. Anschließend trafen sich alle Teilnehmer im großen Zimmer des Begegnungshauses zu einem geselligen Abend.

Ein gemeinsames Essen, mit 85 Gästen aus Alisch, im neuen Hotel „Denis“ in Dunesdorf, bei dem die  Alischer Band „Party-Trio“ aufspielte, und ein Grillfest, mit über 100 Personen, im Pfarrhof rundeten die Tage ab und versetzten die Leute in Stimmung. Einzig das regnerische Wetter schränkte die Hochstimmung etwas ein.

 

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Am Pfingstsonntag

Dank der guten Organisation von Ortspfarrer Gottfried Vogel konnten in der vollbesetzten Kirche vier Pfarrer einen unvergesslichen ökumenischen Gottesdienst zelebrieren. Zum zweiten Mal wurde die orthodoxe Kirche eingeladen.

Es war uns eine besondere Ehre, Bischofsvikar der evangelischen Landeskirche in Rumänien Prof. Dr. Hans Klein in unserer Mitte zu haben. Die Freude, die er ausstrahlte, übertrug sich auf die Zuhörer. In der Hauptpredigt ließ er uns die Genugtuung spüren, vor einer vollen Kirche predigen zu können, und er dankte und bestärkte uns, die Heimat nicht zu vergessen. Sein freies Reden hat uns allen gut getan und seine Pfingstpredigt sprach in gleicher Weise die beiden Konfessionen, die evangelisch-lutherische und die orthodoxe an. Die zahlreichen orthodoxen Gläubigen in der Kirche waren beeindruckt von seinen Sätzen in rumänischer Sprache.

Nicolae David, der Ortspfarrer der orthodoxen Kirche in Groß-Alisch, predigte zum zweiten Mal in unserer Kirche mit der gleichen Hingabe und Begeisterung. Für ihn ist es, wie er meint, eine Ehre, mit den Kollegen der evangelischen Kirche zusammen zu arbeiten. Ihm haben wir es zu verdanken, dass zwischen Sachsen und Rumänen auf allen Ebenen Harmonie und friedliches Zusammenleben herrschen.

Bezirksdechant Pfarrer Bruno Fröhlich aus Schäßburg betonte in seiner auf deutsch und rumänisch gehaltenen Rede am Beispiel von Groß-Alisch, wie wichtig die Annäherung und das Kennenlernen der beiden Konfessionen für seine Arbeit auf Bezirksebene sind. Er freute sich besonders über die positive Einstellung und die Hilfsbereitschaft der Menschen in diesem Ort. Seine Zusammenarbeit mit Pfarrer David ist hervorragend.

Wir waren alle in unserer Seele sehr aufgewühlt und glücklich, bei uns in der Kirche diese Fülle an schönen Predigten zu erleben. Der große Chor, der sich ad hoc gebildet hatte, sang vor dem Altar dreistimmige Lieder, die Orgel kam wieder voll zum Einsatz. Dafür sind wir Irmi Radler (Danitz) und den Chormitgliedern sehr dankbar.

Wilhelm Paul, 1. Vorsitzender der HOG, dankte in seiner Rede allen, die ihn in seiner Arbeit unterstützen und er bat die angereisten Teilnehmer, auch weiterhin nach Alisch zu kommen, denn er versteht unter Heimattreffen das Treffen in der Heimat. Heimweh sollte man nicht verdrängen, sondern etwas dagegen tun. Weiter sagte er: wir sollten es zu unserer Pflicht machen, die kirchlichen Einrichtungen zu erhalten und zu pflegen. Wenn jeder Hand anlegt und mithilft haben es die Wenigen leichter.

Auch politische Prominenz war in der Kirche anwesend. Der aus Alisch stammende Oberbürgermeister von Mediasch, Daniel Thelmann, hatte das Bedürfnis, den Menschen mitzuteilen, wie glücklich und dankbar er und seine Familie für die Einladung sind, um wieder einmal in der  Alischer Kirche beten zu können. Seine Mutter, Elisabeth geb. Fakesch ließ ihren Tränen freien Lauf, beeindruckt durch die feierliche Stimmung. Seine Rede hielt D. Thellmann in sächsischer, deutscher und rumänischer Sprache.

Für Pfarrer Gottfried Vogel war es sein letzter Gottesdienst in Alisch. Nach fünf Jahren kehrt er nach Deutschland zurück. Dies nahm er zum Anlass, sich über die besondere Aufgabe zu äußern, die er in einem fremden Land zu erfüllen hatte. Gleichzeitig bedauerte er, die Menschen, die er näher kennen gelernt hat und die schöne Landschaft verlassen zu müssen. Sowohl die Kirchen- wie auch die politische Gemeinde bedauern sein Fortgehen zutiefst. Er und seine Frau haben sich viel um die ärmsten Bewohner aus Alisch gekümmert

Mit dem gemeinsamen Gebet „Vater unser“, in zwei Sprachen gesprochen, beendeten wir den Gottesdienst.

 

Die Einweihungsfeier des Gäste- und Begegnungshauses

Anschließend trafen sich gut über 300 Menschen vor dem ehemaligen Pfarrhaus zur offiziellen Einweihung des Gäste- und Begegnungshauses. Mit einem Choral, gespielt von dem Posaunenchor unter der Leitung von Georg Zakel, begann der Festakt. Danach sprach Pfarrer Vogel über die Entstehung der neuen Einrichtung. Bischofsvikar Dr. Hans Klein segnete das Haus und lobte die Initiative der Groß-Alischer. Bezirkskurator Adolf Hügel aus Schäßburg begrüßte die rege Kirchenarbeit in Groß-Alisch und hob sie als beispielgebend für den ganzen Bezirk hervor. Er versprach, die Einrichtung verstärkt zu religiösen Zusammenkünften oder auch für Tagungen zu nutzen. Die Nähe zu Schäßburg und die vorhandene Infrastruktur böten sich dafür an. Das Bezirkskonsistorium bedankte sich bei den Groß-Alischern für die Initiative, einem der bedeutendsten Dechanten des Bezirkes Schäßburg, Georg-Albert Schaser, ein Denkmal zu setzen.

Wilhelm Paul informierte die Anwesenden in rumänischer Sprache über die 200 jährige Geschichte des Pfarrhauses und seine zukünftige Nutzung als Gäste- und Begegnungshaus.

Das Haus wird den Namen „Georg-Albert Schaser“ tragen als Dank für sein Wirken als Pfarrer in Groß-Alisch von 1942 bis 1960. Gleichzeitig begrüßte er die Kinder von G. A. Schaser; Eva, Alida und Juk, die einen Teil ihrer Kindheit und Jugend in diesem Hause verbrachten  und zu diesem Festakt gekommen waren.  Er dankte auch den Vertretern der Kirchen, ganz besonders Bischofsvikar Prof. Dr. Hans Klein sowie den Behörden, die durch ihre Anwesenheit diesem Festakt an Bedeutung verliehen haben.

Zum Sektempfang und einer Begehung der Räumlichkeiten des Hauses wurden nur die Ehrengäste gebeten. Bei dieser Gelegenheit dankte Pfarrer Georg Schaser jun. im Namen seiner Familie für die Ehre, die seinem Vater zuteil geworden ist.

 

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Das Festessen

Zum gemeinsamen Mittagessen im Gemeindesaal wurde für 270 Personen gedeckt.

Die Vertreter der HOG- Groß-Alisch, Irene Fakesch, Meta und Albert Schuster, empfingen jeden einzelnen Gast beim Eingang und händigten ihm ein Medallion aus Porzellan mit dem Groß-Alischer Wappen aus.

Die rumänischen Köchinnen aus Alisch hatten ein schmackhaftes und reichliches Essen zubereitet. Es war wie auf einer siebenbürgischen Hochzeit.

Bei schöner Tischmusik vom  „Party-Trio“ unter der Leitung von Georg Zakel entspannten sich die Gemüter. Man konnte gegenseitig Meinungen austauschen. Es folgten Danksagungen an die Organisatoren dieses Festes, an die Ehrengäste und deren Beitrag mit einen hohen Stellenwert für die Gemeinde, die Verleihung des Ehrendiplomes an Bürgermeister Nicolae Mosora für seinen Einsatz in den Arbeiten am Friedhof und in der Gemeinde und wichtige Mitteilungen an die Gäste.

Der aus Deutschland mitgebrachte Kaffee und der Striezel (cozonac) von der Alischer Bäckerei „Piros“ waren bei allen willkommen. Die Firma „Piros“ hatte auch eine reiche Getränketheke eingerichtet, wo sich jeder nach Belieben Getränke kaufen konnte.

Die Tanz- und Singgruppe der  Alischer Schule für Allgemeinbildung überraschte die Gäste mit einem sehr gut einstudierten Programm. Es ist eine routinierte Truppe die etliche Fernsehauftritte hatte und eigene CD anbieten konnte. Sie wurden reichlich mit Applaus belohnt und erhielten einen Fotoapparat von der Fa. Geddert aus Nürnberg sowie die gesammelte Spende aus dem Saal.

Einen Tag vorher hatte die Schule bereits einen kompletten Rechner mit Laserdrucker von der o. g. Firma und Jakob- Wilhelm Hermann erhalten. Damit nimmt der Informatikraum der Schule Gestalt an.

Das warme Abendessen (eine Tokana) und der anschließende Ball brachten wieder alle Gäste zusammen mit ihren Gastgebern in den Saal, wo sie bis in die Nacht hinein feierten. Das Feuerwerk um Mitternacht war nicht eingeplant, doch machten sich Jugendliche daraus einen Spaß, der Bewunderung auslöste.

 

Am Pfingstmontag

Der zweite Pfingsttag begann mit einem Abendmahlgottesdienst in der Kirche. Die beiden Pfarrer, Bezirksdechant Bruno Fröhlich und Georg Schaser, gestalteten den Gottesdienst nach siebenbürgischer Liturgie und das Heilige Abendmahl nach Alischer Brauch, sehr zum Gefallen unserer Landsleute. In der Hauptpredigt betonte Pfarrer B. Fröhlich seine Begeisterung und Bewunderung für die Alischer und ihre Landsleute aus Deutschland, die durch ihre Aktivität und ihr Interesse an den kirchlichen Einrichtungen die Kirche zum Leben gebracht haben. Gefestigt im Glauben lassen sich viele Hürden nehmen.

123 Christen empfingen das Heilige Abendmahl. Solch eine Feier hatte die Alischer Kirche seit 16 Jahren nicht mehr erlebt.

 

Die Einweihung der „Tornaz“

Anschließend folgte ein Gedenkgottesdienst für die in jüngster Zeit Verstorbenen, aber auch diejenigen, die auf dem heimischen Friedhof ruhen.

Die Einweihung der neu aufgebauten „Tornaz“, das Symbol des Alischer Friedhofes, wurde von allen Anwesenden mit Begeisterung gefeiert.

„Wir haben alle mit Spannung den Wiederaufbau verfolgt“, sagte Wilhelm Paul in seiner Rede in Groß-Alischer Mundart. Die Spende der Familien Menning und Feiri machte den Wiederaufbau möglich. Er bedankte sich persönlich bei Elisabeth Menning, die nach 30 Jahren Abwesenheit zu diesem Anlaß nach Alisch gekommen war. Die Aufbauarbeit hatte sich jedoch als sehr schwierig erwiesen und wurde auch teurer als ursprünglich geplant. Dank des Einsatzes von Elfriede Hermann und mit Unterstützung durch Bürgermeister N. Mosora konnten die Arbeiten durchgeführt werden und der Friedhof sein altes Bild wieder erhalten.

Wilhelm Paul dankte auch allen anderen Helfern bei den Friedhofsarbeiten wie: Willi Paul (Bolind), Alfred Kuttesch, Michael Fakesch und Elisabeth Fodor wie auch junge Menschen anderer Konfession. Er bat die Zuhörer, sich verstärkt um die Gräber und deren Steine zu kümmern und die neue Friedhofsordnung einzuhalten.

Pfarrer Fröhlich segnete die abgeschlossenen Arbeiten und bat den lieben Gott, dass er unsere Schritte noch öfters auf den Friedhof lenken möge, um unsere Lieben nicht zu vergessen, die hier ruhen und so viel für uns getan haben.

Der Friedhof war zu diesem Anlaß geschmückt mit vielen Blumen und Gestecken, der Aufgang und die Wege waren frisch gemäht und das gesamte Umfeld sauber.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Gemeindesaal verlief auch der zweite Pfingsttag nach ähnlichem Muster wie der Sonntag. Alfred Drotleff, Georg Zakel und Alfred Weber machten mit ihrer Musik die beste Stimmung und man konnte nicht mehr aufhören zu feiern. Die Alischer sind einfach unterhaltsame Menschen.

Am 6. Juni traten die ersten Gäste mit dem Bus die Rückreise nach Deutschland an. Trotz des schlechten Wetters blieben noch viele in Alisch im Urlaub.

 

Rückblick

Dank der wunderbaren Menschen, die sich für das Gelingen unseres Vorhabens einsetzten war es in allen Details ein gelungenes Treffen. Wir kehrten dankbar zurück mit der Überzeugung, dass an jedem Tag Zukunft neu geschaffen wird: Durch das, was wir tun oder bleiben lassen, und ganz besonders dadurch, wie wir es tun. Es macht Sinn, den Bewohnern von Groß-Alisch ein lebenswertes Umfeld zu schaffen, eine Heimat, in der sie gerne leben, auf die sie stolz sind, mit der sie sich identifizieren. Alisch soll ein Ort sein, an dem man gerne verweilt, an den man gerne wiederkehrt und an dem man sich zu Hause fühlt, wo man Geschichte, Kultur, Natur, aber auch Arbeit und Alltag gleichermaßen genießen kann.

Günter Czernetzky, Regisseur, Filmemacher und gebürtiger Schäßburger, schrieb  voll Begeisterung in seinem letzten Brief an die HOG Groß-Alisch: „Ich hoffe sehr, dass aus Eurer wunderschönen Gemeinde in 10 bis 25 Jahren ein Ferienparadies, eine neue Toskana, eine ‚Siebenbürgische Toskana’ entsteht und dafür müssen wir alle bereits jetzt etwas tun“.

 

Wilhelm Paul

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Ein schöner Herbst in Groß-Alisch

                 

Ein Bericht von Ingeborg und Wilhelm Paul

 

Unser Besuch in der alten Heimat hatte mehrere Gründe:

-          wir wollten sehen wie die Arbeiten an dem Pfarrhaus und Friedhof voranschreiten

-          wir mussten das Pfingsttreffen 2006 mit den Behörden und Kirchenvertretern besprechen

-          wieder einmal, nach vielen Jahren, in Alisch in die Weinlese gehen

Der letzte Punkt ist schnell abgehackt; es gibt in Alisch nur noch 10 Hektar Weingarten, alles andere ist verwahrlost, dem Erdboden gleich gemacht. Die o. g. Fläche hat die Familie Hann, Besitzer des Hotels "Europa" in Schäßburg, gekauft. Mit hohen Zäunen, Schießanlagen, Wachhunden und Hütern ist die letzte Burg, des vorbildlichen Alischer Weinbaues geschützt. Man hat uns empfohlen, sich dem Gebiet nicht einmal zu nähern. Also hat sich unser Wunsch leider nicht erfüllt.

Im großen Weinkeller des Pfarrhauses stehen zwei Fässer mit "Vin de Odobesti" und Kisten mit Obst. Alle anderen Weinkeller aus Alisch stehen leer. Alischer Wein gibt es nicht mehr, vielleicht im Hotel "Europa".

 

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Das Pfarrhaus ist Gäste- und Begegnungshaus

 (siehe Fotos)

Es strahlt in altem Glanz. Die Außenrenovierungsarbeiten sind abgeschlossen, die Originalfarbe aus dem Jahre 1900, grün, ist wieder da. Das Gebäude macht einen gepflegten Eindruck. Wir haben drei Wochen hier gewohnt. Auch wenn die Innenarbeiten nicht ganz  fertig sind, kann man trotzdem gut wohnen. Im Sommer 2005 waren Familien mit Kindern aus Deutschland, die ersten Gäste. Bei unserer Ankunft wohnten 17 Abiturienten mit ihren Lehrern aus Schleswig Holstein. Dort durften wir den Abschiedsabend miterleben. Sie waren begeistert von Alisch und Umgebung und sie werden mit Sicherheit noch kommen. Mirel Hermann, der Verwalter des Hauses, bemüht sich, mit Hilfe von Pfarrer Gottfried Vogel, alle Gäste zufrieden zustellen und vor allem die Räume wohnlich zu gestalten. Was ein Gast bei einem Besuch vorfindet:

ein Bad mit drei Duschkabinen. drei Waschbecken, zwei getrennte Toiletten mit Waschbecken außerhalb des Bades, eine Küche die noch nicht ganz fertig ausgestattet ist, aber in der man kochen und spülen kann, ein schönes Esszimmer mit großem Tisch und hohen Stühlen mit Lederbezügen, ein großer Versammlungsraum mit langen Tischen und Stühlen, vier Zimmer mit insgesamt 2o  neuen Betten aus Kiefernholz, dazu die Matratzen, Bettzeug und Bettwäsche, Vorhänge an allen Fenstern.

Was noch dringend zu machen wäre, doch nur wenn wieder Geld da ist; das Parkett abziehen und versiegeln, die Fenster und Türen reparieren und streichen, die Kachelöfen auf ihre Tauglichkeit prüfen, weitere Einrichtungsgegenstände anschaffen wie; Schränke, Kleiderständer, Nachtkästchen u. a.

Mirel Hermann und seine Frau geben sich Mühe, soweit es die Zeit mit Familie und Dienst erlaubt, das Haus zu pflegen Sie wären glücklich wenn die Besucher in Alisch ab nun im Gästehaus wohnten, damit sich diese Einrichtung finanziell trägt. Eine Übernachtung pro Person kostet 6 Euro, wenn Frühstück gewünscht wird kommen noch 2 Euro dazu. Das Essen muss individuell abgesprochen werden vor allem wenn es sich um Mittag- oder Abendessen handelt.

Die Verwalter des Gästehauses freuen sich über jede Hilfe in Form von Spenden oder Mithilfe im Haus, Hof oder Garten, möchten sich aber in der Organisation nicht bevormunden lassen. Dieses Recht steht ihnen auch zu. Sie verantworten dem Bezirkskonsistorium aus Schäßburg gegenüber und tragen Rechnung für das Haus und dessen Nutzung.

Bei dem traumhaft schönen Herbstwetter haben wir, zusammen mit Lisi Fodor und ihrer Familie, den Hof in Ordnung gebracht. Sie will auch weiterhin den Hof und Garten pflegen. Über Jahre hinweg hatte der Mieter das gesamte Anwesen vergammeln lassen. Heute ist jeder Handgriff willkommen und gleichzeitig fühlt man sich wohler, wenn die Ordnung wieder hergestellt ist. Der paradiesische Garten bot uns in diesem Herbst reichlich Obst wie: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Himbeeren und Trauben.

Wir hatten oft Besuch. Das Bezirkskonsistorium Schäßburg, an der Spitze mit Dechant Pfarrer Bruno Fröhlich, Kurator Adolf Hügel und Architekt Michael Meyndt, berief eine Tagung nach Alisch ein, um ein Zeichen zu setzen, dass dieses Haus tatsächlich als Begegnungshaus genutzt wird. Unter anderen Themen aus der Bezirksarbeit wurden auch Details über unser geplantes Pfingsttreffen 2006 festgelegt. Sie begrüßten unser Treffen und hoben vor allem den Einsatz und das große Interesse der HOG an der Instandhaltung von kirchlichen Einrichtungen und des Friedhofes in Alisch hervor. Sie kamen zur Schlussfolgerung, dass nur wenige Gemeinden des Bezirkes so gut dastehen wie Groß-Alisch.

Es besuchten uns auch Vertreter der Hilfsorganisationen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland die in Rumänien tätig sind. Sie versuchten uns für die Probleme der Zigeuner zu gewinnen Die Sachsen und ihre Belange interessieren sie nicht. Wir haben abgelehnt. Wir möchten unseren bedürftigen Sachsen ein "Essen auf Rädern", medizinische Betreuung oder Zuwendungen, in Form von Geld ermöglichen. Sie fanden es, aus ihren bisherigen Erfahrungen, nicht für notwendig.

 

Die Kirchenburg

(siehe Fotos

Es blühten "auf der Burg" die Herbstastern in voller Pracht, es duftete überall nach Lavendel, Rosen und Tagetes, der Zwetschgenbaum hing brechend voller Früchte. Die wohlige Herbstsonne und die Stille an diesem Ort lockten uns jeden Tag zwischen die alten Mauern. Doch nüchtern betrachtet, gab es eine Menge zu tun. Die sieben Tannen an der Nordseite richten ungeheuren Schaden am Kirchengebäude und der Ringmauer an. Sie sollen demnächst gefällt werden. Die unteren Äste ließen wir  beseitigen so wie die hohen Fliedersträucher zurückschneiden. Durch sie entstand  Feuchtigkeit, bis das Dächlein über dem Toreingang Nord einbrach und darauf Unkraut wucherte, desgleichen an der westlichen Ringmauer auf 20 Meter Länge. Wir haben einen Maurer und zwei Gehilfen bestellt und der Schaden ist beseitigt. Danach wurde der gesamte Holzschnitt und der Müllhaufen hinter der Sakristei abtransportiert. Doch ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kirche außen und die Ringmauer bedürfen dringender Renovierungsarbeiten. Ein Kostenvoranschlag liegt vor, doch übertrifft er alle unsere Vorstellungen. Woher einen Geldgeber finden?

Lisi Fodor mit ihren Töchtern machten die Kirche für den Sonntagsgottesdienst sauber. Das Innere der Kirche sieht gepflegt und schön aus und man fühlt sich wohl. Es ist die beruhigende Wirkung der Tradition, die von alten Kirchen ausgeht; solange sie sich entfaltet schläft der Glaube nur und ist nicht gänzlich abgestorben.

Die Orgel wurde von Arnulf Einschenk, aus Kronstadt, repariert. Der Teppich vor dem Altar ist sehr abgenützt und sollte erneuert werden. Des Weiteren können wir zufrieden sein wie die wenigen Menschen vor Ort die Kirche in Ordnung halten. Wer weiß schon, welche Zukunft unserer Kirche blüht?  Wir haben kein Recht dazu, dass diese Frage, die wir nicht lösen können, einer nächsten Generation gar nicht mehr gestellt werden kann. Auch Kirchengebäude, die nur kurzfristig instand zu setzen sind, behalten alles Recht auf ihrer Seite, von einer nächsten Generation zu neuer geistlicher Kraft und zu neuem Leben erweckt zu werden. Das sollten wir nie vergessen.

Willi Paul (Bolind) half bei allen Arbeiten auf der Burg. Er ist guten Willens und ein treues Kirchenmitglied. Jeden Tag, 8,00 Uhr früh und 19,00 Uhr abends läutet er die Glocken. Diese Ritual, als Zeichen "wir sind noch da", hat uns jedes Mal beeindruckt. Das ganze Dorf hat sich darauf eingestellt. Wenn außer dieser Zeit die Glocken läuten sagen die Rumänen: "iar a murit un sas". Willi mäht auch den Rasen und Lisi Fodor pflegt die Blumen. Das Gießen, an heißen Tagen, ist beschwerlich.

Das Burgdienerhaus erhält einen neuen Zweck. In ihm soll, ab Frühjahr 2006, das Amtszimmer für die Pfarrherren eingerichtet werden. Darauf freut sich der jetzige Ortspfarrer Gottfried Vogel, denn er fühlte sich nicht mehr wohl in dem großen leeren Pfarrhaus.

 

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Der Friedhof

(siehe Fotos

Er hat sein Aussehen zum Positiven verändert. Die Bereitschaft von Elfriede Hermann, die Verantwortung für den Friedhof zu übernehmen war ein Glücksfall. Sie kümmert sich rührend um Pflege und Ordnung. Durch eine Aktion, von ihr ins Leben gerufen, wurden alle umgefallenen Grabsteine wieder aufgestellt und befestigt. Einige Inschriften auf den Grabsteinen wurden in diesem Sommer, in eigener Regie, erneuert. Dem unkontrollierten Hacken und Beseitigen des Rasens zwischen den Gräbern wurde ein Ende gesetzt. Ansonsten geraten weitere Umfassungen der Gräber ins Rutschen. Nun müssen die Gehwege zwischen den Gräbern eingeebnet werden, damit auch das Mähen leichter ist.

Elfriede empfahl mir, für die schweren Arbeiten am Friedhof, vier Brüder aus einer Zigeunerfamilie zu bestellen. Sie sind jung und kräftig und die Zusammenarbeit war reibungslos. Allerdings arbeitete ich auch mit. Gute Hilfe leisteten Willi Paul (Bolind) und Alfred Kuttesch. Sie kennen die Friedhofprobleme in- und auswendig. Sie beteiligen sich seit Jahren bei vielen Arbeiten sehr gewissenhaft, wobei auch das Mähen ihnen obliegt. Aus Schäßburg haben wir eine Motorsense gekauft, nun ist das Mähen zwischen den Gräbern wesentlich leichter und sauberer. Die großen Flächen werden weiterhin mit der Sense gemäht, bis ein Rasenmäher da ist.

Der Friedhof hat, ab diesem Herbst, einen neuen Maschendrahtzaun an Betonpfeilern befestigt, darüber zwei Reihen Stacheldraht. Die zwei Tore für Fahrzeuge sind nun wieder geschlossen, die Eingangspforte ist repariert und neu gestrichen, die Treppen sind neu verlegt. Das morsche Holz wurde durch Betontreppen ersetzt. An Stelle der unanschaulichen Müllhaufen, die an vier Plätzen innerhalb des Friedhofes und an der Eingangspforte, entstanden sind sollen ab nun die Friedhofabfälle nur an einem markierten Platz gesammelt werden und einmal im Jahr verbrannt. Für die Plastikflaschen die über den ganzen Friedhof verstreut lagen, Glas- und Kerzenbehälter so wie anderer nicht verrottbarer Müll steht eine Kiste bereit. Da es in Alisch jeden Samstag Müllabfuhr gibt, kann dieser Sondermüll entsorgt werden. Besucher des Friedhofes sind angewiesen keine Plastik- oder Glasflaschen mit Wasser oder Blumen  zurückzulassen. Ein Gefäß pro Grab soll ausreichen. Wir müssen gemeinsam eine Ordnung auf unserem Friedhof schaffen.

Die lang ersehnte "Tornaz" kann erst im Frühjahr wieder aufgebaut werden, da der Handwerker, der den Auftrag übernommen hat, sich einer Operation unterziehen musste. Bis zu unserem Pfingsttreffen 2006 in Alisch soll sie fertig sein.

Durch vielen Regen in diesem Sommer kam es zu einem Erdrutsch vor der Eingangspforte des Friedhofes. Der ganze Hügel, der größtenteils aus Ablagerungen von Friedhofabfällen bestand, rutschte in den Weg und versperrte jeden Zugang.

Zusammen mit den jungen Männern und dem Förster Giurgiu haben wir den Hang befestigt. Nun soll er noch bepflanzt werden. Die Hecken entlang des Weges wurden zurück geschnitten, die hohen Bäume ausgelichtet. Noch müssen die seitlichen Gräben wieder sauber gemacht werden damit das Regenwasser abfließen kann. Den verschütteten Weg, so versprach Bürgermeister Mosora, bringt die Gemeinde in Ordnung.

Von den eingegangenen Spenden für den Friedhof konnten alle ausgeführten Arbeiten bezahlt werden. In Zukunft kann der Erhalt der letzten Ruhestätte in Groß-Alisch nur auf diese Weise erfolgen.

 

Das Pfingsttreffen 2006 in Groß-Alisch

 

In einer Besprechung mit dem Kirchenvorstand haben wir Einzelheiten über unser bevorstehendes Treffen geklärt. Sie stehen vor einer großen Herausforderung, sind aber zuversichtlich, dass sie es gemeinsam schaffen. Bürgermeister Mosora möchte sich auch an unserem Treffen beteiligen. Desgleichen auch die orthodoxe Gemeinde aus Alisch, an der Spitze mit Pfarrer David, möchten diesmal mehr für uns tun als beim letzten Treffen. Sie betrachten es als eine Ehre, wenn alle Teilnehmer in rumänischen Familien wohnen würden. Zusagen haben wir vom Bezirkskonsistorium aus Schäßburg und vom Bischofsamt aus Hermannstadt, dass ihre Vertreter anwesend sein werden.

Über die Abfahrt aus Deutschland mit dem Bus, die Ankunft in Alisch und den ganzen Ablauf des Treffens werden wir, noch vor Weihnachten 2005, durch den Rundbrief und auf dieser Homepage in berichten. Schon jetzt möchten wir Euch bitten teilzunehmen. Wir tun es für uns und unsere lieben Menschen aus Alisch, denen wir zu Dank verpflichtet sind.

Sie freuen sich wenn wir sie nicht vergessen und sind auf unsere Hilfe angewiesen. Ihre Fürsorge, während unseres Aufenthaltes, war vorbildlich. So wollen sie es auch weiterhin halten mit allen Landsleuten die sie besuchen.

Unser Abschied aus der alten Heimat war unglaublich schwer.

(weitere Fotos)

26.11.2005

 

Die ersten Fotos vom renovierten Gästehaus sind da !!!
Ein ausführlicher Bericht folgt!!!
Fotos

21.04.2005

 

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Essener Bauingenieurstudenten erstellen ein Siedlungswasserwirtschaftskonzept für Groß-Alisch


Im Rahmen ihres Vertieferstudiums im Fachgebiet für Siedlungswasserwirtschaft an der Universität in Essen, beschäftigt sich eine Gruppe von acht Studentinnen und Studenten im Sommersemester 2005 in einem Gesamtkonzept mit den Themen Nachhaltigkeit, EU-Vorschriften, Wasserversorgung, Regenwasserbewirtschaftung, Abwasserentsorgung und Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser für die Gemeinde Groß-Alisch.
Die Übung wurde von Herrn Univ. Prof. Dr.-Ing. W. Geiger an die Studenten herausgegeben und wird von Frau Dipl.-Ing. Pamela Meyer, Herrn Dipl.-Ing. Thorsten Mietzel und Herrn Dipl.-Ing. Stefan Fach fachlich betreut.
Auf Grundlage der vorhandenen Daten werden sich die Studenten in Einzel- und Gruppenarbeit mit den zugewiesenen Themen beschäftigen und ihre Ergebnisse in einem Ingenieurbericht mit Planunterlagen darstellen.

Ansprechpartner für das Projekt:
Frau Dipl.-Ing. Pamela Meyer
Universität Duisburg-Essen
Campus Essen
Siedlungswasserwirtschaft
Universitätsstr. 15
D-45141 Essen
Tel: 0201/183-2885
(Pamela.Meyer@uni-essen.de)

Beitrag von Wilhelm-Jakob Hermann
Ratingen, 21.04.2005
(wilhelm-jakob.hermann@uni-essen.de)

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Aktuelles aus Alisch, Juni 2004

 

Die Pfingstwoche 2004 verbrachten meine Frau und ich in Groß-Alisch. Es war eine sehr schöne Zeit und wir haben uns – trotz vieler Arbeit – sehr wohl gefühlt.

 

 

Am Burghof blühten wie jedes Jahr die Pfingstrosen und Schneeballen. Lisi Fodor, die Betreuerin des Burggartens und der Kirche hält alles in bester Ordnung. Beschwerlich ist das Schleppen von Wasser zum Gießen; ihre Kinder helfen ihr dabei. Verantwortlich für die Kirche ist Kurator Michael Fakesch. Am Pfingstsonntag fand die Konfirmation von vier Konfirmanden statt. Pfarrer Vogel hatte aus Zeit- und organisatorischen Gründen diesen Termin vereinbart. Es waren überraschend viele Menschen im Gottesdienst. Vielleicht lag es auch daran, dass eine Musikkapelle aus dem Lutherhaus in Pruden sowohl vor dem Gottesdienst als auch danach am Tanzplatz ein kleines Konzert veranstalteten. Sie gestalteten auch den musikalischen Teil des Gottesdienstes. Das machte alle Herzen froh, und man schritt mit mehr Hoffnung zum Heiligen Abendmahl.

Pfarrer Vogel ist sehr beliebt bei den Alischern und besucht die Kranken daheim, wo er ihnen auch das Abendmahl erteilt. Wir fanden es sehr angenehm beruhigend, als regelmäßig jeden Morgen und Abend die Glocken läuteten.

 

 

Das zukünftige  Gästehaus nimmt Gestalt an. Die Innenräume waren bereits gestrichen, die Küche und der Essraum gefliest, zwei Toiletten und ein Bad mit 3 Duschen eingerichtet. Neue Abflussrohre und elektrische Leitungen wurden verlegt, eine neue Wasserpumpe im Keller installiert, die Sickergrube im Pfarrhof überholt.

Die Arbeiten wurden vom Bezirkskonsistorium Schäßburg an eine Firma, mit der sie auch die Kirche renoviert hatten, vergeben. Sie haben auch die Kontrolle über die Kosten der gesamten Renovierungsarbeiten. Die Überwachung und Koordinierung der Arbeiten hat Mirel Hermann. Während der Zeit unseres Aufenthalts besuchte Bezirksdechant Pfarrer Fröhlich zusammen mit Bezirkskurator Adolf Hügel und Architekt Geri Meyndt die Baustelle. Die Mitglieder des Presbyteriums aus Groß-Alisch waren auch dabei und durch mich war auch die HOG vertreten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch beschlossen, die Außenrenovierungsarbeiten zu beginnen, so dass das gesamte Haus in seiner ganzen Pracht dastehen wird. Wir warten noch auf den Start, wann die ersten Gäste wohnen können. Dazu müssen wir von Deutschland aus bei der Einrichtung helfen. Die ersten Gäste müssen damit rechnen, dass es keine routinierte Hoteleinrichtung ist und dass man zu so geringen Preisen sonst nirgends wohnen kann. Deshalb sollte jeder überlegen, bevor man mit Kritik die Leute verunsichert, lieber fragen, wo man mithelfen kann, um „unser aller Gästehaus“ schöner zu gestalten.

Rechtzeitig werden alle Details auf unserer Homepage, in der Siebenbürgischen Zeitung sowie in den Groß-Alischer Nachrichten bekannt gegeben.

 

 

war eigentlich der Grund, warum wir nach Alisch gefahren sind. Es ist uns gelungen, die topographische Vermessung des Friedhofes zu machen und sind dabei, den Friedhofsplan zu erstellen.

Alle Grabstätten wurden erfasst, der jetzige Zustand jedes einzelnen Grabes beschrieben, fotografiert und mit einer Nummer versehen.

Die Erstellung eines Katalogs mit all diesen Daten ist eine mühselige Arbeit. Doch die ersten Schritte sind getan und wir werden es auch zu einem guten Ende bringen. Doch sind von den 306 Grabstätten nicht alle Besitzer bekannt. Wir brauchen die dringende Hilfe aller Alischer, denn es dürfte sich jeder erinnern, wer die Nachbargräber hatte.

Der Friedhof hat ringsherum eine hohe Hecke, die drei Tore und der Haupteingang sind zu, so dass kein Vieh herein kann. Geplant sind Betonpfosten und Stacheldraht ringsherum und vielleicht eine Absperrung des Haupteingangs. Die Tornaz soll wiederaufgebaut werden, wenn alle Alischer ihren Beitrag für die Friedhofspflege bezahlen.

Elfriede Hermann hat die Verantwortung für den Friedhof übernommen. Sie wird auch danach trachten, dass die Täfelchen aus Emaille mit der Reihen- und Grabnummer erhalten bleiben und immer sichtbar für alle sind. Sie wird auch den Steinmetz „Polder“ aus Schäßburg bestellen, und unter seiner Aufsicht werden die umgefallenen Grabsteine wieder aufgerichtet. Diese Arbeit folgt erst nach einer Besichtigung des Friedhofs und einem Kostenvoranschlag. Die Kosten müssen dann die Besitzer der Grabstätte tragen.

Die Pflege der Gräber ist unterschiedlich. Wer Blumenplanzen aufs Grab bestellt hat, tut das in Eigenregie.

Die allgemeine Pflege beinhaltet das Mähen zwischen den Gräbern, den Weg und Treppenaufgang instand halten, die Umfriedung überprüfen und ausbessern.

Viele Platten und Einfassungen älteren Datums haben größere Sprünge, in denen Unkraut und Büsche wachsen. Diese sollten dann auch ausgerupft werden. Der Friedhof wird nie so ausschauen wie ein Friedhof in Deutschland, weil wir nicht mehr dort wohnen, aber schön langsam pendelt sich eine Ordnung ein, die wir von hier aus unterstützen müssen.

 

 

Die Innenrenovierung ist abgeschlossen. Erstaunlich, wie modern, zweckmäßig und sauber auf einmal alles wirkt. Der Bürgermeister Mosora hat keine Mühe gescheut und den Saal sehr schön umgebaut. Die Außenarbeiten waren in vollem Gange und er wünscht, dass die Alischer Sachsen im Jahr 2005 dabei sind, wenn der gesamte Komplex offiziell eingeweiht wird.

 

 

im Marienburger Feld wurde als Denkmal der politischen Gemeinde von den Behörden wahrgenommen. Somit sind Restaurierungsarbeiten geplant. Die Dokumentation des bedeutenden Alischer Denkmals wird in rumänischer Sprache an das Rathaus in Dunesdorf geschickt.

Die letzten Renovierungsarbeiten am Tornazken fanden 1905 statt. Wenn der alte Zustand wieder hergestellt sein wird, sind alle Alischer zu einem Festakt eingeladen, danach wird es den Besuchern in Tourismusinformationen als historisches Denkmal angeboten.

 

 

Wilhelm Paul

1. Vorsitzender der HOG

Erlangen, 22.07.2004

 

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Der Brand der Schule in Groß-Alisch, 7.10.2003

Die Nachricht hat uns überrascht und schwer getroffen. "Die Schule hat gebrannt!" teilte uns der Augenzeuge Wilfried Pitters mit. Von ihm stammen auch die Bilder und die Aussagen.
Schon der Gedanke, es könnte an unserer Schule ein Schaden entstehen, ist unerträglich. Dieses schöne Gebäude, eine Zierde des Dorfes, war unser ganzer Stolz.
Am 7.10.2003, um 20:45 Uhr wurde der Brand entdeckt. Aus einem nicht geputzten Schornstein, unter dem Storchennest, breitete sich das Feuer aus und erfasste den südlichen Teil des Daches. Die Feuerwehr kam mit Verspätung, der Bach war ausgetrocknet, der Brunnen hatte zu wenig Wasser, so dass es von weit her gebracht werden musste. Um 3 Uhr nachts konnten drei Feuerwehreinheiten das Feuer unter Kontrolle bekommen. Der Schaden ist groß. Der südliche Teil des Daches brannte ab, ein Klassenzimmer und ein Nebenraum
darunter brannten ganz aus. Im Klassenzimmer verbrannten die Hefte und Bücher der Kinder der ersten Klasse, ein Kühlschrank und andere noch nicht identifizierte Gegenstände.

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(Anklicken zum Vergrößern)


Der Schuldige wird noch gesucht. Doch muss der Unterricht weitergehen, so dass nach einer Woche Pause der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde.
Inzwischen wurde das Dach neu gemacht, um der kalten Witterung vorzubeugen. Doch sind die ganzen Innenarbeiten und im Frühjahr die ganzen Außenrenovierungsarbeiten noch offen. Die Kosten sind enorm und die Erwartungen auf Hilfe ebenfalls.
In der Schule gibt  es keine deutschen Klassen mehr. Wir könnten sagen: "Sie haben uns die Schule genommen, jetzt sollen sie schauen, wie sie zurechtkommen." Dem ist aber nicht so. Kinder sind nicht schuld, dass ihre Schule brennt samt ihren Sachen, ihre Eltern sind es mit Sicherheit auch nicht. Also: sollte man in der Not nicht alle Vorurteile über Bord werfen?
Jetzt vor Weihnachten den Kindern aus Groß-Alisch eine Freude machen und den alten und neuen Bewohnern ein Zeichen setzen, dass wir unser Dorf nicht vergessen haben.
Jeder von uns freut sich bei einem Besuch in Groß-Alisch alles in Ordnung vorzufinden. Das Besondere an der Schule: sie wird in diesem Jahr 100 Jahre alt seit ihrer Einweihung, und viele von uns haben die Grundsätze ihrer Bildung in diesem Gebäude erhalten.
Darum bitte ich euch alle - auch Nicht-Alischer, die unseren Bericht lesen - helft jetzt mit einer Spende!

Unter dem Kennwort "Schule in Groß-Alisch"
Sparkasse Erlangen,
BLZ: 76350000,
Konto-Nr.: 43000768.

Vielen Dank!

Wilhelm Paul
1. Vorsitzender der HOG Groß-Alisch

Erlangen, 24.11.2003

 

 

 

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©  R. Menning 2001

 

Anbieter/Herausgeber:

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Spendenkonto: 
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Vertretungsberechtigter Vorstand: Wilhelm Paul (1. Vorsitzender) Tel. 09131/440911,
Alfred Drotleff (2. Vorsitzender ) Tel. 07345/238210, Hannelore Fakesch (Kassenwart)

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV: Rudolf Menning, Tel. 06122/14447

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